• 15.05.2016, 12:25:28
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Schönborn: "Erwarte von Kern, dass er Integration vorantreibt"

Wiener Erzbischof in "Kronenzeitung" zu seinen Erwartungen an den neuen österreichischen Bundeskanzler

Utl.: Wiener Erzbischof in "Kronenzeitung" zu seinen Erwartungen an
den neuen österreichischen Bundeskanzler =

Wien (KAP) - Kardinal Christoph Schönborn hat konkrete Erwartungen an
den neuen österreichischen Bundeskanzler Christian Kern: So erwarte
er sich von Kern, "dass er die Brückenbauerfunktion Österreichs in
Europa wahrnimmt und die Integration vorantreibt - sowohl in Europa
wie auch die Integration der Zuwanderer in Österreich selbst". Dies
sagte Schönborn der "Kronenzeitung", die in einer Blitzumfrage
Menschen aus allen Regionen und Schichten zu ihren Erwartungen an
Kern befragt hat. "Für Österreich hoffe ich, dass er die Verbesserung
der wirtschaftlichen Situation in Angriff nimmt", so Schönborn
abschließend.

Begrüßt hatte die Entscheidung für den bisherigen ÖBB-Chef Kern
bereits am Freitag der Katholische Familienverband Österreichs (KFÖ):
Die Zusammenarbeit mit Kern sei "schnell und unbürokratisch"
verlaufen, die Gesprächsatmosphäre sei stets "konstruktiv" gewesen,
erinnerte KFÖ-Präsident Alfred Trendl an die Verhandlungen mit Kern
nach dem Protest mehrerer Familienorganisationen gegen eine
Verschlechterung von ÖBB-Tarifen für Mehrkindfamilien im Jahr 2014.
Kern habe sich damals als "kompetenter und lösungsorientierter
Pragmatiker" erwiesen.

Den überraschenden Rückzug des bisherigen Bundeskanzlers Werner
Faymann hatte Kardinal Schönborn in der Vorwoche mit wertschätzenden
Worten kommentiert: "Ich habe große Wertschätzung für Bundeskanzler
Werner Faymann und ihn als ausgezeichneten Gesprächspartner in vielen
grundlegenden Fragen erfahren", so Schönborn am vergangenen Montag,
9. Mai, gegenüber "Kathpress". Faymann sei "in die europäische
Dimension des Amtes hineingewachsen" und habe sich "als ein Politiker
erwiesen, dem Europa als völkerverbindendes Friedensprojekt ein
großes Anliegen war".

Zugleich hatte der Vorsitzende der Österreichischen Bischofskonferenz
damals appelliert, rasch eine neue Regierungsspitze zu schaffen, "die
mit Besonnenheit und Verantwortungsbewusstsein das verloren
gegangenen Vertrauen wieder zurückgewinnen kann". Dazu brauche es
"vor allem Politiker, die immer den Menschen und das Gemeinwohl im
Blick haben und dafür den Weg des Miteinanders gehen".

((ende)) HKL
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