- 13.05.2016, 10:28:10
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6. Tag der Gesundheitsberufe in St. Pölten: Arbeiter- und Ärztekammer fordern Personalschlüssel
Qualität und Ethik sind nicht verhandelbar
Utl.: Qualität und Ethik sind nicht verhandelbar =
Wien (OTS) - Beim 6. Tag der Gesundheitsberufe in Niederösterreich in
St. Pölten stand neuerlich die Forderung der beiden
Interessenvertretungen nach ausreichender Personalausstattung im
Mittelpunkt. Anders als in einigen anderen Bundesländern gibt es in
Niederösterreich keinen verbindlichen Personalschlüssel, der auch für
Betriebsräte einsehbar und kontrollierbar ist. Unter dem Motto „Die
Rechnung bitte – Qualität hat ihren Preis“ bekräftigte Dr. Ronald
Gallob, Vizepräsident der Ärztekammer für Niederösterreich und
Kurienobmann der angestellten Ärzte, erneut die enge Kooperation der
beiden Interessenvertretungen der Ärztinnen und Ärzte sowie der
anderen Gesundheitsberufe, die von der Arbeiterkammer
Niederösterreich vertreten werden: „Diese Zusammenarbeit ist in
Österreich einzigartig und hat bereits erste Erfolge für die
Beschäftigten im Gesundheitswesen gebracht.“
NÖ Ärztekammer und Arbeiterkammer NÖ bündeln ihre Kräfte für
Arbeitsverbesserungen im Gesundheits- und Sozialbetreuungsbereich
„Wir wollen im größten Bundesland Österreichs ein qualitativ
hochwertiges Gesundheitssystem erhalten und die Arbeitsbedingungen
der Menschen, die in diesem Bereich beschäftigt sind, verbessern“,
betonten der Vizepräsident der NÖ Ärztekammer und Kurienobmann der
niedergelassenen Ärzte, MR Dr. Dietmar Baumgartner sowie sein
Stellvertreter Dr. Max Wudy im Zuge des Workshops zur
Primärversorgung. Die Ärztevertreter stellten die Forderungen der
Ärztekammer zu Primärversorgungszentren klar und sprachen sich für
die Erhaltung des Stellenplans sowie des Gesamtvertrages aus.
„Qualität und Ethik sind nicht verhandelbar!“
AK-Vizepräsidentin DGKS Brigitte Adler warnte die Politik: „Eine
ausreichende Personalausstattung zu ignorieren, heißt, schlechte
Arbeitsbedingungen und Überlastung in Kauf zu nehmen. Zeitnot geht
immer zu Lasten der Patientinnen und Patienten.“ Spitalslandesrat
Mag. Karl Wilfing versicherte den rund 140 Teilnehmern, dass es keine
Bestrebungen zu Privatisierungen der Landeskliniken gäbe. Die neue
Arbeitszeitregelung für Ärztinnen und Ärzte hatte in Niederösterreich
die Neueinstellung von rund 530 Ärztinnen und Ärzten in den
vergangenen sechs Jahren zur Folge. Wilfing erklärte auch, dass es
bei den Landeskliniken zu einer weiteren Schwerpunktbildung kommen
wird: „Nicht alles kann überall angeboten werden.“ Das führte auch zu
Kritik aus jenen Regionen, die weniger ausgelastete Abteilungen
verlieren.
Mag. Georg Ziniel von der Gesundheit Österreich GmbH, wies darauf
hin, dass sowohl die Novelle zum Gesundheits- und Krankenpflegegesetz
mit der wichtigen Neuordnung der Berufsgruppen als auch das Gesetz
zur Gesundheitsberuferegistrierung teilweise seit Jahren in
parlamentarischer Behandlung sind und wegen „enormer Blockaden“ nicht
in Kraft treten können. Insgesamt, so Georg Ziniel, gab es in den
Krankenanstalten in den vergangenen Jahren eine deutliche
Verbesserung in der Qualifikation der Gesundheitsberufe: Sowohl mehr
Ärztinnen und Ärzte als auch mehr diplomierte Gesundheits- und
KrankenpflegerInnen arbeiten in den österreichischen Spitälern. Die
neuen Herausforderungen seien jedoch die chronischen Erkrankungen,
die multiplen Krankheitsbilder und die rasch wachsende Zahl von
Demenzerkrankungen. „Hier brauchen wir eine bessere Zusammenarbeit
zwischen Gesundheits- und Sozialbetreuungsberufen beziehungsweise den
Verantwortlichen dieser Bereiche.
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