RH-Präsident Moser und Bildungsvolksbegehren-Initiator Androsch: „Grundlegende Neugestaltung der Schulverwaltung notwendig“

Bildungspositionspapier des Rechnungshofes mit konkreten Umsetzungsvorschlägen basierend auf RH-Prüfungen

Wien (OTS) - Auf die Notwendigkeit einer grundlegenden Neugestaltung des Bildungssektors aufmerksam machten Rechnungshofpräsident Josef Moser und der Initiator des Bildungsvolksbegehrens Hannes Androsch heute Mittwoch (11. Mai 2016) auf einer Pressekonferenz.

„Wir liegen in Österreich im internationalen Vergleich mit rund 13.200 EUR Bildungsausgaben pro Kopf 30% über dem OECD-Schnitt, auch das Lehrer-Schüler Verhältnis in Österreich ist im internationalen Vergleich überdurchschnittlich gut,“ so Moser. „Die Leistungen der Schülerinnen und Schüler sind aber, wie zahlreiche Studien belegen, nur durchschnittlich. Dies zeigt, dass das Verhältnis Input zu Output nicht stimmt. Das Geld kommt offensichtlich nicht bei den Schülerinnen und Schülern an, sondern versickert stattdessen in den veralteten Strukturen“, meinte er. Die grundlegende Problematik besteht laut dem RH-Präsidenten darin, dass Aufgaben-, Ausgaben- und Finanzierungsverantwortung nach wie vor auseinanderklaffen.

„Die Talente der jungen Menschen in unserem Lande sind der wichtigste Rohstoff“, meinte Androsch. „Diesen gilt es bestmöglich zu nutzen. Dazu gehört auch Chancengleichheit und als Voraussetzung für Aufstiegsmöglichkeiten eine eigenbestimmte Gestaltung des eigenen Lebensweges. Entsprechende Qualifikationen sind im Zeitalter des digitalen Wandels noch wichtiger geworden“, erläuterte er. Eine Reform des Bildungs- und Schulwesens sei schon längst überfällig und aus den genannten Gründen von größter Dringlichkeit. „Dabei muss die Erhöhung des Bildungsniveaus im Mittelpunkt stehen, wofür der Lehrerschaft eine zentrale Rolle zukommt“, so der Initiator des Bildungsvolksbegehrens.

Moser und Androsch halten eine grundlegende Weiterentwicklung des Bildungssystems zur Sicherung der Zukunftschancen und Wettbewerbsfähigkeit für unabdingbar. Beide appellierten, umgehend die nötigen Schritte zu setzen.

Konkrete Umsetzungsvorschläge präsentierte der RH-Präsident mit dem Positionspapier des Rechnungshofes „Effizientere Schulverwaltung – Vorschläge des Rechnungshofes für Reformen im Bildungsbereich“. Dieses enthält eine Zusammenstellung der Kernprobleme und Folgewirkungen im Bildungsbereich und gibt Handlungsanleitungen für Reformmaßnahmen.

Das RH-Bildungspositionspapier ist unter www.rechnungshof.gv.at abrufbar.

Rückfragen & Kontakt:

Rechnungshof
Doris Grabherr (Presse)
0676/8911 8264
grabherr@rechnungshof.gv.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | REH0001