Goldhandel wird immer fairer und verantwortungsvoller

Wien (OTS) - Die Bezugsquellen für faires Gold werden für Österreichs Konsumenten vielfältiger: Fairtrade kooperiert mit der Schmuckindustrie. Die heimische Goldscheideanstalt Ögussa bietet den österreichischen Goldschmieden zusätzlich zu zertifiziertem Recyclinggold nun auch Fairmined Gold an. Die von Alexander Skrein im Vorjahr gegründete Initiative zur Verbreitung von Fairem Gold – fairesgold.org – freut sich über das erweiterte Angebot und gratuliert allen zu ihren erfolgreichen Ergebnissen. Der Innungsmeister der Gold- und Silberschmiede Wolfgang Hufnagl sieht durch die Angebotsvielfalt an geprüftem und zertifiziertem fairem Gold große Chancen für die heimische Schmuckfertigung und Wettbewerbsvorteile gegenüber industriellen Billiganbietern.

Ögussa

Österreichs Goldschmiede haben seit Kurzem einen einfachen Zugang zu zertifiziert fairem und verantwortungsvollem Gold. Die österreichische Gold- und Silber-Scheideanstalt Ögussa ist seit über 150 Jahren der bedeutendste Goldlieferant für die heimische goldverarbeitende Industrie. Seit 2015 ist die Ögussa für ihre 100%-Recyclingmetalle „RJC Chain of Custody“-zertifiziert und stellt mit chargenbezogenen Zeugnissen die physische Rückverfolgbarkeit ihrer zertifiziert konfliktfreien Lieferkette durch akkreditierte Drittautoren sicher. RJC steht für den nicht gewinnorientierten Responsible Jewellery Council mit Sitz in London. Das bedeutet in der Praxis eine strikte Verpflichtung zu ethischem, sozialem und umweltverträglichem Verhalten, das im „Code of Practice“ des RJC mit einer Vielzahl von Maßnahmen genau geregelt ist. Der RJC hat weltweit 700 Mitglieder, von denen 31 die strenge Chain of Custody-Zertifizierung ihres Materials erreicht haben.

„Die Ögussa-Edelmetalle stammen zum größten Teil aus dem eigenen Recycling von Altmetall aus Europa. Dieses ‚Urban Mining‘ ist ressourcenschonend und jeder Art von Minenmaterial weit überlegen, wenn es um Sozialstandards und Umweltauswirkungen geht“, erklärt Ögussa-Geschäftsführer Marcus Fasching.

Die Ögussa nimmt deshalb grundsätzlich kein Minenmaterial an und macht aus sozialer Verantwortung nur für Material aus Fairtrade- und Fairmined-Quellen eine Ausnahme. Kleinbergbau steht zwar nur für 10% der Goldförderung weltweit, er bietet aber 90% der Arbeitsplätze und ist somit die Lebensgrundlage für rund 10 Millionen ArbeiterInnen im Bergbau. Um auch für die aktuelle Goldminenförderung eine nachweislich faire und verantwortungsvolle Lieferkette sicherzustellen, hat sich die Ögussa im Februar 2016 als Fairmined Authorized Operator autorisieren lassen.

Fairmined Gold ist zertifiziertes Gold aus verantwortungsvollem Kleinbergbau, derzeit aus Minen in Peru, Kolumbien und der Mongolei. Es wird nach dem von der Alliance for Responsible Mining (ARM) entwickelten „Fairmined Standard“ produziert, gehandelt und verarbeitet. Das Zertifizierungssystem garantiert kontrollierte Abbaumethoden und den Kleinbergbauorganisationen dafür einen Mindestpreis und eine Fairmined Prämie. Mit dieser Prämie tragen SchmuckkäuferInnen aktiv zur Verbesserung der Lebens- und Arbeitsbedingungen von Kleinbergbaufamilien bei.

Der Verein „Association for fair & responsible gold“ (AFRG) wurde im Frühjahr 2015 vom Innenstadt-Juwelier Alexander und seiner Frau Dr. Michaela Skrein gegründet. Ziel ist, allen Marktteilnehmern den Umstieg auf faires und verantwortungsvoll gehandeltes Gold zu erleichtern. Als Pionier und Wegbereiter hat Alexander Skrein die Diskussion zwischen den unterschiedlichen Organisationen rund um Gold angeregt und freut sich, dass die Vereinsziele so rasch umgesetzt werden konnten. Die beiden Vereinsvorstände haben bereits als Gründungsmitglieder der zivilgesellschaftlichen Crowdfunding-Plattform respekt.net gesellschaftspolitisches Projekt-Management vorgezeigt.

Pünktlich zum 650-jährigen Branchenjubiläum kommt dieses nun breite und nachhaltige zertifizierte Angebot als Impuls für die Goldschmiede gerade recht, findet der Innungsmeister der 576 Gold- und Silberschmiede, Wolfgang Hufnagl. Er betont die strategische Chance:
„Mit dem Einkauf von Ögussa-recycled Gold sowie von fair gefördertem Gold der NGOs bieten unsere Goldschmiede den billig importierten Industriewaren die Stirn. Wer schon im Einkauf auf Qualität setzt, stärkt den Standort Österreich. Die Transparenz durch Zertifikate ist für unsere Kunden wichtig.“

Vom zivilgesellschaftlichen Trendsetter zum Branchenkatalysator
Seit Herbst 2013 verarbeitet Skrein* als erste Schmuckwerkstatt Österreichs ausschließlich zertifiziertes Recycling-Gold oder gefördertes Gold aus kontrollierten Lieferketten. Seit damals gewinnt die Schmuckwerkstatt in einem stagnierenden Markt neue KundInnen. Das Interesse erklärt Juwelier Skrein so: „KundInnen wollen echten und ehrlich gemachten Schmuck. Sie wollen keine Stücke, die mit schlechter Vergangenheit besetzt sind, und dafür sind wir als Goldschmiedewerkstatt verantwortlich. Wir müssen nicht nur die Qualität, sondern auch die emotionale Unversehrtheit von Schmuck sicherstellen. Wir wollen gemeinsam mit unseren KundInnen und möglichst vielen KollegInnen zeigen, wie man als Unternehmer in unserer Welt soziale Verantwortung übernimmt.“

Die Mehrkosten für Schmuck aus fair und verantwortungsvoll gehandeltem Gold betragen etwa fünf Prozent.

Informationen zur Alliance for Responsible Mining (ARM): Cornelia Havel, Leiterin Marketing & Kommunikation, Tel.: + 57 4 3324711 (Kolumbien) sowie über Skype mit dem Namen cornelia.havel; connyhavel@responsiblemines.org, www.fairmined.org

Informationen zum Responsible Jewellery Council (RJC): Gerhard Humphreys-de Meyer, Communications Coordinator, info@responsiblejewellery.com, www.responsiblejewellery.com

Informationen zu ÖGUSSA: Geschäftsführer Marcus Fasching, Tel. + 43 2 866 46 - 4320, marcus.fasching@oegussa.at, www.oegussa.at

Informationen zu SKREIN: Dr. Michaela Skrein, Tel. + 43 1 5132284, skrein@skrein.at, www.skrein.at

Informationen zur Innung der Gold- und Silberschmiede: Innungsmeister Wolfgang Hufnagl, Tel. +43 1 514 50 2371, wh@wh.co.at, www.wko.at/wien/kunstgewerbe

Rückfragen & Kontakt:

AFRG ‒ Association for fair and responsible gold, Alexander Skrein, Tel. + 43 6991 5132121, info@fairesgold.org, www.fairesgold.org
Sollak Kommunikationsarchitekten, Gabriele Strodl-Sollak, MA, Tel. + 43 664 4342864, office@sollak.at, www.sollak.at

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