- 03.05.2016, 09:54:09
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Allianz Studie zur Eurozone: Österreich auf Platz 10
Wirtschaftliche Stabilität im Euroraum weiter verbessert Seit 2011: Österreich vom Stockerlplatz ins Mittelfeld Ausblick: stabiles Wachstum muss stärker gefördert werden
Utl.: Wirtschaftliche Stabilität im Euroraum weiter verbessert
Seit 2011: Österreich vom Stockerlplatz ins Mittelfeld
Ausblick: stabiles Wachstum muss stärker gefördert werden =
Wien (OTS) - 2015 haben sich 15 Mitgliedstaaten der Eurozone
gegenüber dem vorangegangenen Jahr in ihrer wirtschaftlichen
Gesamtbewertung verbessert, wie die Ergebnisse des aktuellen „Allianz
Euro Monitor“ zeigen. Lediglich drei Länder weisen eine negative
Entwicklung im Vergleich zu 2014 auf. Der Report zielt darauf ab,
bestehende und neu aufkommende gesamtwirtschaftliche Ungleichgewichte
aufzudecken, und ermöglicht ein Urteil über die Stabilität oder
Gesundheit der Euro-Volkswirtschaften. Dabei bekommen Staaten in vier
Schlüsselkategorien („Solidität der Staatsfinanzen“,
„Wettbewerbsfähigkeit“, „Beschäftigung und Produktivität“ und
„Private Verschuldung und Auslandsverschuldung“) zu insgesamt 20
Indikatoren einen Wert zwischen 1 und 10 zugewiesen – je höher der
Wert, desto besser die Performance. „Österreich büßt einen Platz
gegenüber dem Vorjahr ein und liegt dabei im Mittelfeld“, kommentiert
Dr. Wolfram Littich, Vorstandsvorsitzender der Allianz Gruppe in
Österreich, die Ergebnisse der aktuellen Allianz Studie.
Gesamtwertung: Deutschland vor Luxemburg und Slowakei
Die Ergebnisse für 2015 zeigen insgesamt eine tendenziell
kontinuierliche Verbesserung der wirtschaftlichen Stabilität im
Euroraum. Im Durchschnitt aller Länder der Eurozone liegt der
Gesamtindikator mit 6,6 Punkten auf dem höchsten Stand seit 2007.
Während drei Länder (Estland, Griechenland, Litauen) eine geringere
Bewertung im Vergleich zum Vorjahr aufweisen, konnten sich fünfzehn
Länder verbessern. Deutschland ist mit 8,1 Punkten deutlicher
Spitzenreiter im Gesamtranking, gefolgt von Luxemburg (7,4) und knapp
dahinter der Slowakei (7,3). Schlusslicht ist wie auch im Vorjahr
Zypern mit einem Indikatorwert von 4,6 Punkten. Der Aufsteiger des
Jahres heißt Irland, das 2015 im Gesamtranking sechs Plätze im
Vergleich zum Vorjahr gut machen konnte und nun mit 7,1 Punkten Platz
vier belegt.
Österreich: geringe Ungleichgewichte, aber wenig Fortschritt
Österreich rutschte 2015 vom neunten auf den zehnten Platz ab und
teilt sich diesen nun mit Malta (je 6,6 Punkte). „Österreich hat sich
augenscheinlich auf seinen Erfolgen in der Vergangenheit ausgeruht.
2011 belegte die Alpenrepublik noch Platz drei im Gesamtranking“,
erklärt Dr. Michael Heise, Chefvolkswirt der Allianz SE. Während
Staaten wie Zypern (+0,8 Punkte) oder Irland (+0,7 Punkte) ihre
Gesamtbewertung 2015 deutlich verbesserten, konnte Österreich sein
Rating nur um 0,1 Punkte erhöhen. Damit liegt es im Hinblick auf
Punktezuwachs im hinteren Feld, aber noch vor Griechenland (-0,6
Punkte) oder Litauen (-0,7 Punkte), die sogar eine negative
Entwicklung aufweisen. Die Position Österreichs im Mittelfeld der
Eurozone sei auf die relativ gute Ausgangslage zurückzuführen,
basierend auf dem soliden Arbeitsmarkt, der längerfristigen
Entwicklung der Lohnstückkosten, der niedrigen Verschuldung der
privaten Haushalte sowie dem hohen Nettoauslandsvermögen.
Vergleichsweise schwach schneidet Österreich in der Kategorie
„Wettbewerbsfähigkeit“ ab, wo es mit einem zehnten Platz und 6,0
Punkten deutlich unter dem Euroraum-Durchschnitt von 7,4 Punkten
liegt. Zurückführen lässt sich dieser Wert unter anderem auf den
niedrigen Exportanteil am Bruttoinlandsprodukt und rückläufigen
Anteil am Welthandel. Mit lediglich 4,0 Punkten für den Indikator
„Arbeitsproduktivität“ kann Österreich zwar im Vergleich zum Vorjahr
einen Punkt gut machen, befindet sich damit aber immer noch im
kritischen Bereich. Die besten Ergebnisse wurden hierzulande in den
Kategorien „Privat- und Auslandsverschuldung“ und „Solidität der
Staatsfinanzen“ mit jeweils 7,0 Punkten und somit einem achten und
zehnten Platz erzielt. Eine positive Bilanz lässt sich auch für die
Arbeitslosenquote ziehen, wo Österreich als eines von nur drei
Ländern die Note „gut“ erhält. Auffällig ist die unterschiedliche
Performance in den beiden Teilindikatoren „Niveauindikator“ und
„Fortschrittsindikator“: Zwar weist Österreich – unter anderem
gemeinsam mit Estland und Litauen – im Hinblick auf bestehende
Ungleichgewichtige die geringsten Mängel in der Eurozone auf (Platz
fünf in der Eurozone). Bei den Fortschritten hinsichtlich
wirtschaftlicher Stabilität gehört es allerdings mit einem 16. Platz
zu den schwächeren Ländern der Europäischen Wirtschafts- und
Währungsunion, so die Studie.
Ausblick: wirtschaftliche Stabilität im Aufwärtstrend
Für das EWU-Aggregat ist der Gesamtindikatorwert 2015 mit 6,6 Punkten
auf dem höchsten Stand seit 2007. „Die Ergebnisse des Euro-Monitors
sind ein Beleg dafür, dass der Euroraum in kleinen Schritten, aber
kontinuierlich an wirtschaftlicher Stabilität gewinnt“, erklärt
Heise. Auch beim Vergleich mit den USA konnte die Eurozone 2015 ein
erfreuliches Ergebnis erzielen: So scheint das Wachstum im Euroraum
mit geringeren Ungleichgewichten einherzugehen als die Vereinigten
Staaten, die in der Gesamtbewertung mit 5,5 Punkten deutlich unter
jener der Eurozone liegen.
„Kein Land befindet sich mehr im als kritisch definierten
Bewertungsbereich. Allerdings besteht auch noch einiger Spielraum
nach oben“, so Heise. Vor dem Hintergrund der aktuell steigenden
politischen Risiken in Europa seien Anstrengungen zur Förderung eines
stabilen Wachstums umso wichtiger. Die relativ günstigen
Konjunkturaussichten dürften es ermöglichen, wichtige
Strukturreformen und wenn nötig Haushaltssanierungen voranzutreiben.
Die ehemaligen „Problemländer“, wie Griechenland und Zypern, brauchen
noch ein paar Jahre, damit wieder von wirtschaftlicher Stabilität
gesprochen werden kann. Umgekehrt sollten sich Länder wie Deutschland
nicht zurücklehnen. „Ein Land, das sich in einem verbesserten Umfeld
zu langsam vorwärts bewegt, fällt im Vergleich zu den anderen
zurück“, so Heise abschließend.
Über den Allianz Euro Monitor
Der Allianz Euro Monitor ist ein makroökonomisches Monitoring- und
Frühwarnsystem zur Identifizierung bestehender und neu entstehender
gesamtwirtschaftlicher Ungleichgewichte. Der Schwerpunkt der Analyse
liegt auf den Risiken, die von einem unausgewogenen Wachstum
ausgehen. Der Euro Monitor bewertet die 19 Länder der Eurozone und
stellt eine Rangliste auf. Die Platzierung hängt von dem Beitrag ab,
den das jeweilige Land zu einem Wachstum ohne makroökonomische
Ungleichgewichte und damit zur Stabilität des Euroraums insgesamt
leistet. Die Publikation gibt einen umfassenden Überblick über die
aktuelle Situation in allen Ländern der Euro-Zone. Die Rangliste
setzt sich aus 20 Indikatoren in den vier Schlüsselkategorien
„Solidität der Staatsfinanzen“, „Wettbewerbsfähigkeit“,
„Beschäftigung und Produktivität“ und „Private Verschuldung und
Auslandsverschuldung“ zusammen. Staaten bekommen in jedem der 20
einzelnen Indikatoren einen Wert zwischen 1 und 10 zugewiesen – je
höher der Wert, desto besser die Performance.
Downloads im Internet unter
https://www.allianz.at/privatkunden/media-newsroom/
Foto: Dr. Wolfram Littich (© Allianz) – Abdruck honorarfrei
Foto: Prof. Dr. Michael Heise (© Allianz) – Abdruck honorarfrei
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Studie als PDF
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