Bekanntheit der Hebammen-Beratung im Mutter-Kind-Pass steigt langsam

Am 5. Mai wird auf der ganzen Welt der Internationale Hebammentag gefeiert. Die Hebammen nutzen diesen Tag, um auf aktuelle Themen in ihrem Arbeitsbereich aufmerksam zu machen.

Wien (OTS) - Seit zwei Jahren bietet der Mutter-Kind-Pass jeder Schwangeren die Möglichkeit, in der 18. bis 22. Schwangerschaftswoche eine einstündige Beratung durch eine Hebamme kostenlos in Anspruch zu nehmen. Dieses neue Angebot im Mutter-Kind-Pass wird langsam bekannter. Zurzeit nehmen es rund 1.000 Frauen pro Monat in Anspruch.

Mutter-Kind-Pass ermöglicht frühen Kontakt mit der Hebamme

„Wenn man bedenkt, dass bisher viele Frauen ihre Hebamme erstmals im Kreißsaal zu Gesicht bekommen haben, dann erscheint der Gedanke an eine Hebammen-Beratung in der 18. bis 22. Schwangerschaftswoche vielen Frauen recht früh.“, meint Petra Welskop, Präsidentin des Österreichischen Hebammengremiums. Sie ist jedoch überzeugt davon, dass der Zeitpunkt gut gewählt ist: „Rund um die 20. Schwangerschaftswoche ist die Pränataldiagnostik zumeist schon überstanden. Das Gespräch mit der Hebamme kann der Frau dabei helfen, sich nun zu entspannen und freudig auf die Schwangerschaft einzulassen.“

Welskop ist überzeugt davon, dass in Zukunft immer mehr Frauen von dem Gespräch mit der Hebamme profitieren werden. Welskop: „Die Frauen erfahren schon lange vor der Geburt die besondere Qualität von Hebammenarbeit. Die Hebamme nimmt sich viel Zeit für die Fragen und Unsicherheiten der Frau. Es geht um die Veränderungen des Körpers, um einen gesunden Lebensstil, um die Entwicklung des Babys und um die Sorgen der Frau. Wird alles gut gehen? Werde ich eine gute Mutter sein? Viele Frauen machen sich Sorgen, und wir Hebammen stärken sie in ihrem Vertrauen auf die eigenen Ressourcen.“

Eine Hebamme für das Beratungsgespräch im Mutter-Kind-Pass finden

2.100 Hebammen arbeiten in Österreich, knapp 950 von ihnen bieten das Beratungsgespräch im Mutter-Kind-Pass an. Am einfachsten findet man eine Hebamme über die Webseite des Österreichischen Hebammengremiums www.hebammen.at. Sie enthält in ihrer Hebammen-Suche im Eltern-Bereich zwei Suchoptionen: „Mutter-Kind-Pass Beratung“ und „MKP Beratung Kassenvertrag“. Durch Ankreuzen dieser beiden Felder findet man Hebammen in der Nähe des eigenen Wohnorts, die das Beratungsgespräch anbieten. Bei einer Hebamme mit „MKP Beratung Kassenvertrag“ muss man für die einstündige Beratung nichts bezahlen. Die Hebamme rechnet den Tarif in der Höhe von 50 Euro direkt mit der Krankenkasse ab. Bei der Hebamme ohne Kassenvertrag bezahlt man den Tarif von 50 Euro an die Hebamme, reicht die Rechnung bei der Krankenkasse ein und bekommt den vollen Betrag rückerstattet.

Was in der Hebammen-Beratung im Mutter-Kind-Pass zur Sprache kommt

Vor allem Erstgebärende kommen mit vielen Fragen in die Hebammen-Beratung: „Wie verändert sich mein Körper in der Schwangerschaft? Was ist normal? Wann muss ich mir Sorgen machen?“ Außerdem ist Ernährung ein wichtiges Thema. „Worauf sollte ich bei meiner Ernährung achten? Was muss ich ändern? Darf ich z.B. Kaffee trinken? Darf ich alles essen, worauf ich Lust habe?“

Frauen, deren Toxoplasmose-Test negativ war, machen sich Sorgen, dass sie gegen eine mögliche Infektion nicht immun sind. Unsicherheiten rund um dieses Thema kommen in der Hebammen-Beratung häufig zur Sprache.
Die Art der Geburt wird eher von Frauen angesprochen, die schon geboren haben. Einige haben beim ersten Kind Erfahrungen gemacht, die sie beim zweiten Mal vermeiden möchten. Sie wollen von der Hebamme wissen, was sie tun können, damit diesmal die Geburt anders läuft. Großes Interesse besteht auch an Geburtsvorbereitungskursen. „Welche Kurse gibt es? Welche empfiehlt die Hebamme? Wo finden die Kurse statt? Wer hält sie?“.

Bewegung in der Schwangerschaft wird von den Frauen eher selten angesprochen, das bringt die Hebamme ein. Frauen, die schon vor der Schwangerschaft Sport betrieben haben, sich regelmäßig und viel bewegt haben, tun das auch weiterhin. Die Hebamme kann jetzt aber auch jene Frauen erreichen, die bisher eher Bewegungsmuffel waren. Es ist einleuchtend, dass eine gute Kondition für den Verlauf der Geburt hilfreich ist. Lange Spaziergänge mit schnelleren Phasen zwischendurch können sich schon positiv auf die Kondition auswirken – dazu kann die Hebamme oftmals motivieren.

Auch ums Stillen geht es in der Hebammen-Beratung. Die Hebamme informiert die Frau über die Vorteile des Stillens und darüber, dass Stillschwierigkeiten zumeist recht einfach behoben werden können. Mutter und Kind gehen nach einer Geburt im Krankenhaus immer früher nach Hause und sind dann beim Milcheinschuss oft überfordert. Hebammen-Hausbesuche im Wochenbett zahlt die Krankenkasse, und sie helfen dabei, Probleme beim Stillen schon sehr früh zu erkennen und sie zu lösen, bevor sie zu echten Komplikationen führen.

Alkohol und Nikotin: Die Hebamme weist darauf hin, wie wichtig es ist, in der Schwangerschaft auf das Rauchen und auf Alkohol komplett zu verzichten. Auch das sprichwörtliche Gläschen Sekt zum Anstoßen sollte auf die Zeit nach der Geburt verschoben werden.

Hebammenbegleitung entspannt

Hebammen haben den gesunden Verlauf der Schwangerschaft im Blick. Dazu haben sie ein fundiertes Wissen und viel Erfahrung, und genau das empfinden viele Schwangere bei der Beratung im Mutter-Kind-Pass als sehr wohltuend. „Leider hat sich die ständige Suche nach möglichen Problemen in der Geburtshilfe stark in den Vordergrund geschoben. Viele Frauen sind verunsichert wegen pränataldiagnostischer Untersuchungen, und beim angstvollen Warten auf den jeweils nächsten Befund wird ganz vergessen, dass die Schwangerschaft eine einzigartige Zeit großer Veränderung ist, die bewusst wahrgenommen und möglichst auch genossen werden will.“, sagt Petra Welskop. „Der Körper einer gesunden Frau ist in den allermeisten Fällen für die Schwangerschaft und die Geburt gut gerüstet. Wir Hebammen kontrollieren, ob alles normal verläuft, und intervenieren so wenig wie möglich. Je sicherer sich die Frau fühlt, je vertrauensvoller sie auf die Geburt zugeht, desto besser wird die Geburt verlaufen und desto harmonischer wird der Start in das neue, gemeinsame Leben von Mutter und Kind sein.“

Weitere Informationen:
Österreichisches Hebammengremium
Präsidentin Petra Welskop
E-Mail: oehg@hebammen.at

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Mag. Elli Schlintl
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