• 30.04.2016, 12:36:22
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GPA-djp-Katzian: Wer Arbeitszeitverkürzung ausschließt, verschließt Augen vor der Realität

Volle Unterstützung für die Vorstöße von Sozialminister Stöger und ÖGB-Präsident Foglar

Utl.: Volle Unterstützung für die Vorstöße von Sozialminister Stöger
und ÖGB-Präsident Foglar =

Wien (OTS) - „Wer angesichts der Beschäftigungskrise in Europa und in
Österreich Arbeitszeitverkürzung als eine Maßnahme zur Bekämpfung von
Arbeitslosigkeit ausschließt, der verschließt die Augen vor der
Realität. Es ist nicht davon auszugehen, dass es in nächster Zeit
ausreichende Wachstumsraten gibt, um die Arbeitslosigkeit zu
vermindern. Während Hunderttausende auf Arbeitszeit Null gesetzt
sind, gibt es insbesondere in Österreich immer mehr Beschäftigte, die
zu lange arbeiten. Deshalb ist es sehr zu begrüßen, dass
Sozialminister Stöger von Seiten der Regierung und ÖGB-Präsident
Foglar dieses Zukunftsthema in Diskussion bringen“, so der
Vorsitzende der Gewerkschaft der Privatangestellten, Druck,
Journalismus, Papier (GPA-djp), Wolfgang Katzian.

„Die Stagnation in Sachen Arbeitszeitverkürzung ist endlich zu
überwinden, liegt doch die bestehende gesetzliche Regelung bereits 40
Jahre zurück. Auch die letzten Schritte in Kollektivverträgen wurden
vor nunmehr 25 Jahren gesetzt. Neben gesetzlichen und
kollektivvertraglichen Schritten sind jedoch auch die Bemühungen um
eine Reduktion von Überstunden zu intensivieren“, so Katzian.

Neben beschäftigungspolitischen Argumenten gibt es auch weitere, die
für eine neue Arbeitszeitpolititk sprechen. Wenn wir wollen, dass die
Menschen in Zukunft länger berufstätig und dabei gesund,
leistungsfähig, motiviert und kreativ bleiben, dann müssen die
Erwerbsbiografien in Zukunft anders aussehen. Dann brauchen wir neue
Arbeitszeitmodelle, die den ArbeitnehmerInnen mehr Zeit zum Leben
lassen, Zeit für Familienleben, Regeneration, Sport oder
Weiterbildung sowie für die Teilhabe am politischen und kulturellen
Leben“, erklärt der GPA-djp-Vorsitzende.

Zwt.: Arbeitszeitmodell von vorgestern, das Frauen benachteiligt

„Die derzeitige Arbeitszeitrealität sieht so aus, dass Männer
Vollzeit mit hohem Ausmaß an Überstunden arbeiten und Frauen in immer
größerem Ausmaß Teilzeit. Das ist kein modernes Gesellschaftsmodell,
sondern eines von vorgestern. Das Delta zwischen immer längeren
Arbeitszeiten bei Männern und kurzer Arbeitszeit für Frauen muss
daher geschlossen werden“, so Katzian.

Auch beim geltenden Urlaubsrecht werden Frauen benachteiligt. Seit
dem Jahr 1984 ist im österreichischen Urlaubsrecht eine sechste
Urlaubswoche vorgesehen, aber nur für ArbeitnehmerInnen, die 25 Jahre
im selben Unternehmen arbeiten.

„Vor allem Frauen erfüllen oft nicht diese notwendige Voraussetzung,
nämlich 25 Jahre Beschäftigung in ein und demselben Unternehmen. In
Wirklichkeit werden sie dafür bestraft, weil sie den Arbeitgeber
öfter wechseln und damit jene Flexibilität unter Beweis stellen, die
von den Unternehmen gefordert wird."

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