- 30.04.2016, 09:00:01
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Industrie zum 1. Mai: Arbeitgeber Industrie ist Motor für Wohlstand und Beschäftigung
IV-Präsident Kapsch: Standortvertrauen wiederherstellen – Wachstumsinvestitionen fördern – Historische Rekordarbeitslosigkeit wirksam bekämpfen
Utl.: IV-Präsident Kapsch: Standortvertrauen wiederherstellen –
Wachstumsinvestitionen fördern – Historische
Rekordarbeitslosigkeit wirksam bekämpfen =
Wien (OTS) - „Verschlechternde Standortbedingungen für heimische
Unternehmen und die dadurch entstandene historische
Rekordarbeitslosigkeit führen zu einer Abwärtsspirale, die auch am
diesjährigen ‚Tag der Arbeit‘ nicht haltmacht. Statt diese
verhängnisvolle Entwicklung durch unkluge wirtschaftspolitische
Entscheidungen weiter voranzutreiben, gilt es, endlich den Motor für
Wohlstand, Wachstum und damit Arbeitsplätze wieder zum Laufen zu
bringen. Dieser Motor ist und bleibt die österreichische Industrie“,
hielt der Präsident der Industriellenvereinigung (IV), Mag. Georg
Kapsch heute, Samstag, anlässlich der bevorstehenden Feierlichkeiten
zum „Tag der Arbeit“ fest. So beschäftige der servoindustrielle
Sektor – also Sachgütererzeugung, Bergbau, Energie und Bauwirtschaft
sowie industrienahe Dienstleistungen und die produktionsorientierten
Teile des Dienstleistungssektors – rund 1,92 Mio. Arbeitnehmerinnen
und Arbeitnehmer, für die rund 72 Mrd. Euro an Löhnen und
Lohnnebenkosten geleistet würden. „Berücksichtigt man auch die
indirekten Effekte auf die österreichische Volkswirtschaft, dann
generiert die Industrie 58,3 Prozent der heimischen Wertschöpfung und
sichert 2,5 Mio. Arbeitsplätze in unserem Land“, hob Kapsch hervor.
Die enorme Bedeutung der Industrie als Wachstums- und
Arbeitsplatzmotor sei damit „mehr als offensichtlich – ebenso die
enormen Gefahren, die falsche wirtschaftspolitischen
Rahmenbedingungen bergen und die wir derzeit zu spüren bekommen.“
Arbeitszeitverkürzung schafft höhere Arbeitslosigkeit
Zur Forderung nach Arbeitszeitverkürzung bei vollem Lohnausgleich
sagte Kapsch, diese sei „angesichts von Rekordarbeitslosigkeit,
niedrigem Wachstum und gerade im Vorfeld des ‚Tages der Arbeit‘
hochproblematisch und der völlig falsche Weg. Österreich braucht
bessere Rahmenbedingungen für Unternehmen, um so ein Klima zu
schaffen, in dem wieder investiert wird und Arbeitsplätze entstehen
können. Maßnahmen, die die rekordverdächtigen Arbeitskosten weiter
erhöhen und die Wettbewerbsfähigkeit des Standortes weiter
verschlechtern sind kontraproduktiv. Internationale Beispiele – allen
voran Frankreich – haben deutlich gezeigt, dass Arbeitslosigkeit
durch Arbeitszeitverkürzung steigt und nicht zurückgeht.
Arbeitszeitverkürzung ist aber der beste Vorschlag, um noch höhere
Arbeitslosigkeit in Österreich zu schaffen. Das kann nicht der Weg
sein“, so Kapsch.
Kapsch: Wettbewerbsfähigkeit und Standortvertrauen stärken,
Beschäftigung schaffen
„Tatsache ist, Österreich und die Menschen brauchen die Industrie.
Aber die Industrie braucht auch die Menschen. Wie die Industrie das
Rückgrat des heimischen Wirtschaftsstandortes ist, sind Fachwissen,
Fähigkeiten, Erfahrung und qualifizierte Mitarbeiterinnen und
Mitarbeiter das Rückgrat unserer Industriebetriebe“, betonte der
IV-Präsident. Damit das auch in Zukunft so bleiben und die
hausgemachten Probleme am Arbeitsmarkt beseitigt werden können,
brauche es eine Reihe an Maßnahmen, um die Wettbewerbsfähigkeit und
damit das Vertrauen in den Wirtschaftsstandort wieder herzustellen.
„Vor allem ist es eine Flut an kostenintensiver, lähmender
Bürokratie, die Betriebe zur massiven Zurückhaltung bei Investitionen
veranlasst. Hinzu kommen immer wieder aufkommende Debatten über noch
mehr Regulierung und eine im internationalen Vergleich sehr geringe
Flexibilität im Bereich Arbeitszeitrecht, um nur einige, wenige
Punkte zu nennen“, so Kapsch. Gerade letzteres sei im Sinne einer
zeitgemäßen Modernisierung im Interesse von Menschen und Unternehmen,
„denn es geht nicht darum, mehr zu arbeiten, sondern dann zu
arbeiten, wenn die Arbeit da ist. Es geht auch und gerade um die
Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Erste Schritte wurden bei der
aktiven Reisezeit gesetzt, weitere müssen im Bereich Gleitzeit
folgen.“
Kapsch: Kosten- und Regulierungsdruck reduzieren,
Investitionen in Wachstum und Beschäftigung ermöglichen
Flexibilität sei ein wesentlicher Faktor, das Hintanhalten
jeglicher weiterer Belastungsdiskussionen für Unternehmen ein
anderer. „So etwas untergräbt das Vertrauen in den Standort massiv.
Wachstumsinvestitionen werden nicht getätigt, Arbeitsplätze nicht
geschaffen – das kann sich Österreich schlichtweg nicht leisten“,
stellte der IV-Präsident klar, der auf die immer noch vorherrschende
Investitionszurückhaltung heimischer Unternehmen und die aus einem
hohen Kosten- und Regulierungsdruck resultierende Neigung zu
Rationalisierungs- und Ersatzinvestitionen verwies. Denn für viele
Betriebe stehe der kostenmäßige und bürokratische Aufwand einer
Erweiterung in keiner Relation mehr zu Nutzen und Rentabilität. „Wer
langfristig und nachhaltig Beschäftigung schaffen will, kann das nur
über die heimischen Betriebe und insbesondere über die Industrie
erreichen. Erste Maßnahmen zur Entlastung der Wirtschaft wurden
gesetzt. Dieser Weg muss zielstrebig weitergegangen und darf nicht
durch neue Belastungen oder Scheinlösungen wie etwa einer Abschottung
des heimischen Arbeitsmarktes konterkariert werden. Nur Unternehmen
können und wollen Arbeitsplätze schaffen – wenn man ihnen die
Möglichkeit dazu lässt“, schloss Kapsch.
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