• 25.04.2016, 12:28:45
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ANSCHOBER: 30 Jahre nach Tschernobyl: Schluss mit gefährlichen Experimenten!

Gefahr durch Ukraine-Vorhaben und Laufzeitverlängerungen

Utl.: Gefahr durch Ukraine-Vorhaben und Laufzeitverlängerungen =

Linz (OTS) - „30 Jahre nach der Atomkatastrophe von Tschernobyl
kämpfen wir gegen das Vergessen. In Europa werden
Laufzeitverlängerungen für die durchschnittlich schon 29 Jahre alten
Reaktoren diskutiert sowie Milliardensubventionen Großbritanniens für
ein Neubau-Projekt, welches zur Blaupause auch für einen
Temelin-Ausbau und andere werden würde. Zusätzlich sorgt der
ukrainische Energie-Minister für Aufsehen, der mit einem selbst von
AKW-Betreibern kritisierten Verfahren der Lastverschiebung in
ukrainischen AKW experimentieren möchte. Gleichzeitig sind die Folgen
in vielen Teilen Europas nach dem Supergau von Tschernobyl heute noch
messbar, nach wie vor sind Landstriche, auch in OÖ, von radioaktivem
Material betroffen, die Bergung der geschmolzenen Brennstäbe im
Unglücksreaktor Tschernobyl4 wird erst für die nächsten Jahrzehnte
geplant, Geld und Expertise fehlen dazu. Mit einer derartigen
Hochrisikotechnologie dürfen wir nicht experimentieren –
Radioaktivität kennt keine Grenzen, Atomkraft ist lebensgefährlich!
Atomkraft? Nein, danke!“, findet oö. LR Rudi Anschober klare Worte.
Wie die Umweltschutzorganisation Global 2000 heute bekannt gemacht
hat, plant der ukrainische Energieminister Demtschischin bis Ende des
Jahres eine tägliche „Lastverschiebung“ in den noch laufenden 15
Reaktoren in der Ukraine – bis zu 25 Prozent soll lt. Ministerium
täglich auf- und abgeregelt werden, aus Angst vor Energie-Engpässen
und einem Blackout. Das Verfahren der Lastverschiebung ist aber
hochriskant, wird selbst von der Atomindustrie abgelehnt, weil durch
die zusätzliche Belastung eine noch raschere Versprödung der
Reaktor-Druckbehälter droht.
Die Atomindustrie ist heute wirtschaftlich am Ende, was sich
besonders problematisch auswirkt: Die 129 in Betrieb befindlichen AKW
in der EU sind durchschnittlich bereits 29 Jahre alt. Um die
Milliardenkosten für notwendige Stilllegungen aufzuschieben, werden
Laufzeitverlängerungen beantragt. Das aber wäre ein gefährliches
Experiment: Mit zunehmender Betriebsdauer werden AKW noch riskanter,
weil die Anlagen für eine derartige Betriebsdauer nicht ausgelegt
sind, und Abnützungen sich verstärken.
Fünf Jahre nach der Atomkatastrophe von Fukushima und 30 Jahre nach
Tschernobyl verstärkt das oö. Umwelt-Ressort von LR Anschober darum
neuerlich die Antiatom-Offensive: Im Frühjahr wurde von LR Anschober
die ‚Allianz der Regionen für einen europaweiten Atomausstieg‘
gegründet, um den Einstieg in den europaweiten Atomausstieg
voranzutreiben und eine Renaissance dieser Hochrisikotechnologie zu
verhindern. Es geht erstens um das Stoppen von Neubauten von AKW
durch ein Unterbinden von geplanten Milliardensubventionen und
zweitens um das Verhindern von Laufzeitverlängerungen. 2016 und 2017
sind zwei richtungsweisende Jahre für Europa: Denn jetzt wird in der
Klage um das britische AKW-Projekt Hinkley Point entschieden, ob
Milliardensubventionen für AKW-Neubauten in der EU zulässig sind, und
ob Atomenergie als Klimaschutztechnologie anerkannt wird, wie von der
Atomlobby angestrebt.

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