ANSCHOBER: 30 Jahre nach Tschernobyl: Schluss mit gefährlichen Experimenten!

Gefahr durch Ukraine-Vorhaben und Laufzeitverlängerungen

Linz (OTS) - „30 Jahre nach der Atomkatastrophe von Tschernobyl kämpfen wir gegen das Vergessen. In Europa werden Laufzeitverlängerungen für die durchschnittlich schon 29 Jahre alten Reaktoren diskutiert sowie Milliardensubventionen Großbritanniens für ein Neubau-Projekt, welches zur Blaupause auch für einen Temelin-Ausbau und andere werden würde. Zusätzlich sorgt der ukrainische Energie-Minister für Aufsehen, der mit einem selbst von AKW-Betreibern kritisierten Verfahren der Lastverschiebung in ukrainischen AKW experimentieren möchte. Gleichzeitig sind die Folgen in vielen Teilen Europas nach dem Supergau von Tschernobyl heute noch messbar, nach wie vor sind Landstriche, auch in OÖ, von radioaktivem Material betroffen, die Bergung der geschmolzenen Brennstäbe im Unglücksreaktor Tschernobyl4 wird erst für die nächsten Jahrzehnte geplant, Geld und Expertise fehlen dazu. Mit einer derartigen Hochrisikotechnologie dürfen wir nicht experimentieren – Radioaktivität kennt keine Grenzen, Atomkraft ist lebensgefährlich! Atomkraft? Nein, danke!“, findet oö. LR Rudi Anschober klare Worte. Wie die Umweltschutzorganisation Global 2000 heute bekannt gemacht hat, plant der ukrainische Energieminister Demtschischin bis Ende des Jahres eine tägliche „Lastverschiebung“ in den noch laufenden 15 Reaktoren in der Ukraine – bis zu 25 Prozent soll lt. Ministerium täglich auf- und abgeregelt werden, aus Angst vor Energie-Engpässen und einem Blackout. Das Verfahren der Lastverschiebung ist aber hochriskant, wird selbst von der Atomindustrie abgelehnt, weil durch die zusätzliche Belastung eine noch raschere Versprödung der Reaktor-Druckbehälter droht.
Die Atomindustrie ist heute wirtschaftlich am Ende, was sich besonders problematisch auswirkt: Die 129 in Betrieb befindlichen AKW in der EU sind durchschnittlich bereits 29 Jahre alt. Um die Milliardenkosten für notwendige Stilllegungen aufzuschieben, werden Laufzeitverlängerungen beantragt. Das aber wäre ein gefährliches Experiment: Mit zunehmender Betriebsdauer werden AKW noch riskanter, weil die Anlagen für eine derartige Betriebsdauer nicht ausgelegt sind, und Abnützungen sich verstärken.
Fünf Jahre nach der Atomkatastrophe von Fukushima und 30 Jahre nach Tschernobyl verstärkt das oö. Umwelt-Ressort von LR Anschober darum neuerlich die Antiatom-Offensive: Im Frühjahr wurde von LR Anschober die ‚Allianz der Regionen für einen europaweiten Atomausstieg‘ gegründet, um den Einstieg in den europaweiten Atomausstieg voranzutreiben und eine Renaissance dieser Hochrisikotechnologie zu verhindern. Es geht erstens um das Stoppen von Neubauten von AKW durch ein Unterbinden von geplanten Milliardensubventionen und zweitens um das Verhindern von Laufzeitverlängerungen. 2016 und 2017 sind zwei richtungsweisende Jahre für Europa: Denn jetzt wird in der Klage um das britische AKW-Projekt Hinkley Point entschieden, ob Milliardensubventionen für AKW-Neubauten in der EU zulässig sind, und ob Atomenergie als Klimaschutztechnologie anerkannt wird, wie von der Atomlobby angestrebt.

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