• 22.04.2016, 11:17:41
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AK: „Halbe-halbe“: Wunsch da – Eltern mehr unterstützen!

AK fordert anlässlich AK Messe „Beruf Baby Bildung“ Rechtsanspruch auf Papamonat und weiteren Ausbau der Kinderbetreuung

Utl.: AK fordert anlässlich AK Messe „Beruf Baby Bildung“
Rechtsanspruch auf Papamonat und weiteren Ausbau der
Kinderbetreuung =

Wien (OTS) - Halbe-halbe bei Kinderbetreuung und Hausarbeit – eine
aktuelle AK Online-Umfrage bei 1.800 Frauen und Männern zeigt: Eltern
teilen sich zunehmend Kinderbetreuung und Hausarbeit. „Eltern
wünschen sich verstärkt eine partnerschaftliche Teilung bei
Kinderbetreuung und Hausarbeit. Aber leider passen oft die
Rahmenbedingungen nicht“, sagen AK Präsident Rudi Kaske und ÖGB
Vizepräsidentin Renate Anderl anlässlich der AK Messe „Beruf Baby
Bildung“. Die AK verlangt einen Rechtsanspruch auf einen Papamonat
und einen weiteren Ausbau der Kin-derbetreuung. Frauenministerin
Gabriele Heinisch-Hosek: „Um die partnerschaftliche Aufteilung von
Kinderbetreuung zu fördern, braucht es einen Papamonat für Väter, die
die erste prägende Zeit gemeinsam mit der Familie erleben möchten.
Die derzeit anstehende Reform des Kinderbetreuungsgeldes muss daher
gute Rahmenbedingungen für Partnerschaftlichkeit schaffen.“

Eine (nicht repräsentative) AK Online-Umfrage bei 1.300 Frauen und
500 Männern zeigt: Ein Fünftel der Frauen und ein Viertel der Männer
geben an, halbe-halbe bei der Hausarbeit zu machen. Ein Viertel der
Frauen und 42 Prozent der Männer sagen, sie teilen sich die
Kinderbetreuung.

Fakt ist aber, dass meist noch immer die Frauen bei
Kinderbetreuung und Hausarbeit die Hauptlast tragen. Das auch, weil
Unternehmen oft keine familienfreundlichen Arbeitszeiten anbieten.
Die Folge ist, dass viele Mütter Teilzeit arbeiten – oft auch
unfreiwillig. Vollzeitarbeit hingegen ist Männersache. Eine kürzlich
von der AK präsentierte Auswertung des Mikrozensus zeigt:
Vollzeitarbeitskräfte wollen durchschnittlich um eine Stunde und 48
Minuten pro Woche kürzer arbeiten, Teilzeitarbeitskräfte hingegen um
zwei Stunden und 42 Minuten länger.

Derzeit wird in Deutschland das Modell der sogenannten
Familienarbeitszeit diskutiert. Demnach sollen Eltern dann einen Teil
vom Vollzeitlohn ersetzt bekommen, wenn Mutter und Vater wegen der
Kinderbetreuung nur mehr 32 Stunden pro Woche arbeiten. Dieses Modell
findet auch in der AK Online-Umfrage bei Männern und Frauen großen
Anklang: Je 60 Prozent meinen, das wäre jedenfalls ein interessantes
Modell für sie. Ein Viertel meint, es könnte vielleicht ein
interessantes Modell für sie sein. Die Idee bewerten Ange-stellte,
ArbeiterInnen, öffentlich Bedienstete, Karenzierte und Jobsuchende
gleichermaßen positiv.

Eltern brauchen Unterstützung, damit halbe-halbe wirklich Realität
wird. Die AK fordert:
1. Rechtsanspruch auf Papamonat: Das Recht auf einen bezahlten
Papamonat gegen-über dem Arbeitgeber sollte gesetzlich verankert
werden.

2. Gleichstellungsbonus erfüllen: Mit der Reform des
Kinderbetreuungsgeldes soll der Gleichstellungsbonus von 1.000 Euro
kommen. Er belohnt Paare, die sich die Babypause gerecht aufteilen.

3. Ausbau von Kinderbetreuung und Kinderbildung: Der Bund muss den
Ausbau der Kinderbetreuung, besonders für Kinder unter drei Jahren,
unterstützen und die laufenden Kosten sicherstellen
(aufgabenorientierter Finanzausgleich). Gemeinden mit einem guten
Angebot an Kinderbetreuung und Kinderbildung sollen laufend mehr
Mittel bekommen.

4. Arbeitszeitwünsche im Betrieb erfassen: Viele Betriebe kennen die
Arbeitszeitwünsche der Beschäftigten nicht. Es ist notwendig, diese
im Betrieb systematisch zu erfassen und in der Personalplanung zu
berücksichtigen.

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