- 21.04.2016, 12:23:54
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Schultes: Nach Unterschrift des Weltklimavertrages sofort Maßnahmen setzen
Verbindliche Vorgaben: Österreich muss nicht warten, bis andere Länder beginnen
Utl.: Verbindliche Vorgaben: Österreich muss nicht warten, bis
andere Länder beginnen =
Wien (OTS) - "Das Klimaschutzabkommen bestätigt den notwendigen
Ausstieg aus der Kohle-, Öl- und Gasverbrennung. Die wichtigste
Vorgabe des Vertrags, den alle EU-Mitgliedstaaten unterzeichnen, ist
klar: Für die Begrenzung der Erderwärmung auf deutlich unter 2 °C
muss innerhalb von 30 Jahren die Verbrennung von Kohle, Öl und Gas
weltweit beendet werden. Nur dadurch kann das globale Ziel von
'Netto-Null-Treibhausgas-Emissionen' ab 2050 erreicht werden.
Österreich muss aber nicht warten, bis andere Länder mit der
Umsetzung der Pariser Vereinbarungen beginnen, es kann sofort zeigen,
dass es das Abkommen ernst nimmt und entsprechende verbindliche
Vorgaben machen", stellte LK Österreich-Präsident Hermann Schultes
unmissverständlich fest.
Österreich: Chance jetzt ergreifen
"Wir haben in Österreich mit unserem Know-how in den Bereichen
Umwelttechnik und erneuerbare Energien die große Chance, zu zeigen,
dass Klimaschutz und Energiewende Vorzeigemodelle mit sehr positiven
Beschäftigungs- und Wertschöpfungseffekten sein können. Wir müssen
diese zukunftsorientierte Chance mit voller Tatkraft ergreifen und
dürfen uns nicht von Akteuren, die krampfhaft an den klimaschädlichen
Energiesystemen der Vergangenheit festhalten wollen, beirren lassen",
ergänzte Schultes.
Biotreibstoff: Bekämpfung des Klimawandels
Biotreibstoffe sind doppelt klimawirksam. Völlig unverständlich
ist daher für Schultes die Tatsache, dass der mögliche Beitrag der
Landwirtschaft zur Bekämpfung des Klimawandels nach wie vor sträflich
unterschätzt wird: "Biotreibstoffe zeigen es heute schon vor, dass
sie wesentlich an der Eindämmung der Negativfolgen des Klimawandels
beteiligt sind. Statt fossilem Öl wird Biokraftstoff eingesetzt und
die Nebenprodukte der Treibstofferzeugung sind gentechnikfreie
Eiweißfuttermittel, die Sojaimporte aus der Dritten Welt ersetzen. Es
ist angesichts der ehrgeizigen Reduktionsziele des Klimavertrages
völlig absurd, in diesem Bereich nicht deutlich aktiver zu sein",
verlangte Schultes deutlich mehr Engagement im Bereich
Biotreibstoffe.
Biomasse und Biogas bei Ausstieg aus Fossil- und Atomenergie
enorm wichtig
Bioenergie aus Pflanzenmaterial ist der wichtigste erneuerbare
Energieträger in der EU und in Österreich. Eine besonders hohe
Bedeutung hat dabei das nachhaltig verfügbare Holz. Damit das
verpflichtende EU-Ziel für erneuerbare Energien erreicht wird, kommen
in Österreich nach derzeitigem Stand zirka 53% aus Bioenergie, etwa
38% aus Wasserkraft, rund 4% aus Windkraft, zirka 3% aus Photovoltaik
und Solarthermie sowie rund 2% aus Wärmepumpe und Geothermie.
"Wer die harten Fakten unseres Energiesystems kennt, sieht die
hohe Bedeutung von Bioenergie aus Pflanzenmaterial als wichtigsten
erneuerbaren Energieträger zur Erfüllung der EU-Verträge. Biomasse-
und Biogas-KWK-Anlagen liefern jahresdurchgängig mit hoher
Verlässlichkeit Strom und Wärme, ohne 'Dunkelflauten' in kalten
Winternächten. Die dezentralen Biomasse- und Biogasanlagen entlasten
damit das Stromnetz, erhöhen die Versorgungssicherheit und sparen
Kosten im Gesamtsystem. Mit der jetzigen Agitation gegen das
Ökostromregime will die Papierindustrie offensichtlich nur ein
planwirtschaftliches Vorkaufsrecht zum niedrigsten Preis für ihren
Holzeinkauf etablieren. Die Papierindustrie sollte sich besser mit
den enormen Subventionen für Kohle- und Atomkraftwerke befassen,
statt mit dem Schlechtreden der energetischen Holznutzung die gesamte
Wertschöpfungskette Holz zu schädigen. Sehr viele Ökostromanlagen
werden nämlich von der Säge- und Plattenindustrie betrieben und
tragen durch die verbesserte Wertschöpfung sehr wesentlich zum
wirtschaftlichen Erfolg dieser Betriebsstandorte bei", so Schultes.
Geschlossene CO2-Kreisläufe gegen Erderwärmung
"Mit der Unterzeichnung des Weltklimavertrages wurden klare
Zeichen gesetzt: Wer die Klimakatastrophe vermeiden will, muss die
Welt der fossilen Rohstoffe Schritt um Schritt verlassen und den
Kohlenstoffkreislauf wieder schließen. Das gilt für alle und jeden.
Unseren Bauern kommt dabei eine ganz besondere Rolle zu. Sie ernähren
die Bevölkerung, was in Paris auch gesondert hervorgehoben worden
ist, und wirtschaften dabei in kurzen geschlossenen Kreisläufen mit
der Sonne als Motor und einer immer besseren CO2-Bilanz. Die Land-
und Forstwirtschaft und mit ihr alle Menschen, die ihre Produkte zum
Leben brauchen, sind jedoch vom Klimawandel negativ betroffen.
Deshalb treten die Bauern aktiv dagegen an. Gute fachliche Praxis,
hervorragendes Know-how und optimale Effizienz in Pflanzenbau,
Tierzucht und Forstwirtschaft können in enger Zusammenarbeit mit
Forschung und Landtechnik die Beschleunigung des Klimawandels
dämpfen. All diese Bemühungen werden aber nur dann Erfolg haben, wenn
auch die übrigen Bereiche, vom Verkehr und der Bauwirtschaft über die
Industrie bis hin zu den Haushalten, auf geschlossene CO2-Kreisläufe
umstellen", so Schultes abschließend.
(Schluss)
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