Schultes: Nach Unterschrift des Weltklimavertrages sofort Maßnahmen setzen

Verbindliche Vorgaben: Österreich muss nicht warten, bis andere Länder beginnen

Wien (OTS) - "Das Klimaschutzabkommen bestätigt den notwendigen Ausstieg aus der Kohle-, Öl- und Gasverbrennung. Die wichtigste Vorgabe des Vertrags, den alle EU-Mitgliedstaaten unterzeichnen, ist klar: Für die Begrenzung der Erderwärmung auf deutlich unter 2 °C muss innerhalb von 30 Jahren die Verbrennung von Kohle, Öl und Gas weltweit beendet werden. Nur dadurch kann das globale Ziel von 'Netto-Null-Treibhausgas-Emissionen' ab 2050 erreicht werden. Österreich muss aber nicht warten, bis andere Länder mit der Umsetzung der Pariser Vereinbarungen beginnen, es kann sofort zeigen, dass es das Abkommen ernst nimmt und entsprechende verbindliche Vorgaben machen", stellte LK Österreich-Präsident Hermann Schultes unmissverständlich fest.

Österreich: Chance jetzt ergreifen

"Wir haben in Österreich mit unserem Know-how in den Bereichen Umwelttechnik und erneuerbare Energien die große Chance, zu zeigen, dass Klimaschutz und Energiewende Vorzeigemodelle mit sehr positiven Beschäftigungs- und Wertschöpfungseffekten sein können. Wir müssen diese zukunftsorientierte Chance mit voller Tatkraft ergreifen und dürfen uns nicht von Akteuren, die krampfhaft an den klimaschädlichen Energiesystemen der Vergangenheit festhalten wollen, beirren lassen", ergänzte Schultes.

Biotreibstoff: Bekämpfung des Klimawandels

Biotreibstoffe sind doppelt klimawirksam. Völlig unverständlich ist daher für Schultes die Tatsache, dass der mögliche Beitrag der Landwirtschaft zur Bekämpfung des Klimawandels nach wie vor sträflich unterschätzt wird: "Biotreibstoffe zeigen es heute schon vor, dass sie wesentlich an der Eindämmung der Negativfolgen des Klimawandels beteiligt sind. Statt fossilem Öl wird Biokraftstoff eingesetzt und die Nebenprodukte der Treibstofferzeugung sind gentechnikfreie Eiweißfuttermittel, die Sojaimporte aus der Dritten Welt ersetzen. Es ist angesichts der ehrgeizigen Reduktionsziele des Klimavertrages völlig absurd, in diesem Bereich nicht deutlich aktiver zu sein", verlangte Schultes deutlich mehr Engagement im Bereich Biotreibstoffe.

Biomasse und Biogas bei Ausstieg aus Fossil- und Atomenergie enorm wichtig

Bioenergie aus Pflanzenmaterial ist der wichtigste erneuerbare Energieträger in der EU und in Österreich. Eine besonders hohe Bedeutung hat dabei das nachhaltig verfügbare Holz. Damit das verpflichtende EU-Ziel für erneuerbare Energien erreicht wird, kommen in Österreich nach derzeitigem Stand zirka 53% aus Bioenergie, etwa 38% aus Wasserkraft, rund 4% aus Windkraft, zirka 3% aus Photovoltaik und Solarthermie sowie rund 2% aus Wärmepumpe und Geothermie.

"Wer die harten Fakten unseres Energiesystems kennt, sieht die hohe Bedeutung von Bioenergie aus Pflanzenmaterial als wichtigsten erneuerbaren Energieträger zur Erfüllung der EU-Verträge. Biomasse-und Biogas-KWK-Anlagen liefern jahresdurchgängig mit hoher Verlässlichkeit Strom und Wärme, ohne 'Dunkelflauten' in kalten Winternächten. Die dezentralen Biomasse- und Biogasanlagen entlasten damit das Stromnetz, erhöhen die Versorgungssicherheit und sparen Kosten im Gesamtsystem. Mit der jetzigen Agitation gegen das Ökostromregime will die Papierindustrie offensichtlich nur ein planwirtschaftliches Vorkaufsrecht zum niedrigsten Preis für ihren Holzeinkauf etablieren. Die Papierindustrie sollte sich besser mit den enormen Subventionen für Kohle- und Atomkraftwerke befassen, statt mit dem Schlechtreden der energetischen Holznutzung die gesamte Wertschöpfungskette Holz zu schädigen. Sehr viele Ökostromanlagen werden nämlich von der Säge- und Plattenindustrie betrieben und tragen durch die verbesserte Wertschöpfung sehr wesentlich zum wirtschaftlichen Erfolg dieser Betriebsstandorte bei", so Schultes.

Geschlossene CO2-Kreisläufe gegen Erderwärmung

"Mit der Unterzeichnung des Weltklimavertrages wurden klare Zeichen gesetzt: Wer die Klimakatastrophe vermeiden will, muss die Welt der fossilen Rohstoffe Schritt um Schritt verlassen und den Kohlenstoffkreislauf wieder schließen. Das gilt für alle und jeden. Unseren Bauern kommt dabei eine ganz besondere Rolle zu. Sie ernähren die Bevölkerung, was in Paris auch gesondert hervorgehoben worden ist, und wirtschaften dabei in kurzen geschlossenen Kreisläufen mit der Sonne als Motor und einer immer besseren CO2-Bilanz. Die Land-und Forstwirtschaft und mit ihr alle Menschen, die ihre Produkte zum Leben brauchen, sind jedoch vom Klimawandel negativ betroffen. Deshalb treten die Bauern aktiv dagegen an. Gute fachliche Praxis, hervorragendes Know-how und optimale Effizienz in Pflanzenbau, Tierzucht und Forstwirtschaft können in enger Zusammenarbeit mit Forschung und Landtechnik die Beschleunigung des Klimawandels dämpfen. All diese Bemühungen werden aber nur dann Erfolg haben, wenn auch die übrigen Bereiche, vom Verkehr und der Bauwirtschaft über die Industrie bis hin zu den Haushalten, auf geschlossene CO2-Kreisläufe umstellen", so Schultes abschließend.
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