OÖGKK-Arbeitsprogramm bis 2020

Ziele, Pläne und neue Investitionen

Linz (OTS) - Der neue OÖGKK-Vorstand nimmt gemeinsam mit der OÖGKK-Direktion ein dichtes Programm in Angriff. Die zentralen Punkte der 14. Funktionsperiode (2016 bis 2020): Neue Leistungen in der Versorgung, innovative Services für Kunden, bessere Gesundheitskompetenz, Investitionen in die Infrastruktur und ein Ausbau der Gesundheitsförderung.

Die OÖGKK hat nicht nur solide Rücklagen, sondern auch große Pläne für ihre Versichertengemeinschaft. Für OÖGKK-Obmann Albert Maringer geht beides Hand in Hand: „Unsere Versicherten erwarten eine Krankenkasse, die gut wirtschaftet und somit laufend neue und bessere Angebote schaffen kann. Diese Strategie verfolgt die OÖGKK seit Jahren erfolgreich. Unsere Versicherten bestätigen unser Handeln mit konstant hohen Zufriedenheitswerten: Die Schulnote 1,8 ist respektabel für eine Pflichtversicherung, die man nicht selbst wählen kann und daher eher kritisch bewertet. Auch im österreichweiten Kassenvergleich liegen wir damit im Spitzenfeld.“

Wesenauer: „Strategisches Dreieck“ statt Einzelaktionen

Hohe Kundenzufriedenheit, optimale Qualität und solide Finanzen – so lautet das strategische Dreieck des OÖGKK-Managements. Es wird auch das Programm bis 2020 prägen. OÖGKK-Direktorin Mag. Dr. Andrea Wesenauer erklärt: „Die kommenden fünf Jahre werden sinnvolle Innovationen und neue Angebote für die Versicherten der OÖGKK bringen. Wie in den Vorjahren werden wir nicht davon abweichen, nur Ma߬nahmen von hoher Qualität zu optimalen Kosten einzuführen.“ Die Politik kann Steuergelder auch für wahltaktische „Zuckerl“ ausgegeben. Doch die OÖGKK muss ihre Beitragsmittel sorgsam und zielbewusst einsetzen: Jede geplante Investition muss durch eine messbare Wirkung auf die Gesundheit der Versicherten belegt sein.

Ziel 1: Versorgung zukunftsorientiert ausbauen

Vor diesem Hintergrund bleibt eine wirksame Gesundheitsversorgung ein wesentliches Ziel der OÖGKK. In den nächsten fünf Jahren sollen zukunftsweisende Modelle ins bestehende Leistungsspektrum integriert werden. Die zentralen Maßnahmen:

• Primärversorgung stärken

Bis 2020 plant die OÖGKK den Ausbau von Netzwerken zur Primärversorgung. Dezidiert vereinbart ist die Errichtung des Primärversorgungszentrums Enns, das 2017 in Betrieb gehen wird. Weiters geht die OÖGKK von der Gründung eines Primärversorgungszentrums im Mühlviertel aus. Weitere Standorte werden sich aus Planungs- und Rechenmodellen ergeben und sind überdies mit den Partnern im Detail zu verhandeln. Den überwiegenden Teil der Kosten übernimmt die Sozialversicherung, den Rest das Land OÖ.

• Ausbau strukturierter Betreuungsprogramme

Das seit mehreren Jahren in OÖ etablierte Disease-Management-Programm (DMP) „Therapie Aktiv“ für Diabetiker wird laufend ausgebaut. Die Kosten teilen sich Sozialversicherung und Land OÖ zur Hälfte. Zudem soll im Jänner 2017 ein neues strukturiertes Betreuungsprogramm zur Herzinsuffizienz starten, das ebenfalls mit dem Land OÖ kofinanziert wird.

• Ausbau der psychischen Versorgung

Im Bereich Kinder- und Jugendpsychiatrie plant die OÖGKK den Ausbau der Facharztstellen. Zudem soll im Herbst 2016 ein Kinder- und Jugendkompetenzzentrum in St. Isidor in Betrieb gehen (kofinanziert mit Land OÖ). Weiters wird die psychotherapeutische Versorgung für Kinder und Erwachsene laufend ausgebaut, um die steigende Nachfrage abdecken zu können. Neue, zielgruppenorientierte Angebote entstehen ab 2016 auch in Zusammenarbeit mit Vereinen.

• Vorsorgeuntersuchung: Koloskopie im niedergelassenen Bereich

Die Vorsorgeuntersuchung soll um die Leistung der Darmspiegelung im niedergelassenen Bereich erweitert werden. Bisher wurde diese Leistung nur in Spitälern erbracht. Die OÖGKK rechnet mit rund 8.000 Koloskopien pro Jahr im Rahmen dieser neuen Leistung.

• Zahnbehandlung in Narkose

Auf dem Plan der OÖGKK stehen auch Zahnbehandlungen unter Narkose. In welchen Fällen und in welchen Einrichtungen diese Maßnahme sinnvoll und sicher angeboten werden kann, wird derzeit geprüft.

Ziel 2: Digitale Servicequalität ausbauen

OÖGKK-Kunden können schon heute viele Standard-Prozesse einfach online erledigen, etwa: Gesundmeldung, Einreichen der Wahlarztrechnung, Versicherungsdatenauszug, Ausdruck von Kostenerstattungsbestätigungen, Einsicht in das persönliche Pensionskonto oder die Abfrage des Versicherungsstatus („(Wie) bin ich versichert?“).
Im Vordergrund stehen für die OÖGKK jetzt Ausbau, Vereinheitlichung und Optimierung der Online-Services, die alle unter MeineSV für Versicherte auf der Homepage der OÖGKK zugänglich sind. Als Schwerpunktmaßnahme soll die elektronische Zustellung forciert werden. Das erspart Papier-, Porto- und Versandkosten sowie Wege von Ver¬sicherten und beschleunigt die Kommunikation.
Durch Bewerbung und die zunehmende Verbreitung der Handysignatur rechnet die OÖGKK mit einem jährlichen Anstieg der Nutzungszahlen von ca. 10 Prozent.

Maringer: „Neue Online-Dienste werden bestehende Kommunikationsmittel wie Brief oder E-Mail nicht ablösen, sondern stellen ein Zusatzangebot dar. Und sollten wir durch automatische Prozesse Personal frei bekommen, wird dessen Leistung in der persönlichen Beratung für die steigende Zahl komplexer Fälle dringend gebraucht.“

Ziel 3: Gesundheitskompetenz verbessern

Mit Partnern in der Sozialversicherung hat die OÖGKK ein Programm zur Stärkung der Gesundheitskompetenz erarbeitet: Das Gesundheitskompetenz-Coaching. Schrittweise und situationsgerecht sollen Versicherte auf die Bedeutung korrekter Gesundheits-informationen sensibilisiert werden. Ziel ist, für die Patienten die Ausbeute an Informationen aus Gesprächen mit dem Arzt oder anderen Therapeuten zu verbessern. Zudem unterstützt und ermuntert die OÖGKK ihre Versicherten, Gesundheitsinformationen aus Zeitschriften und Internet kritisch zu prüfen. Ein Schwerpunkt soll auf die Gesundheitskompetenz von Bevölkerungsgruppen gelegt werden, die sich mit Gesundheitsinformationen besonders schwer tun.
Die Schwerpunkte:

  • Gesundheitskompetenz-Coaching für gefährdete Gruppen
  • Schulung eigener Mitarbeiter

Maringer: „Ziel der Gesundheitskompetenz ist ein solides Verständnis für die eigene Gesundheit. Jeder Mensch soll verstehen, wie sein Körper funktioniert, was er benötigt, was ihm nützt. Dann kann man sein Leben in Sicherheit, Ruhe und Souveränität führen. Und wenn die Gesundheit wirklich Probleme macht, dann ist die OÖGKK als soziale Krankenversicherung ohnehin für jeden Menschen da.“

Ziel 4: Gesundheitsförderung weiter ausbauen

Schon jetzt bietet die OÖGKK mehr als 40 verschiedene Programme zur Gesundheitsförderung. Jede einzelne Maßnahme ist exakt abgestimmt auf Zielgruppen und deren Lebensverhältnisse. Die Schwerpunkte lauten „Schwangerschaft und Baby“ (Marke „… von Anfang an“), „Kinder und Jugend“, „Erwachsene und Senioren“ und „Betriebliche Gesundheitsförderung – BGF“.
Maringer: „Die OÖGKK-Strategie zur Gesundheitsförderung lautet: Wir holen die Leute dort ab, wo sie gerade stehen. Wir wollen nicht nur der führende Anbieter von Gesundheitsförderung in Oberösterreich bleiben, sondern unsere Leistungen sogar noch ausbauen. Entscheidend bleibt die Balance zwischen Angeboten für ein gesundes Verhalten und Angeboten für gesunde Lebensverhältnisse, etwa in Betrieben.“

• Neue Verhaltensangebot

Das Erfolgsprogramm „… von Anfang an“ für Schwangere und Babys wird ab Herbst 2016 erweitert: Die Kampagne „Unfall frei von Anfang an“ soll Eltern von Babys und Kleinkindern für Unfallgefahren im Alltag sensibilisieren – und handfestes Wissen zur Entschärfung der Gefahren vermitteln.

Neu aufgesetzt wird auch die Zahngesundheitsförderung für Kinder.

Die Kampagne „Rücken, mach mit!“ geht in die Verlängerung und wird sukzessive um zusätzliche Informationsangebote erweitert.

Für Senioren stellt die OÖGKK ab 2016 neue Bewegungsangebote vor. Im Zentrum stehen Kurse zur Sturzprävention für Senioren in ganz Oberösterreich sowie das Projekt „Bewegt im Park“.

Die psychische Gesundheitsförderung wird ebenfalls weiter ausgebaut:
Kurse wie „MindGuard“ werden verstärkt in bestehende Betreuungsprogramme integriert, etwa in die Betriebliche Gesundheitsförderung.
Dazu Wesenauer: „Wir wollen nicht zuwarten, bis noch mehr Menschen psychisch erkranken und zum ‚Fall‘ werden. Darum bauen wir nicht nur die psychische Versorgung aus, sondern stärken durch gezielte Angebote aktiv die psychische Gesundheit verschiedener Zielgruppen in deren Lebensumfeld.“

• Gesundheitsfördernde Gestaltung von Lebenswelten

Das Pilotprojekt „Gut begleitet von Anfang an“ ist erfolgreich abgeschlossen und wird landesweit ausgebaut. Die „Frühen Hilfen“ werden im nächsten Schritt auch in Wels, Steyr, Kirchdorf und Vöcklabruck angeboten – unter finanzieller Beteiligung vom Land OÖ.

Die Schulische Gesundheitsförderung wird um zusätzliches Angebot für Sekundarstufe I und II ausgebaut. Eine Fülle von Weiterbildungsangeboten für Pädagoginnen und Pädagogen bietet die OÖGKK in Kooperation mit der Pädagogischen Hochschule Oberösterreich an.

Bei der Betrieblichen Gesundheitsförderung (BGF) soll das Angebot für Klein- und Kleinstunternehmen erweitert werden.

Ein völliges Novum soll das Programm „Gesundheit selbst gemacht“ werden, das gerade in Konzeption ist. Geplant sind offen gestaltete Angebote für Städte und Gemeinden in ganz Oberösterreich, wobei alle gesundheitsrelevanten Themen vertreten sein werden. Dreh- und Angelpunkt werden die regionalen Kundenservicestellen der OÖGKK in ganz Oberösterreich sein.

Wesenauer: „Die OÖGKK investiert kräftig in Gesundheitsförderung, weil sich das für alle lohnt. Jährlich wächst dieser Budgetposten im zweistelligen Prozentbereich, laufend kommen neue Leistungen hinzu. Dieses Wachstum wollen wir beibehalten, um unsere Versicherten beim Gesundbleiben zu unterstützen.“

Ziel 5: Kundenorientierte Infrastruktur ausbauen

Die Infrastruktur der OÖGKK wird hart beansprucht: Pro Jahr betreten rund 1,2 Millionen Versicherte die Kundenservice-Bereiche aller OÖGKK-Standorte. Über 250.000 Menschen versorgt die OÖGKK in ihren 15 Zahngesundheitszentren. Und über 40.000 Patienten erhalten in den Gesundheitszentren der OÖGKK modernste Physiotherapie und Rehabilitation. Zudem frequentieren pro Jahr noch rund 5.700 Kurgäste die drei Kurhäuser der OÖGKK.

Wesenauer: „Viele unserer Gebäude sind diesen Kapazitäten nicht mehr gewachsen und in die Jahre gekommen. Die OÖGKK wird daher in den nächsten fünf Jahren dringende Bauvorhaben zukunftsorientiert umsetzen. Die Bauoffensive der OÖGKK wird auch in den kommenden Jahren intensiv weitergeführt. Durch diese Investitionen bleiben unsere Beiträge in Oberösterreich. Sie werden in bessere Gesundheitsleistungen und Services investiert. Überdies stärken wir die oberösterreichische Wirtschaft, vom Bau bis zur IT.“

Die größten Bauvorhaben im Detail:

• Neubau Kundenservice Linz-Kleinmünchen: Aufgrund der unbefriedigenden Raumsituation in Linz-Kleinmünchen wird das Gebäude komplett neu erbaut. Voraussichtlich im Dezember 2017 ist der Neubau abgeschlossen. Ab Juli 2016 ist die Kundenservicestelle Linz-Kleinmünchen in einem Ersatzquartier untergebracht.

• Neubau Linz-Hauptstelle: Ein veritables Großprojekt steht für die OÖGKK im Bereich Linz-Mitte an. Betroffen sind drei Bereiche: Die OÖGKK-Hauptstelle (Gruberstraße 77), die Conradkaserne-Vertragspartnerservice (Garnisonstraße 1) das alte OÖGKK-Zahnambulatorium (Derfflingerstraße 2a).
Der Plan sieht – kurz gefasst – folgende Maßnahmen vor: Die OÖGKK-Hauptstelle soll generalsaniert werden und einen Zubau erhalten, der die Arbeitsplätze aller Mitarbeiter beherbergen wird, die am Standort Linz-Mitte auf unterschiedliche Standorte verteilt sind. In diesem Zug erfolgt auch die unbedingt notwendige Sanierung des mehr als 40 Jahre alten Bestandes in der Gruberstraße. Die Conrad-kaserne wird abgerissen. An ihrer Stelle wird ein neues, hochmodernes OÖGKK-Zahngesundheitszentrum errichtet – und das alte Zahnambulatorium in der Derfflingerstraße ersetzen.

• Gesundheitszentrum und Kundenservice Vöcklabruck
Die OÖGKK baut in Vöcklabruck ein neues Gesundheitszentrum. Das Haus wird in der Schubertstraße errichtet und soll 2018 in Betrieb gehen. Der Neubau wird wesentlich besser als die derzeitige Kundenservicestelle den Anforderungen eines modernen, kundenorientierten Dienstleistungsbetriebs gerecht und Möglichkeiten für mehr Präventions- und Gesundheitsförderungsangebote bieten.

• Kundenservice Freistadt
Ein Neubau ist auch für die veraltete Kundenservicestelle Freistadt vorgesehen. 2016 laufen Ausschreibung und Verhandlungsverfahren. Baubeginn soll 2018 sein, Inbetriebnahme 2020.

Kostenvorschau: Geplante Investitionen in die Maßnahmen

Maringer: „Alleine die bereits beschlossenen Bauinvestitionen über die nächsten Jahre binden ein Finanzvolumen von ca. 70 Millionen Euro. Für den Ausbau der Versorgung, die Erweiterung der Gesundheitsförderungen und die weiteren Programmschwerpunkte werden wir weitere größere Investitionen tätigen. Solides Wirtschaften ist Grundlage dafür, dass wir die Herausforderungen der Zukunft aus eigener Kraft bewältigen. Unsere gebildeten Reserven sind nötig, um in finanziell schwierigen Zeiten – Stichwort Wirtschaftskrise – unsere laufenden Ausgaben von ca. 5,5 Millionen Euro pro Tag für Gesundheitsleistungen weiter finanzieren zu können. Daneben gilt es die Versorgung bedarfsgerecht auszubauen. Unser Programm 2020 berücksichtigt diese Anforderungen. Unsere Rücklagen bilden die Finanzbasis dafür.“

Rückfragen & Kontakt:

OÖGKK
Abt. Direktionsbüro und Kommunikation
Mag. Harald Schmadlbauer
Tel. 05 78 07 - 10 24 00

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