- 21.04.2016, 12:00:56
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OÖGKK-Arbeitsprogramm bis 2020
Ziele, Pläne und neue Investitionen
Utl.: Ziele, Pläne und neue Investitionen =
Linz (OTS) - Der neue OÖGKK-Vorstand nimmt gemeinsam mit der
OÖGKK-Direktion ein dichtes Programm in Angriff. Die zentralen Punkte
der 14. Funktionsperiode (2016 bis 2020): Neue Leistungen in der
Versorgung, innovative Services für Kunden, bessere
Gesundheitskompetenz, Investitionen in die Infrastruktur und ein
Ausbau der Gesundheitsförderung.
Die OÖGKK hat nicht nur solide Rücklagen, sondern auch große Pläne
für ihre Versichertengemeinschaft. Für OÖGKK-Obmann Albert Maringer
geht beides Hand in Hand: „Unsere Versicherten erwarten eine
Krankenkasse, die gut wirtschaftet und somit laufend neue und
bessere Angebote schaffen kann. Diese Strategie verfolgt die OÖGKK
seit Jahren erfolgreich. Unsere Versicherten bestätigen unser Handeln
mit konstant hohen Zufriedenheitswerten: Die Schulnote 1,8 ist
respektabel für eine Pflichtversicherung, die man nicht selbst wählen
kann und daher eher kritisch bewertet. Auch im österreichweiten
Kassenvergleich liegen wir damit im Spitzenfeld.“
Wesenauer: „Strategisches Dreieck“ statt Einzelaktionen
Hohe Kundenzufriedenheit, optimale Qualität und solide Finanzen – so
lautet das strategische Dreieck des OÖGKK-Managements. Es wird auch
das Programm bis 2020 prägen. OÖGKK-Direktorin Mag. Dr. Andrea
Wesenauer erklärt: „Die kommenden fünf Jahre werden sinnvolle
Innovationen und neue Angebote für die Versicherten der OÖGKK
bringen. Wie in den Vorjahren werden wir nicht davon abweichen, nur
Ma߬nahmen von hoher Qualität zu optimalen Kosten einzuführen.“
Die Politik kann Steuergelder auch für wahltaktische „Zuckerl“
ausgegeben. Doch die OÖGKK muss ihre Beitragsmittel sorgsam und
zielbewusst einsetzen: Jede geplante Investition muss durch eine
messbare Wirkung auf die Gesundheit der Versicherten belegt sein.
Ziel 1: Versorgung zukunftsorientiert ausbauen
Vor diesem Hintergrund bleibt eine wirksame Gesundheitsversorgung ein
wesentliches Ziel der OÖGKK. In den nächsten fünf Jahren sollen
zukunftsweisende Modelle ins bestehende Leistungsspektrum integriert
werden. Die zentralen Maßnahmen:
• Primärversorgung stärken
Bis 2020 plant die OÖGKK den Ausbau von Netzwerken zur
Primärversorgung. Dezidiert vereinbart ist die Errichtung des
Primärversorgungszentrums Enns, das 2017 in Betrieb gehen wird.
Weiters geht die OÖGKK von der Gründung eines
Primärversorgungszentrums im Mühlviertel aus. Weitere Standorte
werden sich aus Planungs- und Rechenmodellen ergeben und sind
überdies mit den Partnern im Detail zu verhandeln. Den überwiegenden
Teil der Kosten übernimmt die Sozialversicherung, den Rest das Land
OÖ.
• Ausbau strukturierter Betreuungsprogramme
Das seit mehreren Jahren in OÖ etablierte Disease-Management-Programm
(DMP) „Therapie Aktiv“ für Diabetiker wird laufend ausgebaut. Die
Kosten teilen sich Sozialversicherung und Land OÖ zur Hälfte. Zudem
soll im Jänner 2017 ein neues strukturiertes Betreuungsprogramm zur
Herzinsuffizienz starten, das ebenfalls mit dem Land OÖ kofinanziert
wird.
• Ausbau der psychischen Versorgung
Im Bereich Kinder- und Jugendpsychiatrie plant die OÖGKK den Ausbau
der Facharztstellen. Zudem soll im Herbst 2016 ein Kinder- und
Jugendkompetenzzentrum in St. Isidor in Betrieb gehen (kofinanziert
mit Land OÖ). Weiters wird die psychotherapeutische Versorgung für
Kinder und Erwachsene laufend ausgebaut, um die steigende Nachfrage
abdecken zu können. Neue, zielgruppenorientierte Angebote entstehen
ab 2016 auch in Zusammenarbeit mit Vereinen.
• Vorsorgeuntersuchung: Koloskopie im niedergelassenen Bereich
Die Vorsorgeuntersuchung soll um die Leistung der Darmspiegelung im
niedergelassenen Bereich erweitert werden. Bisher wurde diese
Leistung nur in Spitälern erbracht. Die OÖGKK rechnet mit rund 8.000
Koloskopien pro Jahr im Rahmen dieser neuen Leistung.
• Zahnbehandlung in Narkose
Auf dem Plan der OÖGKK stehen auch Zahnbehandlungen unter Narkose. In
welchen Fällen und in welchen Einrichtungen diese Maßnahme sinnvoll
und sicher angeboten werden kann, wird derzeit geprüft.
Ziel 2: Digitale Servicequalität ausbauen
OÖGKK-Kunden können schon heute viele Standard-Prozesse einfach
online erledigen, etwa: Gesundmeldung, Einreichen der
Wahlarztrechnung, Versicherungsdatenauszug, Ausdruck von
Kostenerstattungsbestätigungen, Einsicht in das persönliche
Pensionskonto oder die Abfrage des Versicherungsstatus („(Wie) bin
ich versichert?“).
Im Vordergrund stehen für die OÖGKK jetzt Ausbau, Vereinheitlichung
und Optimierung der Online-Services, die alle unter MeineSV für
Versicherte auf der Homepage der OÖGKK zugänglich sind. Als
Schwerpunktmaßnahme soll die elektronische Zustellung forciert
werden. Das erspart Papier-, Porto- und Versandkosten sowie Wege von
Ver¬sicherten und beschleunigt die Kommunikation.
Durch Bewerbung und die zunehmende Verbreitung der Handysignatur
rechnet die OÖGKK mit einem jährlichen Anstieg der Nutzungszahlen von
ca. 10 Prozent.
Maringer: „Neue Online-Dienste werden bestehende Kommunikationsmittel
wie Brief oder E-Mail nicht ablösen, sondern stellen ein
Zusatzangebot dar. Und sollten wir durch automatische Prozesse
Personal frei bekommen, wird dessen Leistung in der persönlichen
Beratung für die steigende Zahl komplexer Fälle dringend gebraucht.“
Ziel 3: Gesundheitskompetenz verbessern
Mit Partnern in der Sozialversicherung hat die OÖGKK ein Programm zur
Stärkung der Gesundheitskompetenz erarbeitet: Das
Gesundheitskompetenz-Coaching. Schrittweise und situationsgerecht
sollen Versicherte auf die Bedeutung korrekter
Gesundheits-informationen sensibilisiert werden. Ziel ist, für die
Patienten die Ausbeute an Informationen aus Gesprächen mit dem Arzt
oder anderen Therapeuten zu verbessern. Zudem unterstützt und
ermuntert die OÖGKK ihre Versicherten, Gesundheitsinformationen aus
Zeitschriften und Internet kritisch zu prüfen. Ein Schwerpunkt soll
auf die Gesundheitskompetenz von Bevölkerungsgruppen gelegt werden,
die sich mit Gesundheitsinformationen besonders schwer tun.
Die Schwerpunkte:
• Gesundheitskompetenz-Coaching für gefährdete Gruppen
• Schulung eigener Mitarbeiter
Maringer: „Ziel der Gesundheitskompetenz ist ein solides Verständnis
für die eigene Gesundheit. Jeder Mensch soll verstehen, wie sein
Körper funktioniert, was er benötigt, was ihm nützt. Dann kann man
sein Leben in Sicherheit, Ruhe und Souveränität führen. Und wenn die
Gesundheit wirklich Probleme macht, dann ist die OÖGKK als soziale
Krankenversicherung ohnehin für jeden Menschen da.“
Ziel 4: Gesundheitsförderung weiter ausbauen
Schon jetzt bietet die OÖGKK mehr als 40 verschiedene Programme zur
Gesundheitsförderung. Jede einzelne Maßnahme ist exakt abgestimmt auf
Zielgruppen und deren Lebensverhältnisse. Die Schwerpunkte lauten
„Schwangerschaft und Baby“ (Marke „… von Anfang an“), „Kinder und
Jugend“, „Erwachsene und Senioren“ und „Betriebliche
Gesundheitsförderung – BGF“.
Maringer: „Die OÖGKK-Strategie zur Gesundheitsförderung lautet: Wir
holen die Leute dort ab, wo sie gerade stehen. Wir wollen nicht nur
der führende Anbieter von Gesundheitsförderung in Oberösterreich
bleiben, sondern unsere Leistungen sogar noch ausbauen. Entscheidend
bleibt die Balance zwischen Angeboten für ein gesundes Verhalten und
Angeboten für gesunde Lebensverhältnisse, etwa in Betrieben.“
• Neue Verhaltensangebot
Das Erfolgsprogramm „… von Anfang an“ für Schwangere und Babys wird
ab Herbst 2016 erweitert: Die Kampagne „Unfall frei von Anfang an“
soll Eltern von Babys und Kleinkindern für Unfallgefahren im Alltag
sensibilisieren – und handfestes Wissen zur Entschärfung der Gefahren
vermitteln.
Neu aufgesetzt wird auch die Zahngesundheitsförderung für Kinder.
Die Kampagne „Rücken, mach mit!“ geht in die Verlängerung und wird
sukzessive um zusätzliche Informationsangebote erweitert.
Für Senioren stellt die OÖGKK ab 2016 neue Bewegungsangebote vor. Im
Zentrum stehen Kurse zur Sturzprävention für Senioren in ganz
Oberösterreich sowie das Projekt „Bewegt im Park“.
Die psychische Gesundheitsförderung wird ebenfalls weiter ausgebaut:
Kurse wie „MindGuard“ werden verstärkt in bestehende
Betreuungsprogramme integriert, etwa in die Betriebliche
Gesundheitsförderung.
Dazu Wesenauer: „Wir wollen nicht zuwarten, bis noch mehr Menschen
psychisch erkranken und zum ‚Fall‘ werden. Darum bauen wir nicht nur
die psychische Versorgung aus, sondern stärken durch gezielte
Angebote aktiv die psychische Gesundheit verschiedener Zielgruppen in
deren Lebensumfeld.“
• Gesundheitsfördernde Gestaltung von Lebenswelten
Das Pilotprojekt „Gut begleitet von Anfang an“ ist erfolgreich
abgeschlossen und wird landesweit ausgebaut. Die „Frühen Hilfen“
werden im nächsten Schritt auch in Wels, Steyr, Kirchdorf und
Vöcklabruck angeboten – unter finanzieller Beteiligung vom Land OÖ.
Die Schulische Gesundheitsförderung wird um zusätzliches Angebot für
Sekundarstufe I und II ausgebaut. Eine Fülle von
Weiterbildungsangeboten für Pädagoginnen und Pädagogen bietet die
OÖGKK in Kooperation mit der Pädagogischen Hochschule Oberösterreich
an.
Bei der Betrieblichen Gesundheitsförderung (BGF) soll das Angebot für
Klein- und Kleinstunternehmen erweitert werden.
Ein völliges Novum soll das Programm „Gesundheit selbst gemacht“
werden, das gerade in Konzeption ist. Geplant sind offen gestaltete
Angebote für Städte und Gemeinden in ganz Oberösterreich, wobei alle
gesundheitsrelevanten Themen vertreten sein werden. Dreh- und
Angelpunkt werden die regionalen Kundenservicestellen der OÖGKK in
ganz Oberösterreich sein.
Wesenauer: „Die OÖGKK investiert kräftig in Gesundheitsförderung,
weil sich das für alle lohnt. Jährlich wächst dieser Budgetposten im
zweistelligen Prozentbereich, laufend kommen neue Leistungen hinzu.
Dieses Wachstum wollen wir beibehalten, um unsere Versicherten beim
Gesundbleiben zu unterstützen.“
Ziel 5: Kundenorientierte Infrastruktur ausbauen
Die Infrastruktur der OÖGKK wird hart beansprucht: Pro Jahr betreten
rund 1,2 Millionen Versicherte die Kundenservice-Bereiche aller
OÖGKK-Standorte. Über 250.000 Menschen versorgt die OÖGKK in ihren 15
Zahngesundheitszentren. Und über 40.000 Patienten erhalten in den
Gesundheitszentren der OÖGKK modernste Physiotherapie und
Rehabilitation. Zudem frequentieren pro Jahr noch rund 5.700 Kurgäste
die drei Kurhäuser der OÖGKK.
Wesenauer: „Viele unserer Gebäude sind diesen Kapazitäten nicht mehr
gewachsen und in die Jahre gekommen. Die OÖGKK wird daher in den
nächsten fünf Jahren dringende Bauvorhaben zukunftsorientiert
umsetzen. Die Bauoffensive der OÖGKK wird auch in den kommenden
Jahren intensiv weitergeführt. Durch diese Investitionen bleiben
unsere Beiträge in Oberösterreich. Sie werden in bessere
Gesundheitsleistungen und Services investiert. Überdies stärken wir
die oberösterreichische Wirtschaft, vom Bau bis zur IT.“
Die größten Bauvorhaben im Detail:
• Neubau Kundenservice Linz-Kleinmünchen: Aufgrund der
unbefriedigenden Raumsituation in Linz-Kleinmünchen wird das Gebäude
komplett neu erbaut. Voraussichtlich im Dezember 2017 ist der Neubau
abgeschlossen. Ab Juli 2016 ist die Kundenservicestelle
Linz-Kleinmünchen in einem Ersatzquartier untergebracht.
• Neubau Linz-Hauptstelle: Ein veritables Großprojekt steht für die
OÖGKK im Bereich Linz-Mitte an. Betroffen sind drei Bereiche: Die
OÖGKK-Hauptstelle (Gruberstraße 77), die
Conradkaserne-Vertragspartnerservice (Garnisonstraße 1) das alte
OÖGKK-Zahnambulatorium (Derfflingerstraße 2a).
Der Plan sieht – kurz gefasst – folgende Maßnahmen vor: Die
OÖGKK-Hauptstelle soll generalsaniert werden und einen Zubau
erhalten, der die Arbeitsplätze aller Mitarbeiter beherbergen wird,
die am Standort Linz-Mitte auf unterschiedliche Standorte verteilt
sind. In diesem Zug erfolgt auch die unbedingt notwendige Sanierung
des mehr als 40 Jahre alten Bestandes in der Gruberstraße. Die
Conrad-kaserne wird abgerissen. An ihrer Stelle wird ein neues,
hochmodernes OÖGKK-Zahngesundheitszentrum errichtet – und das alte
Zahnambulatorium in der Derfflingerstraße ersetzen.
• Gesundheitszentrum und Kundenservice Vöcklabruck
Die OÖGKK baut in Vöcklabruck ein neues Gesundheitszentrum. Das Haus
wird in der Schubertstraße errichtet und soll 2018 in Betrieb gehen.
Der Neubau wird wesentlich besser als die derzeitige
Kundenservicestelle den Anforderungen eines modernen,
kundenorientierten Dienstleistungsbetriebs gerecht und Möglichkeiten
für mehr Präventions- und Gesundheitsförderungsangebote bieten.
• Kundenservice Freistadt
Ein Neubau ist auch für die veraltete Kundenservicestelle Freistadt
vorgesehen. 2016 laufen Ausschreibung und Verhandlungsverfahren.
Baubeginn soll 2018 sein, Inbetriebnahme 2020.
Kostenvorschau: Geplante Investitionen in die Maßnahmen
Maringer: „Alleine die bereits beschlossenen Bauinvestitionen über
die nächsten Jahre binden ein Finanzvolumen von ca. 70 Millionen
Euro. Für den Ausbau der Versorgung, die Erweiterung der
Gesundheitsförderungen und die weiteren Programmschwerpunkte werden
wir weitere größere Investitionen tätigen. Solides Wirtschaften ist
Grundlage dafür, dass wir die Herausforderungen der Zukunft aus
eigener Kraft bewältigen. Unsere gebildeten Reserven sind nötig, um
in finanziell schwierigen Zeiten – Stichwort Wirtschaftskrise –
unsere laufenden Ausgaben von ca. 5,5 Millionen Euro pro Tag für
Gesundheitsleistungen weiter finanzieren zu können. Daneben gilt es
die Versorgung bedarfsgerecht auszubauen. Unser Programm 2020
berücksichtigt diese Anforderungen. Unsere Rücklagen bilden die
Finanzbasis dafür.“
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