Internationaler Krankenhauslehrerkongress rückt Migration ins Zentrum

10. HOPE-Kongress über "Pädagogik im Spannungsfeld von Krankheit, Migration und Mehrsprachigkeit" - TeilnehmerInnen aus 23 Ländern - 10. bis 13. Mai im Wiener Kardinal König Haus

Wien (OTS) - Ein multidisziplinärer Kongress zum Thema "Pädagogik im Spannungsfeld von Krankheit, Migration und Mehrsprachigkeit" bringt ab 10. Mai ExpertInnen aus Bereichen wie Pädagogik, Linguistik, Medizin, Psychiatrie, Psychologie, Medizinanthropologie und Krankenpflege aus 23 Ländern nach Wien. Die Herausforderungen durch kulturelle und sprachliche Barrieren im Krankenhaus sind international hochaktuell.

Der 10. Kongress der Internationalen KrankenhauslehrerInnen-Organisation HOPE (Hospital Organisation of Pedagogues in Europe) findet vom 10. bis 13. Mai 2016 im Kardinal König Haus in Wien statt. Organisiert von LehrerInnen der Wiener Heilstättenschule, dem AHA-Verein (Austrian Hospital Teachers' Association) und der Höheren Schule im Spital (HIS) Salzburg sollen Vorträge und Workshops den Umgang mit den Themen Mehrsprachigkeit, Migration und den verschiedenen Vorstellungen von Krankheit in unterschiedlichen Kulturen beleuchten. Ziel ist der reflektierte Umgang mit SchülerInnen mit Migrationsgeschichte und anderen Herkunftssprachen als die offizielle Unterrichtssprache.

Die Vielfalt der Erstsprachen der SchülerInnen der Wiener Heilstättenschule, in der Kinder und Jugendliche an allen somatischen, psychosomatischen und psychiatrischen Abteilungen der Wiener Krankenhäuser, in tagesklinischen Einrichtungen und auch im Hausunterricht schulisch betreut werden, wird immer größer. "Unsere SchülerInnen bringen nicht nur viele Sprachen, sondern auch ihre Kulturen, unterschiedliche Vorstellungen von Krankheiten und z.T. einen anderen Umgang mit der Krankheit und dem Krankenhaus mit. Auch dies ist eine Herausforderung für alle im Krankenhaus Tätigen, die beim Kongress thematisiert wird", sagt die Wiener Heilstättenlehrerin Elke Huber-Lang, Programm-Managerin des HOPE-Kongresses.

Die unter der Leitung von Katharina Brizic im Sommersemester 2009 an Wiener Volksschulen durchgeführte Sprachenerhebung "Multilingual Cities" ergab, dass die Wiener Volksschulkinder über 100 verschiedene Erstsprachen sprechen. Laut der statistischen Übersicht "SchülerInnen mit anderen Erstsprachen als Deutsch" vom Bundesministerium für Bildung und Frauen betrug der Anteil dieser SchülerInnen im Schuljahr 2014/2015 an den Wiener Pflichtschulen 60 Prozent. Diese Zahlen dürften im heutigen Spitalsalltag noch höher liegen. So kommen manche schwerkranke Kinder und Jugendliche ohne Deutschkenntnisse wegen einer Krebserkrankung oder einer Transplantation nach Wien. Zudem finden die zuletzt stark wachsenden Migrationsbewegungen auch hier ihren Niederschlag.

"Der Kongress ist die erste Fortbildungsveranstaltung für KrankenhauslehrerInnen zu diesem Thema, das eine zentrale Herausforderung unserer Zeit und Gesellschaft ist", so Event-Koordinatorin Inge Schierer, ehemalige Direktorin der Wiener Heilstättenschule. "Mit unserem Thema scheinen wir einen Nerv getroffen zu haben: Aufgrund des starken internationalen Interesses mussten wir unsere Platzkapazitäten aufstocken und den Anmeldeschluss vorziehen."

Offiziell eröffnet wird der Kongress, zu dem rund 220 Teilnehmer erwartet werden, am 11. Mai durch den Wiener Stadtschulratspräsidenten Jürgen Czernohorszky. Die Schriftstellerin Julya Rabinowich hält den Eröffnungsvortrag. Hauptvorträge halten u.a. Inci Dirim, Professorin für Deutsch als Zweitsprache an der Universität Wien, Reinhard Topf, Leiter des psychosozialen Teams des St. Anna Kinderspitals, sowie die an der Kinder- und Jugendpsychiatrie des AKH Wien tätige Psychiaterin Türkan Akkaya-Kalayci, Leiterin des Lehrgangs für Transkulturelle Medizin und Diversity Care.

(S E R V I C E - 10. HOPE-Kongress zum Thema "Pädagogik im Spannungsfeld von Krankheit, Migration und Mehrsprachigkeit", 10. bis 13. Mai 2016 im Kardinal König Haus, 1130 Wien, Kardinal-König-Platz 3, www.hope2016vienna.eu)

Rückfragen & Kontakt:

Monika Jetz, Pressearbeit für den 10. HOPE-Kongress, Heilstättenlehrerin
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