• 14.04.2016, 13:11:43
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Offener Brief an DI Walter Ruck, Präsident der Wiener Wirtschaftskammer

Wiener Wirtschaftskammer kritisiert partielle Ringsperre durch Vienna City Marathon, obwohl deren Mitglieder profitieren

Utl.: Wiener Wirtschaftskammer kritisiert partielle Ringsperre durch
Vienna City Marathon, obwohl deren Mitglieder profitieren =

Wien (OTS) - Sehr geehrter Herr DI Ruck!

In Medienberichten wird Rainer Trefelik, Spartenobmann des Wiener
Handels in der Wirtschaftskammer Wien, zum Thema Großevent und
Sperren der Wiener Ringstraße wie folgt zitiert: „Heuer könnte nach
101 Ringsperren im Vorjahr wieder die Marke von 100 Demos geknackt
werden“. Auch wenn der Ring heuer „erst“ an 15 Tagen – also ein Mal
pro Woche – wegen Demos und Co. blockiert war, beginnt die große
Saison der Sperren erst. Weiters beklagt er einen Umsatzverlust der
Unternehmer von 50 Prozent und führt dabei in gleichem Atemzug an,
dass der Ring ab Freitag wegen des Marathons komplett gesperrt war.
„Der Frust ist groß“, resümiert Trefelik.

Erst vergangene Woche äußerte sich Markus Grießler, Obmann der Sparte
Tourismus in der Wirtschaftskammer, in Medienberichten ablehnend zum
Verkehrskonzept des Vienna City Marathon mit einhergehender
teilweiser Ringsperre, obwohl die Wirtschaftskammer gemeinsam mit
vielen weiteren Institutionen in die Erstellung eingebunden war und
dem Konzept zugestimmt hat.

Sehr geehrter Herr Präsident, ich als Veranstalter des Vienna City
Marathon erlaube mir hier einige Dinge klar zustellen. Es dürfte der
Aufmerksamkeit maßgeblicher Personen in der Wirtschaftskammer
entgangen sein, dass der Ring nicht komplett gesperrt wurde, sondern
nur partiell von der Stadiongasse bis Schottentor, zwischen Freitag
20:00 Uhr und Sonntag 20:00 Uhr. Aufgrund eines ausgeklügelten
Rückbaukonzeptes meiner Organisation und dem Mitwirken aller
beteiligten Gewerke am Sonntag nach dem Ende des größten
Sportereignis in Österreich, dem Vienna City Marathon, konnte die
Ringstraße im gesperrten Bereich, bereits um 19:35 Uhr freigegeben
werden.

Zu den angesprochenen Umsatzverlusten, möchten wir nicht in einen
Topf mit Demonstrationen oder anderen Veranstaltungen auf der Wiener
Ringstraße geworfen werden. Sicherlich ist Ihnen als Präsident der
Wiener Wirtschaftskammer die wirtschaftliche Bedeutung des Vienna
City Marathons bewusst. Wenn nicht, möchte ich Ihnen hier
übermitteln, dass an diesem Marathon Wochenende ca. 80.000
Nächtigungen durch die Teilnehmer, deren Begleitpersonen aber auch
durch unsere Organisation, unsere Sponsoren und beauftragten
Dienstleistungsunternehmen generiert werden. So lässt sich ein
gesamtwirtschaftlicher Nutzen für Hotellerie, Gastronomie und dem
Handel von weit über € 50.000.000,- (in Worten: fünfzig Millionen)
Euro errechnen. Und das jährlich. Sie werden also verstehen, dass wir
nicht als Belastung für diese Stadt dargestellt werden wollen,
sondern als eine bedeutende Veranstaltung, die sehr viel Geld in
diese Stadt spült.

Es trifft bei mir auf Verwunderung, dass ausgerechnet die Wiener
Wirtschaftskammer als Kritiker des VCM auftritt, wo doch deren
Mitglieder von der Durchführung profitieren. Sollten Sie von meinen
Argumenten nicht überzeugt sein, und der Meinung sein, dass der
Vienna City Marathon eine Belastung für diese Stadt ist, teilen Sie
mir doch bitte mit, dass Sie es begrüßen würden, dass diese
Veranstaltung im Interesse der Aufrechterhaltung des Straßenverkehrs
im partiell gesperrten Bereich auf der Wiener Ringstraße und im
Interesse der Wiener Wirtschaft, nicht mehr stattfinden soll. Ihre
Antwort erwarten wir sehr zeitnah, da wir bereits begonnen haben,
auch im kommenden Jahr wieder im Interesse der Wiener Wirtschaft
einen Vienna City Marathon zu organisieren.

Mit sportlichen Grüßen
Wolfgang Konrad, Veranstalter Vienna City Marathon

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | VCM

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