- 13.04.2016, 14:10:57
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Wirtschaftskammer-Forderungen nach Maulkorb sind abzulehnen!
GLOBAL 2000, Greenpeace und WWF fordern von Präsident Christoph Leitl ein Bekenntnis zur Energiewende in Österreich
Utl.: GLOBAL 2000, Greenpeace und WWF fordern von Präsident
Christoph Leitl ein Bekenntnis zur Energiewende in Österreich =
Wien (OTS) - Eine Woche vor der Vertragsunterzeichnung des
Klimaschutzabkommens von Paris lässt die Wirtschaftskammer mit
demokratiepolitisch bedenklichen Aussagen aufhorchen. In der heutigen
Aussendung fordert Stephan Schwarzer, Leiter der Umwelt- und
energiepolitischen Abteilung der Wirtschaftskammer, dass das
Umweltbundesamt keine Klimaschutzszenarien im Auftrag Dritter
durchrechnen solle.
„Das geht zu weit. Diese Forderung nach einem Maulkorb für
wissenschaftliche Institutionen weisen wir aufs Schärfste zurück. Wir
rufen die Wirtschaftskammer auf, wieder zu einem konstruktiven Dialog
zurück zu finden und die Meinung anderer zu respektieren. Sie muss
dazu beitragen, dass innovative Unternehmen die Chancen der
Energiewende nutzen können, statt nur veraltete Fossil-Technologien
zu vertreten. Präsident Christoph Leitl ist deshalb jetzt
aufgefordert von diesen Äußerungen Abstand nehmen und ein klares
Bekenntnis zur Energiewende in Österreich abzulegen,“ zeigen sich
Leonore Gewessler, Geschäftsführerin von GLOBAL 2000, Alexander Egit,
Geschäftsführer von Greenpeace und Jurrien Westerhof, politischer
Leiter vom WWF bestürzt.
Klares Bekenntnis zur Energiewende von Präsident Christoph Leitl
gefordert
Erst gestern hat das Umweltbundesamt ein Energiewendeszenario im
Auftrag von erneuerbaren Energie-Verbänden präsentiert, das vorsieht
ab 2020 nur noch Elektrofahrzeuge zuzulassen. Neue Diesel- und
Benzin-betriebene KFZ sollen dann nicht mehr in den Markt kommen.
Weiters soll der Einsatz fossiler Energie um 60 Prozent reduziert und
der Anteil erneuerbarer Energie auf 60 % gesteigert werden. Diese
Vorschläge kommen wenige Wochen bevor die Bundesregierung einen
Prozess zur Energiestrategie starten will.
Die Umweltschutzorganisationen GLOBAL 2000, Greenpeace und WWF
fordern Wirtschaftskammer-Präsident Christoph Leitl deshalb jetzt
auf, klarzustellen, dass sich die Wirtschaftskammer konstruktiv in
den Dialog einbringen wird und die Klimaziele von Paris für diesen
Prozess die Basis sein müssen. „Spätestens seit der Klimakonferenz in
Paris bewegt sich die gesamte Weltgemeinschaft in Richtung
Klimaschutz. Der dazu notwendige Totalumstieg von einer hauptsächlich
fossilen zu einer effizienten und völlig erneuerbaren
Wirtschaftsweise muss und kann gelingen. Notwendig sind dazu
allerdings ein rasches Handeln und eine konstruktive Haltung aller
wichtigen Akteure, auch der Wirtschaftskammer. Den Kopf in den Sand
zu stecken ist zu wenig. Eine Verweigerungshaltung von Funktionären
ist unverantwortlich und geht an der Realität der innovativen
Unternehmen in Österreich weit vorbei. Wirtschaft und Gesellschaft
brauchen eine verlässliche politische Strategie, um Teil einer
erfolgreichen Energiewende zu sein.“ so die VertreterInnen von GLOBAL
2000, Greenpeace und WWF abschließend.
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