- 13.04.2016, 09:30:01
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Allianz Invest: Unsicherheitsfaktoren versalzen Anlegern die Suppe
„Brexit“: Kopf-an-Kopf-Rennen bei Referendum erwartet Volatilitäten nehmen global zu, geopolitische Risiken steigen Empfehlung für Anleger: Aktien und Anleihen neutral gewichten
Utl.: „Brexit“: Kopf-an-Kopf-Rennen bei Referendum erwartet
Volatilitäten nehmen global zu, geopolitische Risiken steigen
Empfehlung für Anleger: Aktien und Anleihen neutral gewichten =
Wien (OTS) - Deutliche Kursverluste an den Aktienmärkten, null
Prozent Leitzins in der Eurozone, Verlangsamung des
Wirtschaftswachstums in China sowie vielschichtige geopolitische
Risiken: Das erste Quartal war nichts für schwache Nerven. Die zu
Jahresanfang prognostizierten Risiken haben sich zu Beginn des
zweiten Quartals weiter verstärkt. „Das aktuelle Bild an den
internationalen Börsen ist noch verschwommener als am Jahresanfang:
Die kommenden 71 Tage bis zum Referendum in Großbritannien
versprechen Spannung an den Märkten, gewürzt mit hoher Volatilität.
Ein potenzieller ‚Brexit‘ könnte den Anlegern ordentlich die Suppe
versalzen – und bleibt daher bis zum Referendum ein starker
Unsicherheitsfaktor. Faktisch werden aber mögliche Auswirkungen erst
am Tag X schlagend“, erklärte Martin Bruckner, Vorstandssprecher der
Allianz Investmentbank AG und Chief Investment Officer der Allianz
Gruppe in Österreich, am Mittwoch vor Journalisten.
„Brexit“-Szenario: UK-Aktienmärkte mit Kursverlusten,
schwächeres Wachstum
Die Wahrscheinlichkeit eines „Brexit“ wird aktuell von
Investmentbanken weltweit mit durchschnittlich 35 Prozent deutlich
geringer eingeschätzt als ein Verbleib Großbritanniens in der EU (65
Prozent). Derzeitige Meinungsumfragen zeigen ein
„Kopf-an-Kopf-Rennen“, Wettbüros in Großbritannien sind optimistisch,
dass ein „Brexit“ nicht eintritt. Sollte es tatsächlich zu einem
„Brexit“ kommen, erwartet die Allianz Invest langwierige und zähe
Verhandlungen auf politischer Ebene. Innerhalb Großbritanniens wäre
in diesem Szenario – neben zahlreichen anzunehmenden politischen
Veränderungen (beispielsweise Rücktritt Camerons) – seitens der Bank
of England eine vergleichsweise expansivere Geldpolitik möglich, was
zu niedrigeren Zinsen und fallenden Anleiherenditen führen würde.
Geringere Investitionen und Konsumausgaben wären ein Dämpfer für das
Wachstum in Großbritannien, langfristig würden Inflationsrisiken
steigen. Am britischen Aktienmarkt käme es kurzfristig wohl zu
fallenden Kursen, mittelfristig sollten Aktien auf die Schwäche des
britischen Pfund positiv reagieren, da die Großkonzerne stärker an
der globalen Wirtschaft hängen und deren Gewinne zuletzt unter der
Pfund-Stärke gelitten haben.
„Brexit“-Szenario: Potenzielle Ansteckungsgefahr für EU
Im Hinblick auf die Ansteckungsgefahr innerhalb der EU ist durch
einen „Brexit“ auch in anderen europäischen Staaten mit einem
Erstarken von regionalen politischen Bewegungen zu rechnen. Ein
„Brexit“ würde die EU-Gegner stärken, was zu einer Spread-Ausweitung
in der Peripherie führen könnte. In diesem Fall könnte sich die EZB
dazu verleitet fühlen, weitere geldpolitische Lockerungsmaßnahmen
anzugehen. Auf der Währungsseite würde der Euro gegenüber dem
britischen Pfund zulegen, gegenüber dem US-Dollar fallen. Auf der
Aktienseite könnten Euroland-Aktien unter der Verunsicherung leiden,
speziell, wenn die Allokation globaler Investoren reduziert wird. „Ob
Großbritannien in der EU bleibt, entscheidet der Wähler“, erklärt
Mag. Christian Ramberger, Geschäftsführer der Allianz Invest KAG.
„Die derzeitigen Indikatoren und Geldflüsse lassen keine klaren
Rückschlüsse zu, wie das Risiko aktuell an den Märkten eingepreist
ist: Aktien-Fondsmanager sind schon lange in Aktien des Vereinigten
Königreichs untergewichtet.“ Das „Brexit“-Risiko manifestiere sich
bisher vor allem in der Währung: Nach der längerfristigen Aufwertung
des britischen Pfunds in Relation zum Euro zeigt sich seit Jahresende
eine starke Trendwende.
Volkswirtschaftlicher Ausblick für das zweite Quartal
Wirft man einen Blick auf die volkswirtschaftlichen Prognosen für das
zweite Quartal, so zeigen sich global unterschiedliche Entwicklungen:
Die US-Wirtschaft hat sich bis zuletzt recht robust entwickelt. Auch
das Wachstum in der Eurozone verläuft solide – die chinesischen
Konjunkturdaten allerdings haben bis zuletzt enttäuscht. „Der
Inflationsdruck in den USA nimmt merklich zu, besonders in der
Kerninflation zeigt der Trend – vor allem durch den engen
Arbeitsmarkt – nach oben. In der Eurozone hingegen ist man weiter
weit von den Inflationszielen entfernt“, erklärt Ramberger. Ende 2015
ist in den USA die Zinswende erfolgt, aufgrund der revidierten
Wachstumsaussichten und Turbulenzen an den Finanzmärkten zeigt sich
die Fed vorerst bezüglich weiterer Zinserhöhungen zurückhaltend.
Ebenso bleibt die Geldpolitik auf globaler Ebene – auch ohne weitere
Maßnahmen von EZB und Bank of Japan – noch sehr expansiv.
Chancen für Anleger: Vorsichtige, neutrale Gewichtung
„Generell ist die Risikoaversion und damit einhergehend die
Volatilität an den Märkten deutlich gestiegen. Im derzeitigen Umfeld
raten wir den Anlegern daher dazu, Aktien und Anleihen neutral zu
halten“, erklärte Bruckner die Anlagestrategie der Allianz für das
kommende Quartal. Auf der Aktienseite empfiehlt die Allianz, USA und
Europa sowie Japan und die Emerging Markets neutral zu gewichten.
US-Aktien sind derzeit relativ teuer, der schwächere US-Dollar
unterstützt die Gewinnaussichten von global ausgerichteten
Unternehmen. Für Europa sprechen Wirtschaftserholung und expansive
Geldpolitik der EZB. Der Gewinntrend hat sich aber weiter eingetrübt.
Die Bewertungen erscheinen speziell im Vergleich zu Anleihen nach wie
vor attraktiv. Die Gewinnaussichten der exportorientierten
japanischen Unternehmen sind deutlich geringer als bisher erwartet,
das Bewertungsniveau erscheint günstig. Im Emerging Markets-Bereich
haben Investoren damit begonnen, ihre Untergewichte abzubauen. Auf
der Anleihenseite empfiehlt die Allianz, Unternehmensanleihen
überzugewichten, Staatsanleihen aus Europa und den Emerging Markets
neutral zu halten und jene aus den USA unterzugewichten. Durch den
Spread-Anstieg der letzten Monate sind Unternehmensanleihen wieder
attraktiver geworden. Durch das weiterhin niedrige
Wirtschaftswachstum, die niedrigen Inflationsraten und das
Kaufprogramm der EZB bleiben Staatsanleihen aus Europa gut
unterstützt. Bei den Emerging Markets-Anleihen konnte seit
Jahresbeginn eine starke Entwicklung verzeichnet werden.
Downloads im Internet unter
https://www.allianz.at/privatkunden/media-newsroom/
Foto: Martin Bruckner (© Allianz) – Abdruck honorarfrei
Foto: Mag. Christian Ramberger (© Allianz) – Abdruck honorarfrei
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