- 11.04.2016, 12:26:44
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KORRIGIERTE NEUFASSUNG der OTS0020: SOS Mitmensch: Bürgermeisterin Schwarzmann und Refugee-Convoy erhalten 13. Ute-Bock-Preis ...
...für Zivilcourage. Menschenrechtspreis als Signal gegen Abschottung und nationalistischen Egoismus
KORREKTUR ZU OTS_20160411_OTS0020
Utl.: ...für Zivilcourage. Menschenrechtspreis als Signal gegen
Abschottung und nationalistischen Egoismus =
Wien (OTS) - KORREKTUR: ACHTUNG, der Termin beginnt um 19.00 Uhr!
Korrigierte Neufassung:
SOS Mitmensch setzt mit der diesjährigen 13. Verleihung des
Ute-Bock-Preises für Zivilcourage ein deutliches Signal gegen
Abschottung, nationalistischen Egoismus und das im Stich lassen von
Menschen in Not. Ausgezeichnet werden die Vorarlberger
Bürgermeisterin Angelika Schwarzmann und die Initiative „Refugee
Convoy“. Die mit insgesamt 3.000 Euro dotierten Preise werden am 14.
April im Wiener Haus der EU überreicht. Als Rednerinnen werden
Christine Nöstlinger, Eva Blimlinger und Ulrike Lunacek erwartet.
Bürgermeisterin wehrte sich erfolgreich gegen Abschiebungen
Angelika Schwarzmann setzte sich als Bürgermeisterin der Vorarlberger
Gemeinde Alberschwende gegen die Abschiebung von syrischen
Flüchtlingen nach Ungarn ein, wo ihnen menschenunwürdige Behandlung
drohte. Schwarzmann verfasste gemeinsam mit Mitgliedern ihrer
Gemeinde ein „Manifest der Menschlichkeit“. Das Manifest richtete
sich gegen die Unzulänglichkeiten im europäischen Asylsystem und
gegen die berüchtigten Dublin-Abschiebungen. Die UnterzeichnerInnen
sprachen sich für gerechte Asylverfahren in einem sicheren Land aus.
Der Einsatz von Bürgermeisterin Angelika Schwarzmann und ihren
MitstreiterInnen war von Erfolg gekrönt. Den betroffenen Flüchtlingen
wurde schließlich das Recht auf ein Asylverfahren in Österreich
zuerkannt. Wie mutig und brisant das Handeln der Bürgermeisterin war,
zeigt sich daran, dass es im April 2015 zu einem Übergriff auf die
Asylunterkunft in Alberschwende kam.
Vorbild für eine andere Art der Politik
„Angelika Schwarzmann gehört zu jenen Politikerinnen und Politikern,
die Menschen in Not nicht im Stich lassen. Sie hat sich mutig und
unermüdlich für die in ihrem Ort gestrandeten syrischen Flüchtlinge
eingesetzt und sie vor der Rückschiebung nach Ungarn geschützt. Und
sie hat gemeinsam mit anderen Bürgerinnen und Bürgern ihres Ortes ein
beeindruckendes Manifest der Menschlichkeit verfasst. Angelika
Schwarzmann ist ein Vorbild für unsere Gesellschaft, aber auch für
eine andere Art von Politik“, betont Alexander Pollak, Sprecher von
SOS Mitmensch.
Autokonvoi half hunderten Flüchtlingen
Die von SOS Mitmensch ebenfalls preisgekrönte Initiative „Refugee
Convoy - Schienenersatzverkehr für Flüchtlinge“ half geflüchteten
Menschen in Ungarn und brachte Flüchtlinge nach Österreich. Die
Initiative startete zu einem Zeitpunkt als zigtausende Flüchtlinge
aufgrund des eingestellten Zugverkehrs in Ungarn festsaßen. Als die
österreichische und deutsche Regierung noch in Unschlüssigkeit
verharrten, ob sie den Geflüchteten die legale und sichere Ein- und
Durchreise gewähren sollen, schritt die Initiative voran und nahm in
einer unklaren Situation das Risiko auf sich, von der ungarischen und
österreichischen Justiz belangt zu werden. Dem ersten Convoy folgten
weitere. Insgesamt wurden mehrere hundert geflüchtete Menschen nach
Österreich und Deutschland gebracht. Die Staatsanwaltschaft nahm
gegen einige Teilnehmende wegen des Verdachts der Schlepperei
Ermittlungen auf. Es kam jedoch zu keinen Verfahren.
Grenzübergreifende Solidarität statt Abschottung
„Der Einsatz der Initiative „Refugee Convoy“ war wegweisend. Die
Convoy-Aktionen stehen für transnationale Hilfe und Solidarität und
somit für einen Gegenentwurf zur derzeit grassierenden Politik des
nationalistischen Egoismus und der Abschottung. Die Beteiligten haben
aufgezeigt, dass die Erschütterung über den Tod von Flüchtlingen nur
Heuchelei ist, solange nicht legale Fluchtwege geschaffen werden. Sie
haben zu einem Zeitpunkt Mut bewiesen als die Politik in Österreich
und Deutschland zögerte, Menschen in Not zu helfen. Es braucht mehr
solche transnationalen Initiativen in Europa“, so Pollak.
Preisreden von Christine Nöstlinger und Eva Blimlinger
Die Preisreden im Haus der EU werden von der Autorin Christine
Nöstlinger und der Rektorin der Akademie der bildenden Künste Eva
Blimlinger gehalten. Die Eröffnungsrede hält die Vizepräsidentin des
EU-Parlaments Ulrike Lunacek. Der Preis wird von SOS Mitmensch-Obmann
Max Koch und, sofern es ihre Gesundheit zulässt, von Ute Bock
überreicht. Die diesjährige Preisdotierung von 3.000 Euro wurde von
der RD Foundation Vienna von Ingrid und Christian Reder sowie von der
Unruhe Privatstiftung gespendet.
Ute-Bock-Preis und bisherige PreisträgerInnen
Der Ute-Bock-Preis für Zivilcourage wurde 1999 von SOS Mitmensch ins
Leben gerufen, um überdurchschnittliche Zivilcourage auszuzeichnen.
Die erste Preisträgerin war Ute Bock, ihr folgten Gertrude Hennefeld,
Vinzipfarrer Wolfgang Pucher, der Sozialarbeiter Bülent Öztöplu, die
Plattform Gerechtigkeit für Seibane Wague, LEFÖ, Ehe ohne Grenzen,
die Bleiberechtsplattform Oberösterreich, Elias Bierdel, fünf junge
Anti-AbschiebeaktivistInnen, der Polizist Uwe Sailer, die Refugees in
der Votivkirche, Siegfried Stupnig und die Initiative „Flucht nach
vorn“.
Ute-Bock-Preisverleihung Anmeldung unter [email protected] erforderlich Datum: 14.4.2016, um 19:00 Uhr Ort: Haus der Europäischen Union Wipplingerstraße 35, 1010 Wien
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