- 08.04.2016, 15:12:15
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NÖ Bauernparlament fordert Maßnahmen zur Marktstabilisierung
Steuerbefreiter Agrardiesel und forcierte Herkunftskennzeichnung notwendig
Utl.: Steuerbefreiter Agrardiesel und forcierte
Herkunftskennzeichnung notwendig =
St. Pölten (OTS) - In zahlreichen Sparten der heimischen Land- und
Forstwirtschaft (Milch-, Zuckerrüben- und Schweineproduktion) sind
die Bauern derzeit mit einer sehr schwierigen Marktlage konfrontiert.
Diese Situation erfordert außerordentliche Maßnahmen. "Die Märkte
müssen entlastet, Exporte forciert und die Erzeuger in ihrer
Marktpositionierung unterstützt werden", waren sich heute die
Mitglieder der Vollversammlung der Landwirtschaftskammer NÖ einig.
"Das Ungleichgewicht auf den Märkten verlangt neue, zeitlich
befristete EU-weit wirksame Steuerungsinstrumente. Es müssen Anreize
für die temporäre Rücknahme der Erzeugung geschaffen werden",
erklärte LK-Präsident Hermann
Schultes. Ein entsprechender von ihm in Brüssel eingebrachter
Vorschlag im Milchbereich soll am kommenden Montag im
EU-Agrarministerrat behandelt werden. Damit soll die Balance zwischen
Angebot und Nachfrage in Europa hergestellt werden, ohne
kartellrechtliche Bestimmungen zu verletzen. "Was bei der Milch
bereits in Bewegung ist, muss auch für andere Sparten ermöglicht
werden", so Schultes.
Steuerfreier Agrardiesel soll für mehr Wettbewerbsfähigkeit
sorgen
"In einer Zeit, in der die Erzeugerpreise derart stark nach unten
gehen, ist es nicht hinnehmbar, dass unsere Bäuerinnen und Bauern
auch noch die höchste Dieselbesteuerung in ganz Europa haben",
erklärte Schultes. Er sieht die Steuerfrage als wesentlichen Faktor
für die Wettbewerbsfähigkeit. Anders als in anderen EU-Ländern gibt
es in Österreich kein Entlastungsmodell für den Dieseleinsatz in der
Landwirtschaft. Die Einführung eines steuerbefreiten Agrardiesels ist
deshalb für die LK NÖ eine logische Konsequenz.
Herkunftskennzeichnung soll für mehr Transparenz beim
Außer-Haus-Verzehr sorgen
Der internationale Vergleich zeigt aber nicht nur in Bezug auf den
Agrardiesel Handlungsbedarf auf. Die Schweiz beispielsweise beweist,
wie mehr Wertschätzung und Wertschöpfung in der Landwirtschaft
erreicht werden können. Hier wurde mit der Herkunftskennzeichnung auf
Speisekarten in Kantinen und sogar beim Kebab-Stand die Chance für
die Forcierung regionaler Lebensmittel ergriffen.
"Niederösterreichs Landwirte erfüllen die höchsten
Produktionsstandards. Damit Konsumenten diese besonderen
Qualitätsunterschiede zu anderen Ländern auch erkennen, braucht es
mehr Transparenz. Der Außer-Haus-Verzehr steigt. Immer mehr Menschen
stärken sich in öffentlichen Kantinen. Systemgastronomen wie
McDonald's florieren. Genau hier ist es wichtig, dass die Konsumenten
wissen, woher ihr Essen tatsächlich kommt. Nur so können sie sich
bewusst entscheiden, ob sie etwas mehr ausgeben wollen, um
österreichische Qualität zu bekommen", gab Schultes zu bedenken.
Eine verpflichtende Herkunftskennzeichnung in der öffentlichen
Verpflegung wird in erster Linie für Fleisch und Eier gefordert. "Der
Koch soll auch weiterhin einkaufen können, wo er will. Uns geht es
nur darum, dass der Kunde es auch weiß und damit auch bewusst zum
besten Produkt greifen kann", so der LK-Präsident. Auch Wirte sollen
künftig auf freiwilliger Basis regionale Akzente für ihre Gäste
setzen können. Die einfache und unbürokratische Information über die
Herkunft bei Fleisch und Eiern soll laut Schultes für öffentliche
Verpflegungseinrichtungen sowie die Systemgastronomie und -hotellerie
gesetzlich verankert werden. "Für die Betreiber von Gasthäusern und
Restaurants wird das Bewusstsein für die Vorteile eine freiwillige
Kennzeichnung wachsen", ist der Präsident überzeugt.
Resolution verabschiedet
Die Vollversammlung der Landwirtschaftskammer NÖ hat sich in ihrer
heutigen Sitzung mit weiteren aktuellen Anliegen und Problemen der
Land- und Forstwirtschaft befasst und dazu eine Resolution
beschlossen. Diese kann auf http://www.aiz.info/ sowie auf
https://noe.lko.at/ als pdf-Dokument heruntergeladen werden.
(Schluss)
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