- 08.04.2016, 12:13:17
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Schultes zu Mercosur: Erst Folgen erforschen, dann Angebot machen
Thema steht auf Tagesordnung des EU-Agrarministerrats am Montag
Utl.: Thema steht auf Tagesordnung des EU-Agrarministerrats am
Montag =
Wien (OTS) - "Jetzt ist der denkbar schlechteste Zeitpunkt,
Südamerika im Rahmen der Mercosur-Verhandlungen ein Angebot zu
machen, das deutlich mehr Agrarimporte nach Europa zur Folge hätte.
Die EU-Landwirtschaft befindet sich zurzeit am Schweine-, Milch- und
Rindfleischmarkt in einer außerordentlich schweren und anhaltenden
Krise. Wenn in Europa schon jetzt tausende landwirtschaftliche
Betriebe um ihre Existenz kämpfen müssen, darf diese Situation
keinesfalls durch zusätzliche Mengen verschlechtert werden. Ehe man
diesen Ländern, die stark auf den Export agrarischer Produkte setzen,
Konzessionen anbietet, müssen die Auswirkungen eines
Mercosur-Abkommens auf dem Tisch liegen. Die letzte derartige
Berechnung ist über zehn Jahre alt", warnte LK Österreich-Präsident
Hermann Schultes die Europäische Kommission, die noch im April den
Mercosur-Staaten ein überarbeitetes Angebot unterbreiten möchte.
Keine Zusage ohne Folgenabschätzung
"Die Landwirtschaftskammer Österreich unterstützt Bundesminister
Andrä Rupprechter, der gemeinsam mit Frankreich, Irland und anderen
EU-Mitgliedstaaten diese Thematik beim kommenden Agrarministerrat
ansprechen wird. Man kann nicht mitten in einer Krise solche Angebote
machen, ohne die Folgen zu kennen. Die letzte derartige Studie hat
vor über zehn Jahren festgestellt, dass die für Österreich typische
extensive Milch- und Rinderwirtschaft vor allem in den
benachteiligten Gebieten existentiell gefährdet wäre. In der
Zwischenzeit hat sich Südamerika noch weiterentwickelt. So ist heute
Brasilien der viertgrößte Schweinefleisch-Exporteur und der
zweitgrößte Rindfleisch-Exporteur der Welt. Die EU hingegen befindet
sich in einer ernsten Marktkrise. Daher müssen die Folgen solcher
Angebote für stärkeren Marktzugang berechnet und die Konsequenzen
daraus auf EU-Ebene besprochen werden", verlangte Schultes.
(Schluss)
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