• 08.04.2016, 09:30:01
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Wehsely/Reischl/Aust/Herzog und Dressel: Integrierte Versorgung von Menschen mit Alkoholerkrankung in Wien geht in neue Phase

Präsentation 2. Phase des Projekts "Alkohol 2020"

Utl.: Präsentation 2. Phase des Projekts "Alkohol 2020" =

Wien (OTS) - Die erste Pilotphase des gemeinsamen Projekts von
Pensionsversicherungsanstalt (PVA), Wiener Gebietskrankenkasse (WGKK)
und Stadt Wien zur integrierten Versorgung von Menschen mit
Alkoholerkrankung in Wien unter dem Namen „Alkohol 2020“ war höchst
erfolgreich. Daher geht das Projekt nun in die zweite Phase über und
wird bis mindestens Ende 2018 verlängert.

„In die zeitgerechte und umfassende Hilfe für alkoholkranke Menschen
zu investieren bedeutet eine unmittelbare Verbesserung der
Lebensqualität für die Betroffenen. Darüber hinaus ist es aber auch
ökonomisch sinnvoll. Jeder investierte Euro erspart der Gesellschaft
ein Vielfaches an Folgekosten“, betont die Wiener Stadträtin für
Gesundheit, Soziales und Generationen Sonja Wehsely.

Die Eckpunkte des Projekts wie die individuelle, ganzheitliche
Versorgung auf Basis eines Modulsystems, der Fokus auf ambulante
Angebote, der möglichst geringe bürokratische Aufwand für die
PatientInnen und die gemeinsame Finanzierung und wirkungsorientierte
Steuerung durch Versicherungsträger und Stadt Wien bleiben bestehen
und werden weiter ausgebaut.

Mehr Kapazitäten, mehr Anspruchsberechtigte

Die Anzahl jener Menschen, die in das Projekt aufgenommen werden
können, wird deutlich erhöht. Bis Ende 2018 können rund 3200
alkoholkranke Menschen die Angebote in Anspruch nehmen.
Auch der Kreis jener Personen, die Zugang zum Projekt haben, wird
wesentlich vergrößert. Nun sind neben Versicherten der WGKK auch jene
WienerInnen anspruchsberechtigt, die bei der
Sozialversicherungsanstalt der gewerblichen Wirtschaft (SVA), der
Sozialversicherungsanstalt der Bauern (SVB), der Versicherungsanstalt
für Eisenbahnen und Bergbau (VAEB), der Versicherungsanstalt
öffentlich Bediensteter (BVA), der Krankenfürsorgeanstalt der
Bediensteten der Stadt Wien (KFA) oder einer der
Betriebskrankenkassen versichert sind, solange sie noch keine
Alterspension beziehen.

„Das Ziel von ,Alkohol 2020‘ ist es, den Betroffenen den Zugang zu
Behandlungs- und Rehabilitationsprogrammen möglichst einfach zu
machen. Da sich nun auch andere Versicherungsträger an dem Projekt
beteiligen und neue Betreuungsangebote hinzugekommen sind, können nun
durchschnittlich 100 Personen – statt bisher rund 30 – pro Monat
individuell betreut werden. Zum Teil können die Betroffenen während
der Behandlung oder der Rehabilitation zu Hause bei ihren Familien
sein und dem Beruf nachgehen. Bisher war das kaum möglich“, erklärt
Ingrid Reischl, Obfrau der Wiener Gebietskrankenkasse.

„Es ist uns wichtig, dass unseren Versicherten nun auch das
umfassende Angebot vom trägerübergreifenden Vorzeigeprojekt ,Alkohol
2020' zur Verfügung steht. Mit der Beteiligung am Ausbau dieses
Projektes setzten wir einen wichtigen Schritt und die Teilnahme zeigt
auch, dass diese einen wesentlichen Beitrag in unserer
Präventionsstrategie darstellt und in unserem Vorsorgeprogramm
‚Selbständig gesund’ das Thema Alkohol – vor allem der richtige
Umgang - ein eigenes Gesundheitsziel darstellt“, betont Alexander
Herzog, Obmann Stellvertreter der SVA.

Zusätzliche Versorgungsangebote und neue Therapiemethoden

In der zweiten Projektphase werden auch zusätzliche
Versorgungsangebote geschaffen, vor allem im ambulanten Bereich. Mit
Modulen zu Kontrolliertem Trinken und Trinkmengenreduktion werden
neue therapeutische Ansätze angeboten.

Die Serviceleistungen im regionalen Kompetenzzentrum, der zentralen
Anlaufstelle für PatientInnen, werden ausgebaut und intensiviert,
unter anderem in Form von längeren Öffnungszeiten und verstärktem
Case Management. Maßnahmen zur Erhaltung beziehungsweise
Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit werden dabei von Anfang an
mitgeplant.

„Unsere Daten zeigen, dass alkoholkranke Menschen weniger und
geringere Pensionsbeiträge leisten können, somit viel öfter
arbeitslos oder in Krankenstand sind und daher verstärkt frühzeitig
aus dem Arbeitsleben ausscheiden. Daher ist es so wichtig, dass wir
diese Personen mit dem Projekt ‚Alkohol 2020‘ frühzeitig erreichen,
um ihre Arbeitsfähigkeit erhalten oder wieder herstellen zu können.
Das gibt den Betroffenen nicht nur finanzielle Stabilität, sondern
auch eine positive Zukunftsperspektive“, betont Kurt Aust,
Generaldirektor-Stellvertreter der Pensionsversicherungsanstalt (PVA)
die Bedeutung von Maßnahmen zur beruflichen (Re-)Integration.

Intensive Zusammenarbeit mit Gesundheits- und
Sozialeinrichtungen

Die Zusammenarbeit mit Krankenanstalten und anderen Gesundheits- und
Sozialeinrichtungen wird verstärkt um künftig noch mehr alkoholkranke
Menschen in die für sie optimalen Versorgungsangebote zu vermitteln.

„Der integrierte Versorgungsansatz, der die Alkoholerkrankung in
ihrer Komplexität Rechnung trägt sowie die Wirkungsorientierung der
gesetzten Maßnahmen garantieren die bestmögliche Versorgung für
alkoholkranke Menschen. Ich hoffe, dass dieses erfolgreiche Modell
künftig auch in anderen Bundesländern übernommen wird. Erste
Interessensbekundungen gibt es bereits“, betont der Koordinator für
Sucht- und Drogenfragen der Stadt Wien, Michael Dressel abschließend.

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