Weltgesundheitstag: Lebenshilfe fordert barrierefreies Gesundheitswesen für Menschen mit intellektueller Beeinträchtigung

4 Empfehlungen der Lebenshilfe für gleichberechtigten Zugang zum Gesundheitswesen

Wien (OTS) - „Menschen mit intellektueller Beeinträchtigung haben laut UN-Behindertenrechtskonvention das Recht auf gleiche Qualität in der Gesundheitsversorgung wie andere auch“, so Lebenshilfe-Präsident Germain Weber. „Dazu braucht es ärztliche Versorgung in Reichweite, eine Sozialversicherung für Menschen in Tagesstrukturen, Barrierefreiheit auf allen Ebenen, die Schulung von medizinischem Personal und Menschen mit intellektueller Beeinträchtigung sowie eine gesicherte Datenlage für Österreich.“

Ärztliche Versorgung in Reichweite inklusive Sozialversicherung

„Für eine barrierefreie Gesundheitsversorgung sind österreichweite, qualitätsvolle Frühförderangebote und zentrale Anlaufstellen zur Information und Beratung nötig“, fordert der Lebenshilfe Präsident. „Darüber hinaus ist die Tätigkeit in Tagesstrukturen als sozialversicherungsrechtliches Dienstverhältnis anzuerkennen. Damit stehen Rehabilitations- und Kurangebote auch Menschen mit intellektueller Beeinträchtigung offen. Auch besachwaltete Personen sollen Zugang haben.“

Barrierefreiheit auf allen Ebenen – räumlich, kommunikativ, sozial

Wenn Arztpraxen für Menschen mit verschiedensten Mobilitätseinschränkungen zugänglich sind, können Spitalsbesuche bei kleineren gesundheitlichen Problemen vermieden werden.
Die Lebenshilfe empfiehlt ÄrztInnen, Informationsmaterial in leichter Sprache zu verwenden. Auch Patientinnen und Patienten, die (noch) nicht gut Deutsch sprechen, profitieren davon. Für die Untersuchung gilt es, ausreichend Zeit einzuplanen. „Hierfür braucht es allerdings auch eine ausreichende Honorierung dieses Mehraufwandes seitens der Krankenkassen“, erklärt Weber.

Schulungen von Personal und von Menschen mit Beeinträchtigungen

Medizinische Fachkräfte und angehende ÄrztInnen sollen im Rahmen ihrer Ausbildung Schulungen über existierende Beeinträchtigungsformen, damit verbundenen Erkrankungen und Verhaltensweisen und zum Umgang und der Kommunikation mit Menschen mit intellektueller Beeinträchtigung erhalten. Im Sinne einer umfassenden Gesundheitsförderung sollen Menschen mit intellektueller Beeinträchtigung durch Schulungen zu Expertinnen und Experten ihres eigenen Körpers und ihrer Gesundheit werden.

Bislang keine gesicherte Datenlage in Österreich

In Österreich fehlen gesicherte Daten und Statistiken zu sämtlichen Gesundheitsbereichen von Menschen mit intellektueller Beeinträchtigung. "Wir empfehlen eine anonymisierte Datenerhebung als Basis für eine flächendeckende und gemeindenahe Gesundheitsversorgung", so Weber.

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