• 06.04.2016, 11:00:01
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Heinisch-Hosek/Stöger: Mehr Väter-Engagement in Familien ermöglichen

Rahmenbedingungen für Väter verbessern – gemeinsames EU-Projekt

Utl.: Rahmenbedingungen für Väter verbessern – gemeinsames
EU-Projekt =

Wien (OTS/BMASK) - Immer mehr Männer möchten sich stärker an
Kindererziehung und Betreuungsarbeit beteiligen. Trotzdem zeigt die
gesellschaftliche Realität ein anderes Bild. Mit einem gemeinsamen
Projekt wollen Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek und
Sozialminister Alois Stöger dieser Diskrepanz begegnen. „Mit diesem
Projekt wollen wir Grundlagen und praktische Strategien für mehr
Väterbeteiligung schaffen“, betonen Heinisch-Hosek und Stöger bei der
Präsentation des Projekts. Das Ziel sei eine gerechtere Verteilung
von Karenz-, Betreuungs- und Arbeitszeiten.****

„Wir alle wissen, dass es weitere Anstrengungen und Maßnahmen
braucht, um eine gleichberechtigte Aufteilung von Kindererziehung und
Arbeitszeit für Elternpaare zu ermöglichen. Aus Sicht der
gesellschaftlichen und ökonomischen Gleichstellung von Frauen ist es
wichtig, dass sich Kinder und Berufsleben nicht länger ausschließen“,
so Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek.

Konzentration auf männerdominierte Branchen

Im Rahmen des Projekts soll das Thema auch im Detail beleuchtet
werden. „Vor allem in männerdominierten Branchen besteht
Aufholbedarf. Hier sind Väterkarenz oder vereinbarkeitsfreundliche
Arbeitszeit eher die Ausnahme als die Regel“, erklärt Sozialminister
Alois Stöger. Als „männerdominiert“ gelten jene Branchen, in denen
über 70 Prozent der Beschäftigten Männer sind. In Österreich sind das
„Bau“, „Herstellung von Waren“, „Verkehr“ sowie „Information und
Kommunikation“. Auf diese vier Bereiche wird im Rahmen des Projektes
ein besonderes Augenmerk gelegt.

„Elternkarenz, Elternteilzeit und hoffentlich auch bald ein
Papamonat für die Privatwirtschaft sind eine gute Ausgangsbasis. Aber
wir haben noch immer Nachholbedarf bei der Umsetzung, vor allem für
Väter“, bekräftigt Heinisch-Hosek.

Auf wissenschaftlicher Basis sollen neue Strategien und Modelle
entwickelt werden, die auf betrieblicher und sektoraler Ebene die
Beteiligung von Männern an der Karenz erhöhen und die Vereinbarkeit
von Beruf und Familie verbessern. „Was braucht es konkret, damit vor
allem in männerdominierten Branchen Väter leichter ihren Wunsch, sich
in der Familie stärker zu engagieren, tatsächlich umsetzen können –
diese Frage soll das Projekt beantworten“, erklärt der
Sozialminister.

Haushaltsrechner als Entscheidungshilfe

Teil des Projekts ist auch ein Online-Haushaltsrechner als
Werkzeug, um die finanziellen Auswirkungen der gleichmäßigen
Verteilung von gemeinsamer Betreuung und bezahlter Arbeit deutlich zu
machen.
Dazu kommen österreichweite „Mutual Learning Meetings“ mit
PraktikerInnen, ExpertInnen und SozialpartnerInnen, um Strategien zu
entwickeln, wie die betrieblichen Rahmenbedingungen für mehr
Väterbeteiligung und eine bessere Vereinbarkeit gestaltet werden
können.

Ein eigens erstelltes Handbuch für Betriebe und
SozialpartnerInnen soll Good-Practice-Beispiele aus Betrieben
enthalten, dazu sind spezifische Schulungen für BetriebsrätInnen
sowie eigens zu entwickelnde Seminare für Personalverantwortliche und
Unternehmen vorgesehen.

„Ich freue mich sehr, dass auch die Europäische Kommission dieses
Projekt unterstützt. Ich danke dem Sozialminister, der diese
Kooperation möglich gemacht hat sowie allen ProjektpartnerInnen, für
die ausgezeichnet Zusammenarbeit“, erklärt Frauenministerin
Heinisch-Hosek.

Das Projekt „Männer und Vereinbarkeit von Beruf und Familie: Wege
zur gerechten Verteilung von Karenz-, Betreuungs- und Arbeitszeiten“
wird federführend vom Sozialministerium in Kooperation mit dem
Bundesministerium für Bildung und Frauen, L&R Sozialforschung sowie
der Forschungs- und Beratungsstelle Arbeitswelt - FORBA sowie mit
Unterstützung durch Mittel des Programms der Europäischen Union für
„Rechte, Gleichstellung und Unionsbürgerschaft" (2014 - 2020) vom
10.12.15 bis 09.12.17 umgesetzt.
Projektpartner sind die Arbeiterkammer, der ÖGB und die
Industriellenvereinigung.

Am EU-Call haben sich 20 EU-Länder beteiligt, wobei davon 16
EU-Mitgliedsstaaten einen Zuschlag erhielten. Das Anbot des
Sozialministeriums in Kooperation mit den ProjektpartnerInnen erhielt
vom zuständigen Evaluierungsausschuss die zweitbeste Bewertung.
Gesamtkosten dieses EU-Projektes sind ca. 466.350 EURO, wobei die EU
davon 77,31% übernimmt (ca. 360.500 EURO) und Österreich als
nationale Kofinanzierung 22,69%. (schluss)

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