• 06.04.2016, 10:28:56
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Waldverband Österreich zum Mountainbiken: Forststraßen sind keine Sportstätten

Sie sollen die Bewirtschaftung des Waldes und damit die Waldpflege ermöglichen

Utl.: Sie sollen die Bewirtschaftung des Waldes und damit die
Waldpflege ermöglichen =

Wien (OTS) - "Forststraßen sind primär Arbeitsplatz. Sie schaffen
erst die Voraussetzung, den Wald überhaupt bewirtschaften zu können.
Sie nützen aber auch allen Bürgerinnen und Bürgern, denn so können
Waldbrände leichter gelöscht werden oder Ausflugsziele im Gebirge
sind leichter erreichbar. Dass nun einzelne Gruppen das
Betretungsrecht des Waldes zu Erholungszwecken auf eine generelle
Öffnung aller Forststraßen ausweiten wollen, zeugt von mangelndem
Respekt dieser Gruppen vor dem schutzsuchenden Wild,
erholungssuchenden Wanderern, vor der gefährlichen Waldarbeit und vor
privatem Eigentum", bringt Ök.-Rat Rudolf Rosenstatter, Obmann des
Waldverband Österreich, seine Gefühlslage auf den Punkt.

Rund 63.500 Mitglieder der Waldverbände erwirtschaften im Wald
Einkommen für ihre Familien und stellen auf diese Weise der
Gesellschaft alle anderen Waldwirkungen zur Verfügung. Bei einer
generellen Forststraßenöffnung würde sich das Haftungsrisiko auf den
eigenen Flächen massiv erhöhen. Zudem sind die allgemeine
Schadenersatzpflicht und die persönliche Verantwortlichkeit aller
Verkehrsteilnehmer, dazu zählen auch die Wanderer und Mountainbiker,
rechtlich keinesfalls ausschließbar.

"Es kann einem Berufsfahrer, der einen LKW mit schwerem Rundholz
auf einer engen Forststraße lenkt, nicht zugemutet werden, dass er
mit einem Fuß im Kriminal steht, wenn ein zu rasch heranbrausender
Mountainbiker einen Unfall verursacht. Um auf Nummer sicher zu gehen
und um rechtliche Konsequenzen zu verhindern, müsste das Waldgebiet
im Zuge von Holzerntemaßnahmen wesentlich großräumiger als bisher
gesperrt werden. Dadurch wüsste auch das Erholungsgebiet für
Fußgänger und Wanderer massiv eingeschränkt werden. Dies kann wohl
nicht das Ziel der Mountainbiker sein", gibt Rosenstatter zu
bedenken.

Zahlreiche Zwischenfälle bestätigen heute schon, dass sich ein
relativ großer Teil der Mountainbiker nicht an die selbst erstellten
Verhaltensregeln oder an noch so korrekt aufgestellte Sperrtafeln
halten. "Die Beteuerung der Befürworter einer Öffnung, sich an
Fair-Play-Regeln zu halten, ist ein leeres Versprechen.
Fair-Play-Regeln stellen ein rechtliches Nichts dar. Damit
insbesondere bei Unfällen mit Personenschaden 'Schwarze Schafe'
identifiziert und zur Rechenschaft gezogen werden können, fordern
auch wir eine Kennzeichenpflicht für Mountainbikes", so Rosenstatter
abschließend.
(Schluss)

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