Mountainbiken: Bevölkerung will vertragliche Lösungen

Wohlmacher: Zahlreiche Forderungen der Freizeitgesellschaft müssen gelenkt werden

Wien (OTS) - Bereits 100.000 Österreicherinnen und Österreicher haben die Unterschriftenaktion "Sicherheit im Wald für alle" unterstützt. Diese Initiative spricht sich für einen bedarfsorientierten Ausbau an Mountainbike-Strecken im Wald, aber gegen eine generelle Öffnung der Forststraßen aus. Nach einer Umfrage des Meinungsforschungsinstitutes GfK stimmen 87% der Bevölkerung zu, dass Mountainbiken nur auf eigens dafür gekennzeichneten Routen erlaubt sein soll. Satte 84% lehnen es ab, Mountainbiken generell im Wald zu erlauben. "Diese Ergebnisse der Meinungsumfrage werden durch den großen Zuspruch zu unserer Aktion bestätigt. Die Bevölkerung möchte auch in Zukunft im Wald ungestört wandern und die Ruhe genießen können", zeigt sich Dipl.-Ing. Mag. Johannes Wohlmacher, Präsident des Österreichischen Forstvereins, über den Erfolg der Unterschriftenaktion erfreut.

"Es ist unbestritten, dass das Ökosystems des Waldes beeinträchtigt wird, wenn alle Forststraßen generell geöffnet werden müssen. Studien zeigen, dass es massive Auswirkungen auf Wild und Natur gibt, ganz im Gegensatz zu den beschwichtigenden Aussagen der Befürworter einer Forststraßenöffnung. Die im Vergleich zu Wanderern mobileren Mountainbiker legen größere Strecken in derselben Zeit zurück und beunruhigen dadurch auch eine größere Zahl an Wildtieren pro Zeiteinheit. Auch sind die Fluchtstrecken von Alpengämsen bei Mountainbikern höher als bei Wanderern, was den Energiehaushalt der Tiere negativ beeinflusst. Durch die gezielte, naturverträgliche Ausweisung von Wegen, auf denen Mountainbiking gestattet ist, kann eine zusätzliche und unnötige Beunruhigung für Wildtiere vermieden werden", so der Präsident.

Die zahlreichen Forderungen unserer Freizeitgesellschaft, wie Drachenfliegen, Geocatching oder Mountainbiken im Wald, müssen dringend gelenkt werden. "Öffnen wir alle Forststraßen für Mountainbiker, verlangen auch alle anderen, bis hin zu den Motocrossfahrern, dieses Recht. Daher müssen die Lenkungsmöglichkeit und die Rechtssicherheit durch das Forstgesetz in der derzeitigen Form gewahrt bleiben", stellt Wohlmacher klar.

Auch für Radfahrurlaube muss man nicht zwingend ins Ausland fahren. "Es haben sich Mountainbiker-Zentren, wie Saalbach, Sölden oder der Zauberberg am Semmering herauskristallisiert. Gemäß Tourismus-Monitor Austria Befragung sind 47% der Touristen mit dem Mountainbike-Angebot 'sehr zufrieden'. Nur 1% war 'eher enttäuscht'", informiert Wohlmacher.

"Wo zusätzlicher Bedarf an Routen artikuliert wird, soll diesem auf naturverträgliche Weise nachgekommen werden. Die Kompromissbereitschaft für ein faires Miteinander vermisse ich leider bei all jenen, die 100% vom anderen fordern, selbst aber nichts zur Lösung beitragen wollen", gibt Wohlmacher abschließend zu bedenken.

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