- 06.04.2016, 10:08:29
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Mountainbiken: Bevölkerung will vertragliche Lösungen
Wohlmacher: Zahlreiche Forderungen der Freizeitgesellschaft müssen gelenkt werden
Utl.: Wohlmacher: Zahlreiche Forderungen der Freizeitgesellschaft
müssen gelenkt werden =
Wien (OTS) - Bereits 100.000 Österreicherinnen und Österreicher haben
die Unterschriftenaktion "Sicherheit im Wald für alle" unterstützt.
Diese Initiative spricht sich für einen bedarfsorientierten Ausbau an
Mountainbike-Strecken im Wald, aber gegen eine generelle Öffnung der
Forststraßen aus. Nach einer Umfrage des Meinungsforschungsinstitutes
GfK stimmen 87% der Bevölkerung zu, dass Mountainbiken nur auf eigens
dafür gekennzeichneten Routen erlaubt sein soll. Satte 84% lehnen es
ab, Mountainbiken generell im Wald zu erlauben. "Diese Ergebnisse der
Meinungsumfrage werden durch den großen Zuspruch zu unserer Aktion
bestätigt. Die Bevölkerung möchte auch in Zukunft im Wald ungestört
wandern und die Ruhe genießen können", zeigt sich Dipl.-Ing. Mag.
Johannes Wohlmacher, Präsident des Österreichischen Forstvereins,
über den Erfolg der Unterschriftenaktion erfreut.
"Es ist unbestritten, dass das Ökosystems des Waldes
beeinträchtigt wird, wenn alle Forststraßen generell geöffnet werden
müssen. Studien zeigen, dass es massive Auswirkungen auf Wild und
Natur gibt, ganz im Gegensatz zu den beschwichtigenden Aussagen der
Befürworter einer Forststraßenöffnung. Die im Vergleich zu Wanderern
mobileren Mountainbiker legen größere Strecken in derselben Zeit
zurück und beunruhigen dadurch auch eine größere Zahl an Wildtieren
pro Zeiteinheit. Auch sind die Fluchtstrecken von Alpengämsen bei
Mountainbikern höher als bei Wanderern, was den Energiehaushalt der
Tiere negativ beeinflusst. Durch die gezielte, naturverträgliche
Ausweisung von Wegen, auf denen Mountainbiking gestattet ist, kann
eine zusätzliche und unnötige Beunruhigung für Wildtiere vermieden
werden", so der Präsident.
Die zahlreichen Forderungen unserer Freizeitgesellschaft, wie
Drachenfliegen, Geocatching oder Mountainbiken im Wald, müssen
dringend gelenkt werden. "Öffnen wir alle Forststraßen für
Mountainbiker, verlangen auch alle anderen, bis hin zu den
Motocrossfahrern, dieses Recht. Daher müssen die Lenkungsmöglichkeit
und die Rechtssicherheit durch das Forstgesetz in der derzeitigen
Form gewahrt bleiben", stellt Wohlmacher klar.
Auch für Radfahrurlaube muss man nicht zwingend ins Ausland
fahren. "Es haben sich Mountainbiker-Zentren, wie Saalbach, Sölden
oder der Zauberberg am Semmering herauskristallisiert. Gemäß
Tourismus-Monitor Austria Befragung sind 47% der Touristen mit dem
Mountainbike-Angebot 'sehr zufrieden'. Nur 1% war 'eher enttäuscht'",
informiert Wohlmacher.
"Wo zusätzlicher Bedarf an Routen artikuliert wird, soll diesem
auf naturverträgliche Weise nachgekommen werden. Die
Kompromissbereitschaft für ein faires Miteinander vermisse ich leider
bei all jenen, die 100% vom anderen fordern, selbst aber nichts zur
Lösung beitragen wollen", gibt Wohlmacher abschließend zu bedenken.
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(Schluss)
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