Das Geschäft mit der Gesundheit

Programmschwerpunkt: Die Machenschaften der Pharmaindustrie

Salzburg/Wals-Himmelreich (OTS) - „Die Pharmakonzerne manipulieren uns Ärzte mehr denn je“, sagt Dr. Fahmy Aboulenein. Der Neurologe wagt den Schritt in die Öffentlichkeit und prangert die verfilzten Strukturen zwischen Pharmaindustrie und Ärzteschaft an, deren Opfer ahnungslose Patienten sind. Am Donnerstag, 14. April 2016, widmet sich ServusTV in einem Programmschwerpunkt den Machenschaften der Pharmaindustrie. Im Anschluss an die Servus Reportage „Bis an die Schmerzgrenze: Die Geschäfte der Pharmariesen“ ist Dr. Aboulenein live zu Gast beim Talk im Hangar-7. 

Die Pharmaindustrie boomt – schon im kommenden Jahr könnten die Pharmahersteller erstmals einen weltweiten Umsatz von mehr als einer Billion Dollar erreichen. 28 Prozent der Österreicher geben an, täglich Medikamente einzunehmen[1]. Daran verdienen alle prächtig: Hersteller, Aktionäre, Ärzte. Leidtragende Nummer eins sind die Patienten, die in vielen Fällen nicht die beste, sondern die teuerste Therapie bekommen und immer mehr Arzneimittel einnehmen sollen. Leidtragende Nummer zwei sind die Steuerzahler, die die explodierenden Kosten des Gesundheitssystems mit steigenden Beiträgen finanzieren.

Gekaufte Ärzte
Ärzte sind für die Pharmaindustrie die wichtigste Zielgruppe, denn  sie sind es schlussendlich, die über Top oder Flop entscheiden. Sie werden daher über verschiedene Wege von der Pharmaindustrie vereinnahmt: als überbezahlte Autoren wissenschaftlicher Artikel, als Teilnehmer von Fortbildungen, Kongressen oder Studien, die genauso als Städtereisen der Luxusklasse deklariert werden könnten. Die ärztliche Unabhängigkeit gerät dadurch massiv in Gefahr. „Die Phamakonzerne bestechen die Ärzte nicht mehr wie früher plump mit Bargeld, sondern nutzen die Grauzonen des Gesundheitssystems, um dieser für sich wichtigsten Zielgruppe wirtschaftliche Vorteile zu verschaffen“, so Aufdecker Aboulenein. „Teilweise beziehen Ärzte aus solchen Tätigkeiten mehr Einkünfte als aus ihrer eigentlichen ärztlichen Tätigkeit. Und weil es alle tun, hat keiner mehr ein schlechtes Gewissen dabei.“

Was bedeutet das für die Patienten? Ist das Gesundheitssystem in Gefahr? Der Programmschwerpunkt zu den Machenschaften der Pharmaindustrie widmet sich am Donnerstag, 14. April, ausführlich diesem Thema:

„Bis an die Schmerzgrenze: Die Geschäfte der Pharmariesen“ (EA)
die Servus Reportage, ab 21:15 Uhr

„Ärzte im Visier der Pharma-Lobby: Wem können wir noch vertrauen?“
Talk im Hangar-7, live ab 22:15 Uhr

Zu Gast bei Helmut Brandstätter sind Fahmy Aboulenein (Arzt und Pharmakritiker), Arthur Wechselberger (Präsident der Österreichischen Ärztekammer), Jan Oliver Huber (Generalsekretär des Pharmaverbandes „Pharmig“), Walter Geyer (langjähriger Chef der Korruptionsstaatsanwaltschaft), Josef Probst (Generaldirektor des Hauptverbands der Sozialversicherungsträger) und Sigrid Pilz (Patientenanwältin der Stadt Wien). 

Dr. Abouleneins Buch „Die Pharma-Falle: Wie uns die Pillen-Konzerne manipulieren“ erscheint zeitgleich zum Programmschwerpunkt bei ServusTV im Verlag edition a (21,90 Euro, ISBN 978-3-99001-157-7).


[1] Repräsentative Umfrage von Market Agent im Auftrag von Talk im Hangar-7/ServusTV (n=500)

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