• 04.04.2016, 14:12:39
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EU-Kommission sieht strahlende Zukunft für Atomkraft – Hinweisendes Nuklearprogramm veröffentlicht

GLOBAL 2000 sieht Probleme bei Umgang mit öffentlichen Beihilfen für Atomkraft.

Utl.: GLOBAL 2000 sieht Probleme bei Umgang mit öffentlichen
Beihilfen für Atomkraft. =

Wien (OTS) - Heute veröffentlichte die Europäische Kommission das
„Hinweisende Nuklearprogramm“ (Communication on the Nuclear
Illustrative Programme – PINC), von dem eine geleakte, nur
unwesentlich veränderte Version der österreichischen
Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000 bereits im Februar 2016 vorlag.

Das Programm hat aus Sicht von GLOBAL 2000 weiterhin wenig mit der
Realität zu tun, denn die enormen Probleme mit der Errichtung neuer
Atomkraftwerke finden nicht einmal eine Erwähnung im PINC-Entwurf,
dessen jetzt veröffentlichte Version GLOBAL 2000 vorliegt. „Die
Tatsachen, dass für das britische Atom-Projekt Hinkley Point
exorbitante Beihilfen genehmigt wurden, dass ein Klage Österreich
dagegen beim EUGH auf Entscheidung wartet, bleiben unerwähnt“,
erinnert GLOBAL 2000 Atomexpertin Patricia Lorenz. „Das lässt sich so
interpretieren, dass die EU Kommission wie auch die Betreiber nicht
einmal behaupten, ohne Beihilfen ein AKW errichten zu können bzw. in
nur einem 'Atom-Sondermarkt', weil anscheinend auch Ausschreibungen
für AKW nicht mehr verlangt werden.“

Hier liegt der wichtigste Unterschied gegenüber dem vorigen PINC
(2008), denn der Satz, dass keine öffentlichen Beihilfen in AKW
fließen sollen, fehlt im nun vorgelegten PINC.
Die enormen Probleme der Atomkraftnutzung, deren Beantwortung der
ehemalige Energiekommissar Öttinger noch vollmundig angekündigt hat,
bearbeitet der aktuelle Entwurf für das PINC nicht. Die nach
Fukushima vorbereitete Erhöhung und Neuregelung der aktuell
lächerlich geringen Beträge als Entschädigung von Nuklearschäden
findet nun fünf Jahre später nicht einmal eine Erwähnung.

„Es gibt keinerlei Anzeichen, dass die Atomindustrie ihren
Marktanteil wird halten können, wie die EU Kommission in ihrem PINC
vorsieht, was die Errichtung von 100 GW an neuer Kapazität bis 2050
voraussetzen würde – aber laut EU-Kommission zwischen 350-450
Milliarden Euro kosten würde“, so Lorenz weiter. „Zusätzlich
veranschlagt die Kommission Kosten für Laufzeitverlängerungen und
Sicherheitsanpassungen in Höhe von weiteren 300 Milliarden Euro.Diese
Summe ist viel zu gering, um die veralteten Reaktoren soweit zu
modernisieren, dass sie nicht eine enorme Gefährdung Europas bedeuten
würden. Doch die Zukunft hat längst begonnen: Der World Nuclear
Industry Status Report zeigt den Rückgang der Atomstromproduktion
zwischen 1997–2014: Während Windenergie zusätzliche 242 TWh und
Solarenergie weitere 98 TWh erzeugte, betrug der Rückgang bei
Atomstrom 47 TWh. Atomkraft rechnet sich nicht – und gefährdet uns
alle und noch viele zukünftige Generationen.“

EU Hinweisendes Nuklearprogramm:
https://ec.europa.eu/energy/en/news/commission-presents-nuclear-illus
trative-programme

World Nuclear Industry Status Report
http://www.worldnuclearreport.org/-2015-.html

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