• 19.03.2016, 14:55:32
  • /
  • OTS0057 OTW0057

ÖSTERREICH: Faymann verteidigt Türkei-Deal. „Damit zerstören wir die Idee der Schlepper.“ Aber: „Ganz ist Illegalität nicht zu stoppen.“

Kanzler appelliert an Angela Merkel: „Es wäre sehr hilfreich, wenn die deutsche Kanzlerin sagen würde, dass nicht alle bleiben können.“

Utl.: Kanzler appelliert an Angela Merkel: „Es wäre sehr hilfreich,
wenn die deutsche Kanzlerin sagen würde, dass nicht alle
bleiben können.“ =

Wien (OTS) - Im Interview für die Sonntagsausgabe der Tageszeitung
ÖSTERREICH verteidigt Österreichs Bundeskanzler Werner Faymann das
EU-Abkommen mit der Türkei: „Mit der Vereinbarung mit der Türkei
wollen wir die Anzahl der Menschen, die illegal nach Europa kommen
stark reduzieren und legale Wege schaffen. Die Schlepper müssen
erkennen, dass sie in Zukunft mit ihrem Geschäftsmodell keinen Erfolg
haben werden. Weil jemand, der dafür bezahlt, dass er illegal nach
Griechenland kommt, wieder zurückgeführt wird. Das zerstört die Idee
der Schlepper.“

Der Kanzler räumt aber ein: „Ganz werden wir die Illegalität nicht
stoppen.“ An dieser Stelle kritisiert Faymann auch wieder Angela
Merkel: „Es wäre sehr hilfreich, wenn die deutsche Kanzlerin klar
sagen würde, dass nicht alle bleiben können … Deutschland muss sich
deutlich dazu bekennen, dass es keine illegalen Routen mehr geben
kann. Und zwar ohne Augenzwinkern.“

Faymann kontert auch Bedenken wegen der Visafreiheit für türkische
Staatsbürger: „Es wird keine automatische Visaliberalisierung geben.“
Erst müssten Erfordernisse wie fälschungssichere Pässe erfüllt
werden.

Der Kanzler zeigt sich optimistisch, was die geplante Aufteilung
der Flüchtlinge auf die EU-Länder betrifft: „Ich gehe davon aus, dass
Deutschland da viele aufnehmen wird. Gemessen an unserem Richtwert
müsste Deutschland ja 400.000 Flüchtlinge nehmen. Außerdem ist es
schwieriger, Flüchtlinge, die bereits an der mazedonischen Grenze
stehen, zu überzeugen, als Menschen, die auf den griechischen Inseln
aufgegriffen werden mit Booten zurückzubringen.“ Lückenlos werde die
neue Lösung allerdings nicht funktionieren können. Faymann: „Es wird
Ausweichrouten über Bulgarien oder Italien geben. Da müssen wir
rechtzeitig vorbeugen und weitere Hotspots installieren. So lange es
Krieg und Terror gibt, wird es kein einfaches Modell geben.“

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | FEL

Bei Facebook teilen.
Bei X teilen.
Bei LinkedIn teilen.
Bei Xing teilen.
Bei Bluesky teilen

Stichworte

Channel