- 16.03.2016, 14:52:24
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GÖD-Lehrervertreter Maresch zum Thema "Verlorene Generation an Wiens Schulen"
Wiens PflichtschullehrerInnen leisten großartige Arbeit
Utl.: Wiens PflichtschullehrerInnen leisten großartige Arbeit =
Wien (OTS) - Die Bildungsdebatte dreht sich immer intensiver um die
Organisation der Mittelstufe. In der aktuellen Debatte um die Neue
Mittelschule hat ein Artikel in der Tageszeitung „Kurier“ vom
Sonntag, 13. März 2016, mit dem bezeichnenden Titel „Neue
Mittelschule – eine verlorene Generation“ durch die praxisnahe
Darstellung, dass ein Drittel der SchülerInnen in der Hauptstadt nie
in einen geordneten Arbeits- und Lebensprozess gelangt, für weitere
Aufregung gesorgt.
"Als Standesvertreter der Wiener PflichtschullehrerInnen ist es mir
ein Anliegen, darauf hinzuweisen, dass zentrale, bundes- und
landesweite Vorgaben ihre Tauglichkeit für den Großstadtbereich
verlieren", so Maresch. Das Ballungszentrum, in dem massive
sprachliche und soziale Defizite mehrheitlich die Norm ist, braucht
ganz andere Lösungen als ein durchschnittlicher österreichischer
Schulstandort.
Der Heterogenität der Klassen kann man nur durch ausreichende
Differenzierung und durch die längst überfälligen begleitenden
Unterstützungsmaßnahmen begegnen. Die langjährige Debatte um die
Organisationsform ist zweitrangig. Es wurde vom Bildungsministerium
in der Neuen Mittelschule flächendeckendes Teamteaching in Deutsch,
Englisch und Mathematik versprochen, jedoch wieder nicht eingehalten.
So muss in vielen Fällen durch eine Universal-Lehrkraft die gesamte
Bandbreite an Begabungen, Defiziten und Beeinträchtigungen in
übervollen Klassen abgedeckt werden. Das leisten zu können ist
einfach unrealistisch.
Die Einengung durch ein absolut unzureichendes Beurteilungssystem
einer siebenteiligen Notenskala in der NMS verschärft die Situation
zusätzlich. Darüber hinaus ist die administrative Flut an Arbeiten in
der NMS kaum leistbar.
Zusätzlich werden die überaus bewährten Integrationsklassen in Wien
abgebaut, und stattdessen die inklusive Pädagogik forciert. Das
Funktionieren von Inklusion hängt von den angebotenen Ressourcen ab.
Unterrichten muss die zu oft alleingelassene Lehrkraft, denn die
personell unumgängliche Unterstützung gibt es nicht!
Maresch fordert rasch ein Notprogramm für die Ballungsräume und die
Möglichkeit von autonomen Lösungen an den einzelnen Standorten. Die
Schulleitung und das LehrerInnenkollegium des Schulstandorts wissen
am besten, was für die eigene Schule richtig und wichtig ist.
Zentrale Vorgaben helfen hier selten weiter.
Jeder Euro, der hier rechtzeitig in unterstützende Maßnahmen im
sozialen und sprachlichen Bereich investiert wird, rechnet sich in
der nahen Zukunft. Passiert dies nicht, sinkt die Qualität des
Unterrichts und somit sinken auch die Zukunftschancen unserer Kinder.
"Wiens PflichtschullehrerInnen leisten großartige Arbeit, kommen aber
mehr und mehr an die Grenzen des Machbaren. Unsere PädagogInnen
konnten mit ihrem Idealismus bis jetzt Zustände wie in anderen
europäischen Großstädten verhindern", so Maresch abschließend.
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