Oberhauser zu WHO Studie: Mehr positive als negative Entwicklungen bei Europas SchülerInnen

Konsum von Softdrinks, Zigaretten und Alkohol geht europaweit zurück - Mehr als 80 Prozent der SchülerInnen sind mit ihrem Leben zufrieden

Wien (OTS) - Die WHO präsentierte heute, Dienstag, die Ergebnisse der internationalen Studie „Health Behaviour in School-aged Children“ (HBSC). Im Schuljahr 2013/14 nahmen 220.000 europäische SchülerInnen im Alter von 11 bis 15 Jahren teil. „Die Daten der aktuellen HBSC-Studie zeigen mehr positive als negative Entwicklungen seit der letzten Erhebung 2009/10“, freut sich Gesundheitsministerin Sabine Oberhauser. Österreichische SchülerInnen haben im Vergleich eine hohe Lebenszufriedenheit, geringere physische und psychische Beschwerden und ernähren sich gesünder als der europäische Durchschnitt. Allerdings beginnen österreichische SchülerInnen bereits sehr früh mit dem Rauchen und dem Alkoholkonsum. „Mit der im vergangenen Jahr gestarteten Anti-Rauch Initiative ‚Leb dein Leben. Ohne Rauch. YOLO!‘, eine Tabakpräventionsinitiative für 10- bis 14-Jährige, setzen wir genau hier an“, erklärt Gesundheitsministerin Oberhauser. ****

Zigaretten- und Alkoholkonsum rückläufig

Insgesamt sind bei den 15-jährigen Mädchen und Burschen der Zigaretten- und Alkoholkonsum rückläufig. Der Anteil der 15-Jährigen, die angaben, schon mit 13 Jahren das erste Mal geraucht zu haben, lag 2014 im Schnitt bei 17 Prozent. Vier Jahre davor waren es noch 24 Prozent. Der wöchentliche Alkoholkonsum ist bei den 15-Jährigen von 21 Prozent auf 13 Prozent gesunken. Auch der Cannabiskonsum verzeichnet einen leichten Rückgang. Erstmals fällt Österreich nicht mehr durch überdurchschnittlich hohe Raucherraten in dieser Altersgruppe auf. Allerdings ist das durchschnittliche Einstiegsalter bei jenen, die rauchen oder Alkohol trinken, in Österreich nach wie vor niedriger als in vielen anderen Ländern.

Übergewicht und Adipositas sind zwar häufiger bei Burschen als bei Mädchen zu beobachten. Verglichen mit den Burschen empfinden sich aber wesentlich mehr Mädchen als zu dick. Etwa ein Drittel der 15-jährigen Mädchen möchte deshalb an Gewicht verlieren.

Je älter die SchülerInnen sind, desto seltener werden die Mahlzeiten mit der Familie. Das tägliche Frühstück lassen viele SchülerInnen mit steigendem Alter überhaupt aus. Da ist Österreich leider keine Ausnahme. Hingegen ist der Konsum von Softdrinks international, vor allem bei den 15-Jährigen zurückgegangen. Sehr erfreulich ist, dass österreichische SchülerInnen einen vergleichsweise hohen täglichen Obstkonsum haben.

Weniger als die Hälfte der SchülerInnen erfüllen die Bewegungsempfehlungen der WHO. Diese legen täglich mindestens eine Stunde Bewegung mit mittlerer bis hoher Intensität nahe. Österreich schneidet hier im europäischen Vergleich gut ab: eine relativ hohe Rate an SchülerInnen bewegen sich zumindest zwei Stunden pro Woche körperlich intensiv.

Mehr als 80 Prozent der SchülerInnen mit ihrem Leben zufrieden

Mehr als 80 Prozent der teilnehmenden SchülerInnen sind mit ihrem Leben sehr zufrieden. Hier schneiden die österreichischen SchülerInnen sogar noch etwas besser ab als ihre Peers aus den meisten anderen Ländern. Auch physische und psychische Beschwerden treten in Österreich in dieser Altersgruppe mit einer etwas niedrigeren Frequenz auf als im restlichen Europa. Hingegen sind die Bullying-Raten, also Mobbing unter SchülerInnen, zwar etwas zurückgegangen, aber im Vergleich mit anderen Ländern immer noch hoch.

Die meisten SchülerInnen bezeichnen die Beziehung zu ihren Eltern als gut. Verbessert hat sich vor allem die Kommunikation mit den Vätern. Die Verbundenheit zur Schule sinkt mit zunehmendem Alter ebenso wie die subjektive schulische Leistungsfähigkeit. In beiden Fällen schneiden hier Mädchen besser ab als Burschen. Der schulische Leistungsdruck ist für 15-Jährige leicht gestiegen.

An der HBSC-Erhebung im Schuljahr 2013/2014 haben insgesamt 40 europäische Länder und Regionen, sowie Kanada und Israel teilgenommen. Die HBSC-Studie ist eine Langzeitstudie zur Kinder- und Jugendgesundheit. Dafür werden in einem Vierjahresrhythmus selbstberichtete Daten zu Gesundheit und Gesundheitsverhalten systematisch und wiederholt beobachtet. Befragt werden Schülerinnen und Schüler der 5., 7., und 9. Schulstufe. In einigen Ländern wie Österreich nehmen seit 2010 auch SchülerInnen der 11. Schulstufe teil, für die es aber nur nationale Auswertungen gibt. Die erste Erhebung fand im Schuljahr 1983/84 statt. Die österreichische HBSC-Studie – die Ergebnisse der Befragung 2013/2014 wurden bereits im Juni 2015 präsentiert –, wird vom Bundesministerium für Gesundheit beauftragt und ko-finanziert.

Die internationale HBSC-Studie kann auf der Website
http://www.euro.who.int/en/hbsc-report-2016
heruntergeladen werden. (Schluss)

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