• 14.03.2016, 12:20:05
  • /
  • OTS0126 OTW0126

„kreuz und quer“ am 15. März: „Vom anderen Ende der Welt – Drei Jahre Papst Franziskus“ und „Die Jesuitenverschwörung“

Wien (OTS) - „kreuz und quer“ – präsentiert von Doris Appel – zeigt
am Dienstag, dem 15. März 2016, ab 22.35 Uhr in ORF 2 die
Dokumentation „Vom anderen Ende der Welt – Drei Jahre Papst
Franziskus“, in der Peter Beringer eine Zwischenbilanz des
Pontifikats zieht sowie Höhepunkte und Krisen zeigt. Ein
Papst-Porträt, das auch den Menschen Jorge Bergoglio näher bringt –
den ersten Lateinamerikaner und Jesuiten auf dem Stuhl Petri.

Um 23.30 Uhr geht Andreas Sawall in „Die Jesuitenverschwörung“ an
historischen Schauplätzen folgenden Fragen nach: Was verbirgt sich
wirklich hinter der Fassade dieser militärisch angelegten
Organisation, und welche Rolle spielen die Jesuiten tatsächlich in
unserer Geschichte? Was ist dran an den Verschwörungstheorien?

„Vom anderen Ende der Welt – Drei Jahre Papst Franziskus“ – Ein Film
von Peter Beringer

Die große Euphorie ist vorbei, so scheint es: Nach der Wahl des
Argentiniers Jorge Mario Bergoglio, der den Papstnamen Franziskus
annahm, war der erste Jesuit im Papstamt bald der Liebling der Massen
und der Medien. Seit seinem ersten Auftritt nach dem Konklave auf der
Loggia des Petersdoms prägt er einen neuen Stil der Einfachheit,
versucht er den Kern der kirchlichen Verkündigung als Frohbotschaft
für alle – besonders aber für die am Rand der Gesellschaft Stehenden
– deutlich zu machen. Dass es dabei nicht einfach um Stilfragen geht,
sondern dass Schritte der Reform eingeleitet wurden, ist Konsens bei
den Vaticanisti, den Vatikanexperten unter den Journalisten.

Doch diese Reformen stoßen nicht nur auf Wohlwollen. Besonders im
Vatikan behaupten alte Seilschaften ihre Machtpositionen und beäugen
argwöhnisch alle Änderungen, die der Papst in die Wege leitet. Seit
Franziskus einen Kardinalsrat von acht Purpurträgern seines
Vertrauens eingerichtet hat, der ihn bei der Führung der Weltkirche
beraten soll, ist das Misstrauen vieler im Vatikan groß. Mit dem
Gremium regiert Franziskus gewissermaßen an den vatikanischen
Strukturen vorbei – unter starker Relativierung des
Staatssekretariats.

Die Reformen im Inneren des Vatikans spiegeln aber nur wider, woran
der Papst „vom anderen Ende der Welt“, als der er sich selbst nach
seiner Wahl bezeichnete, eigentlich arbeitet: Er will der Kirche zu
neuer Glaubwürdigkeit verhelfen – durch Besinnung auf ihren
eigentlichen Auftrag gemäß dem Evangelium. In diese Richtung setzt er
deutliche Akzente: Er geißelt einen Kapitalismus, „der tötet“, räumt
mit den Mafia-Strukturen in der Vatikanbank auf, betont das Recht von
Randgruppen auf eine würdige Existenz und warnt vor den sozialen
weltweiten Folgen der drohenden Klimaerwärmung.

Franziskus wohnt weiterhin im Gästehaus Santa Marta – nicht in den
päpstlichen Prunkräumen. Er lässt sich mit einem kleinen Fiat 500
chauffieren, nicht mit einer Limousine. Die Verleihung des
Ehrentitels „Prälat“ für hohe Geistliche hat er bis auf weiteres
ausgesetzt. Und Franziskus wäscht am Gründonnerstag Häftlingen die
Füße wie Jesus den Aposteln. Unter den Häftlingen war einmal auch
eine Frau, sogar eine Muslima soll es gewesen sein, mutmaßten Medien.

Seine erste Reise in Italien führte den Papst lange vor Ausbruch der
dramatischen Flüchtlingswelle nach Lampedusa, die italienische Insel
vor Afrika, an der schon damals unzählige Flüchtlinge strandeten –
und viele vor ihrer Ankunft auf der Insel im Mittelmeer ertranken.

Dass Franziskus persönlich die politische Annäherung zwischen Kuba
und den USA angebahnt hat, zeugt von seiner jesuitischen
Spiritualität, die nicht Weltflucht lehrt, sondern das Anpacken – in
nüchterner und realistischer Besonnenheit. Ebenso hat er der
christlichen Ökumene und dem interreligiösen Dialog neue Schubkraft
verliehen.

Bei der Familiensynode im vergangenen Herbst hat der Papst mit den
bisherigen Gepflogenheiten gebrochen – und ganz neue Spielregeln der
Kommunikation eingeführt. Nicht mehr vorbereitete Reden wurden
abgenickt, sondern freie Rede war erwünscht, Kritik in den
Arbeitsgruppen war ausdrücklich gefordert. Das Ergebnis der Synode
war allerdings dünn, konservative Kräfte bremsten. Was der Papst nun
aber im nachsynodalen Schreiben festlegt, das noch jetzt im März
veröffentlicht werden soll, wird mit Spannung erwartet.

Die „kreuz und quer“-Dokumentation von Peter Beringer zieht eine
Zwischenbilanz des bisherigen Pontifikats. Es zeigt nicht nur die
pastoralen und kirchenpolitischen Akzente, die der Papst „vom anderen
Ende der Welt“ setzt, sondern auch deren inneren Zusammenhänge.
Freunde des Papstes erzählen von Begegnungen mit Bergoglio aus den
Jahrzehnten vor der Papstwahl – und machen so deutlich, dass dieser
als Papst nichts neu erfindet, sondern konsequent auf anderen Ebenen
umsetzt, was ihm schon immer wichtig gewesen war.

Was dieses Pontifikat für Rom und die Kirche bedeuten, analysieren
die italienischen „Vaticanisti“ Gaetano Galeazzi von „La Stampa“ und
der Aufdecker-Journalist Gianluigi Nuzzi, die Theologen Walter
Kirchschläger, Paul Zulehner und Regina Polak und andere. – Ein
Papst-Porträt von Peter Beringer, das auch den Menschen Jorge Mario
Bergoglio zeigt.

„Die Jesuitenverschwörung“ – Ein Film von Andreas Sawall

Mit Papst Franziskus hat erstmals in der Kirchengeschichte ein Jesuit
das Amt eines Bischofs von Rom inne – und ist somit Oberhaupt der
katholischen Gesamtkirche. Kein anderer religiöser Orden ist so
umstritten und geheimnisumwittert, und keiner ist Thema so vieler
Verschwörungstheorien.

Aus vielen Ländern wurden die Jesuiten im Lauf der Geschichte
vertrieben, schließlich sogar vom Papst verboten – dem sie doch
Gehorsam bis in den Tod gelobt hatten. Dennoch hat der Jesuitenorden
in den vergangenen 500 Jahren die geistige und politische Entwicklung
in vielen Teilen der Welt geprägt.

Mit etwa 17.000 Mitgliedern gehört die „Gesellschaft Jesu“ (Societas
Jesu – Ordenskürzel: SJ) heute zu den größten katholischen
Männerorden. Ihr Zentrum liegt in Rom, und doch sind sie in der Stadt
fast unsichtbar, denn es gibt keine Klöster, und Jesuiten tragen
keine Ordenstracht. Sie leben zurückgezogen und sind im Alltag kaum
zu erkennen. So wollte es schon Ordensgründer Ignatius von Loyola,
der 1534 mit Freunden den Orden gründete.

Ist mit der Wahl eines jesuitischen Papstes ein lang gehegter Plan in
Erfüllung gegangen? Verschwörungstheoretiker sehen sich bestätigt:
Nun sei der „Gesellschaft Jesu“ der endgültige Griff zur Macht
gelungen. Hat damit eine geheime Kampftruppe des „schwarzen Papstes“,
des Jesuitengenerals, im Vatikan die Macht ergriffen, wie ihre
Kritiker behaupten? Ein Buch aus dem Jahr 1614 – 80 Jahre nach der
Ordensgründung erschienen – steht im Zentrum vieler
Verschwörungstheorien: Die „Monita Secreta“, die „Geheimen
Anweisungen“. Ein Jesuitengeneral soll sie als Anleitung geschrieben
haben, um den Orden mit allen Mitteln an die Macht zu bringen: Lüge,
Intrige, Manipulation – in dieser lateinischen Schrift sind alle
möglichen dubiosen Methoden der Jesuiten beschrieben.

Was verbirgt sich wirklich hinter der Fassade dieser militärisch
angelegten Organisation, und welche Rolle spielen die Jesuiten
tatsächlich in unserer Geschichte? Was ist dran an den
Verschwörungstheorien? Diesen Fragen geht die „kreuz und
quer“-Dokumentation an historischen Schauplätzen nach.

„kreuz und quer“ ist nach der TV-Ausstrahlung sieben Tage auf der
Video-Plattform ORF-TVthek (http://TVthek.ORF.at) als Video-on-Demand
abrufbar und wird auch als Live-Stream angeboten.

Das gesamte TV-Angebot des ORF – ORF eins, ORF 2, ORF III sowie ORF
SPORT + – ist auch im HD-Standard zu empfangen. Alle Informationen
zum ORF-HD-Empfang und zur Einstellung der neuen HD-Angebote finden
sich auf der Website hd.ORF.at, die ORF-Service-Hotline 0800 / 090
010 gibt kostenfrei aus ganz Österreich persönliche Hilfestellung.

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | NRF

Bei Facebook teilen.
Bei X teilen.
Bei LinkedIn teilen.
Bei Xing teilen.
Bei Bluesky teilen

Stichworte

Channel