- 13.03.2016, 12:49:16
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Malerei Reloaded: Kunsthalle Krems feiert die Eröffnung der Frühjahrsausstellungen
Die Kunsthalle Krems setzt den Schwerpunkt auf die Malerei mit den Ausstellungen „ABSTRAKT – SPATIAL“, „Stefan Sandner. Farben“ und „Saint Genet“

Utl.: Die Kunsthalle Krems setzt den Schwerpunkt auf die Malerei mit
den Ausstellungen „ABSTRAKT – SPATIAL“, „Stefan Sandner.
Farben“ und „Saint Genet“ =
Krems an der Donau (OTS) - Die Eröffnung der Frühjahrsausstellungen
„ABSTRAKT – SPATIAL. Malerei im Raum“, „Stefan Sandner. Farben“ und
der donaufestival-Kooperation „Saint Genet. Who With Their Fear Is
Put Beside Their Part“ lockte am Samstag, den 12. März 2016, eine
illustre Gästeschar aus Kunst, Kultur, Politik und Wirtschaft in die
Kunsthalle Krems. Das Team der Kunsthalle Krems rund um die
Ausstellungskuratorinnen Verena Gamper und Julianne Feldhoffer konnte
neben Landesrätin Barbara Schwarz, auch den künstlerischen Leiter des
donaufestival Tomas Zierhofer-Kin sowie zahlreiche beteiligte
KünstlerInnen begrüßen.
„Mit starken zeitgenössischen Positionen zur Malerei gibt die
Kunsthalle Krems vor der ein Jahr dauernden Sanierungspause ab Ende
Juni noch ein kräftiges und unübersehbares Signal. Unser
Kuratorinnenteam hat Werke von renommierten Künstlerinnen und
Künstlern vereint, die die traditionellen Grenzen der Malerei
sprengen und den Malereibegriff so auf weitere Disziplinen ausdehnen.
Alles in allem bringen die Ausstellungen zu Stefan Sandner und
‚ABSTRAKT – SPATIAL‘ einen gelungenen Einblick in das aktuelle
Schaffen der österreichischen Kunstszene“, resümiert Gottfried
Paulus, der operative Geschäftsführer der Kunstmeile Krems und fügt
hinzu: „Erstmals begleitet uns unser jahrelanger Partner
donaufestival während der gesamten Ausstellungsperiode mit einem
Installationsprojekt von Saint Genet, das für zusätzliche Spannung
sorgt.“
Landesrätin Barbara Schwarz zeigte sich über die hochkarätigen
Frühjahrsausstellungen in der Kunsthalle Krems begeistert: „Die
Kunsthalle Krems als Teil der Kunstmeile macht die Stadt seit Jahren
zum Hotspot der österreichischen und internationalen Kunstszene. Die
hohe qualitative Ausgestaltung bestätigt die Ausrichtung dieses
Kunsthauses als Institution, die mit dem Zeitgeist geht und
ihresgleichen sucht.“
Die Ausstellung „ABSTRAKT – SPATIAL. Malerei im Raum“, kuratiert von
Verena Gamper, zeigt Malerei jenseits der traditionellen Grenzen der
Bildfläche die in teilweise speziell für die Kunsthalle Krems
konzipierten Werken (auch) in der Verwendung anderer Medien
reflektiert. Die Ausstellung versteht sich als Agglomerat
künstlerischer Positionen, die jeweils auf spezifische Weise Malerei
im Raum praktizieren und einander dabei auf der Ebene
abstrakt-geometrischer Formensprache begegnen. Ihr gemeinsamer Nenner
ist sowohl in einer diskursiven, den Malereibegriff zu Skulptur und
Installation hinausdehnenden Herangehensweise als auch im räumliche
Parameter spiegelnden Vokabular zu finden. In den präsentierten
Arbeiten ist die Malerei und die mit ihr verbundenen Konventionen
jene Referenzgröße, an die im intermedialen Dialog erinnert wird.
Heimo Zobernigs „ins Dreidimensionale gekippte Bilder“ (Isabelle
Graw) eröffnen den weit gefassten malerischen Raum der Ausstellung,
der hier auf jeweils spezifische Weise verhandelt wird. So werden
Auseinandersetzungen mit Fragestellungen modernistischer Formgebung
und deren Reflexion räumlicher Dispositive wie im Werk Sofie Thorsens
neben den konstruktiven Materialschichtungen von Michael Kienzer und
den raumgreifenden Assemblagen von Luisa Kasalicky zu sehen sein, die
klassische Fragen der Bildkomposition in Erinnerung rufen. Der
erweiterte Malereiansatz von Gerwald Rockenschaub schlägt sich in
skulpturalen Objekten nieder, die mit der Formensprache
konstruktivistischer Malerei korrespondieren, während Ernst
Caramelles Wandmalereien strukturelle Vorgaben der Architektur
reflektieren. Heinrich Dunsts „Malerei im Zeichen der Spatialität“
(Peter Weibel) operiert mit einer offenen Anordnung des bildnerischen
Vokabulars und aktiviert damit auch die Leerstelle der Wand als
gleichberechtigtes Gestaltungselement. An die Stelle einer
geschlossenen Form setzt Helga Philipp eine flexibel wuchernde,
expansive Wandarbeit und funktionalisiert Malerei in Form eines
Paravents. In seinen immersiven Installationen mit leeren
Bic-Kugelschreibern scheint Herbert Hinteregger den Ausstellungsraum
als Negativraum der Malerei zu markieren, demgegenüber changieren
Peter Sandbichlers modulare Faltungen zwischen skulpturalem Objekt
und Wandbild. Esther Stocker erzielt mit ihren fragmentierten,
räumlichen Rasterstrukturen mit minimalen bildnerischen Mitteln eine
maximale Aktivierung des Realraumes und Ingo Nussbaumer speist mit so
reiz- wie anspruchsvollen Lichtinstallationen seine malerischen
Bildfindungen. Die Zusammenschau dieser heterogenen Ansätze, die eine
mitunter starke formale Nähe auszeichnet, ermöglicht eine Reflexion
des spannungsreichen Beziehungsfeldes zwischen der Malerei und ihren
dreidimensionalen Nachbardisziplinen.
Der Wiener Künstler Stefan Sandner macht die Leinwand zum
Austragungsort seiner vielschichtigen, kritischen Befragung
malerischer Produktions- und Rezeptionsmechanismen. Wie flüchtig auf
einem Stück Papier festgehalten, breiten sich handgeschriebene Sätze
samt Korrekturen oder abstrakte Kritzeleien auf großformatigen
Leinwänden aus. Notizen ganz unterschiedlichen Bedeutungsinhalts und
Ursprungs oder beiläufig zu Zeichnungen geronnene Linien sind
zentrales Arbeitsmaterial von Sandner. Seine Motive sind aber keine
Spuren spontaner Gedankengänge, sondern Bilder vorvergangener
Handlungen. Durch die Imitation des Flüchtigen artikuliert das Bild
bei Sandner keine künstlerische Vollendung, sondern setzt dieser ganz
bewusst die Vorläufigkeit als Werkbegriff entgegen und wirft nicht
zuletzt dadurch einen konstant kritischen Blick auf die Bedingungen
des Mediums selbst. Aus dieser künstlerischen Praxis heraus hat
Sandner für seine Personale in Krems „Farben“ zu seinem malerischen
Diskursfeld erklärt. Diese dem Medium fraglos inhärente und deshalb
so vage wie vielgestaltige und kunsthistorisch komplexe Materie
findet in der von Juliane Feldhoffer kuratierten Ausstellung eine
aktualisierte Verortung: Sandner fächert seine Auseinandersetzung als
dichte, formal überraschend heterogene und inhaltlich nuancenreiche
Palette an Zugängen samt reflexiven Quer- und Rückverweisen zu diesem
elementaren Bestandteil der Malerei auf.
Für das raumgreifende installative Projekt „Who With Their Fear Is
Put Beside Their Part“ des Künstlerkollektives Saint Genet haben
Konzeptkünstler und Regisseur Derrick Ryan Claude Mitchell,
Installationskünstler Ben Zamora und der kinetische Bildhauer Casey
Curran gemeinsam ein begehbares bildgewaltiges Environment
geschaffen. Die ätherische und eindringliche Präsenz von im Raum
schwebenden Leuchtstoffröhren gepaart mit surrealen kinetischen
Skulpturen erzeugt ein oszillierendes Raumgefüge, das zwischen
physischem Erlebnis und objekthafter Struktur changiert und eine Welt
am Rande von schwelendem Terror und euphorischem Kollaps
heraufbeschwört, in der der Boden unter den Füßen mehr als deutlich
spürbar wird.
Während des donaufestival (29/04–01/05 und 05/05–07/05/2016) wird die
Installation an sechs Tagen zur Bühne für die Performance "Frail
Affinities" (Uraufführung). Dieses Projekt ist eine Kooperation des
donaufestival mit der Kunsthalle Krems und den Wiener Festwochen
2017.
Neben Landesrätin Barbara Schwarz, dem Kremser Vizebürgermeister
Wolfgang Derler und Stadträtin Eva Hollerer waren zahlreiche
beteiligte KünstlerInnen der Ausstellungen anwesend, darunter Ernst
Caramelle, Heinrich Dunst, Herbert Hinteregger, Luisa Kasalicky,
Michael Kienzer, Ingo Nussbaumer, Peter Sandbichler, Esther Stocker,
Sofie Thorsen, Heimo Zobernig, Stefan Sandner, Olga Okunev (die
Tochter der Künstlerin Helga Philipp) sowie Derrick Ryan Claude
Mitchell, Casey Curran und Ben Zamorra vom Künstlerkollektiv Saint
Genet. Weiters wurden gesehen Hans-Peter Wipplinger der ehemalige
künstlerische Direktor der Kunsthalle Krems und nunmehrige
museologische Direktor des Leopold Museum, Konzeptkünstler Franz
Graf, die Galeristen Georg Kargl und Herbert Giese, Joachim Rössl
(der ehemalige Leiter der Gruppe Kultur, Wissenschaft und Unterricht
des Landes NÖ), sowie der Geschäftsführer der Niederösterreichischen
Kulturwirtschaft Paul Gessl.
Die Ausstellungen in der Kunsthalle Krems sind bis 19. Juni 2016 zu
sehen. Danach ist die Kunsthalle Krems bis voraussichtlich Frühsommer
2017 wegen Sanierungsarbeiten geschlossen.
Pressetext und -bilder zu den Ausstellungen:
„ABSTRAKT – SPATIAL. Malerei im Raum“:
https://celum.noeku.at/pindownload/login.do?pin=5UX03
„Stefan Sandner. Farben“:
https://celum.noeku.at/pindownload/login.do?pin=0EHR3
„Saint Genet. Who With Their Fear Is Put Beside Their Part“:
https://celum.noeku.at/pindownload/login.do?pin=EBXLL
Weitere Bilder unter: http://www.apa-fotoservice.at/galerie/7618
Bild(er) zu dieser Aussendung finden Sie im AOM / Originalbild-Service
sowie im OTS-Bildarchiv unter http://bild.ots.at
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