- 10.03.2016, 14:44:56
- /
- OTS0195 OTW0195
Bildungsreform: Wien will „Gymnasium für alle“
Wien (OTS/SPW-K) - Die Bildungsreform wurde im November letzten
Jahres im Ministerrat beschlossen. In vielen Bereichen, wie
Schulautonomie, Schuleingangsphase Neu, aber auch in der
Schulverwaltung wurden zukunftsweisende Weichen gestellt. „Es ist
aber kein Geheimnis, dass wir uns bei der Modellregion für eine
Gemeinsame Schule mehr erwartet haben“, so Wiens
Stadtschulratspräsident Jürgen Czernohorszky und Bildungsstadträtin
Sandra Frauenberger. „Wien wird selbstverständlich die vereinbarten
15 Prozent zur Gänze umsetzen. Darüber hinaus bietet Wien an, alle
Schulen für 10- bis 14-Jährige in Wien zu ‚Gymnasien für alle‘ zu
machen.“
Die Frage der Zuständigkeit für Schulen sei im Grunde nebensächlich.
„Es geht um unsere Kinder, es geht um die Zukunft unseres Landes und
letztendlich auch um soziale Gerechtigkeit“, so Frauenberger und
Czernohorszky. Der Erfolg von Schule dürfe nicht darauf aufbauen,
dass einem Teil der Kinder verboten werde, eine bestimmte Schulform
zu besuchen.
Der von VP-Vizekanzler Mitterlehner vorgebrachte Vorschlag, die
Modellregion auch an eine Zahl von Schulkindern zu knüpfen, sei im
Grunde eine Unverschämtheit. „Warum sollen Vorarlberger Kinder eine
gemeinsame Schule bekommen, Wiener Kindern diese beste Schulform aber
vorenthalten werden?“ so Frauenberger und Czernohorszky. „Mit 5.000
Kindern in einer Modellregion ist den größeren Bundesländern wie
Wien, Niederösterreich oder der Steiermark überhaupt nicht geholfen.“
Der Vorschlag des Bürgermeisters, „Gymnasien für alle“ zu schaffen,
wäre dagegen ein echtes „Upgrading“ für alle Schulen: „Hier würden
sich die besonderen Qualitäten der Pflichtschulen mit jenen der AHS
verbinden: Nämlich das Beste aus beiden Schulformen, angefangen von
der individuellen Förderung, Teamteaching bis hin zu
BegleitlehrerInnen, und dies basiert auf dem AHS-Lehrplan.“
Wesentlich sei, „allen Wiener Kindern die besten Bildungschancen zu
bieten und dafür die besten Schulformen zu schaffen. Es geht um
Inhalte und darum, was in den Schulen und Klassen passiert!“
Die Form der Umsetzung dieses Wiener Vorschlages sei letztlich eine
nachgeordnete Frage. „Natürlich müsste man, wenn man auf diese Weise
die gemeinsame Schule realisieren möchte, entsprechende
Harmonisierungen vornehmen, gesetzliche Grundlagen und bisher gültige
Bestimmungen verändern und auf breiter Basis mit vielen
BildungspartnerInnen an pädagogischen Umsetzungen, organisatorischen
Rahmenbedingungen etc. arbeiten“, so Frauenberger und Czernohorszky.
„Doch wenn der Wille dazu da ist, wird man auch einen Weg dafür
finden.“
OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | DS1






