Bildungsreform: Wien will „Gymnasium für alle“

Wien (OTS/SPW-K) - Die Bildungsreform wurde im November letzten Jahres im Ministerrat beschlossen. In vielen Bereichen, wie Schulautonomie, Schuleingangsphase Neu, aber auch in der Schulverwaltung wurden zukunftsweisende Weichen gestellt. „Es ist aber kein Geheimnis, dass wir uns bei der Modellregion für eine Gemeinsame Schule mehr erwartet haben“, so Wiens Stadtschulratspräsident Jürgen Czernohorszky und Bildungsstadträtin Sandra Frauenberger. „Wien wird selbstverständlich die vereinbarten 15 Prozent zur Gänze umsetzen. Darüber hinaus bietet Wien an, alle Schulen für 10- bis 14-Jährige in Wien zu ‚Gymnasien für alle‘ zu machen.“

Die Frage der Zuständigkeit für Schulen sei im Grunde nebensächlich. „Es geht um unsere Kinder, es geht um die Zukunft unseres Landes und letztendlich auch um soziale Gerechtigkeit“, so Frauenberger und Czernohorszky. Der Erfolg von Schule dürfe nicht darauf aufbauen, dass einem Teil der Kinder verboten werde, eine bestimmte Schulform zu besuchen.

Der von VP-Vizekanzler Mitterlehner vorgebrachte Vorschlag, die Modellregion auch an eine Zahl von Schulkindern zu knüpfen, sei im Grunde eine Unverschämtheit. „Warum sollen Vorarlberger Kinder eine gemeinsame Schule bekommen, Wiener Kindern diese beste Schulform aber vorenthalten werden?“ so Frauenberger und Czernohorszky. „Mit 5.000 Kindern in einer Modellregion ist den größeren Bundesländern wie Wien, Niederösterreich oder der Steiermark überhaupt nicht geholfen.“ Der Vorschlag des Bürgermeisters, „Gymnasien für alle“ zu schaffen, wäre dagegen ein echtes „Upgrading“ für alle Schulen: „Hier würden sich die besonderen Qualitäten der Pflichtschulen mit jenen der AHS verbinden: Nämlich das Beste aus beiden Schulformen, angefangen von der individuellen Förderung, Teamteaching bis hin zu BegleitlehrerInnen, und dies basiert auf dem AHS-Lehrplan.“ Wesentlich sei, „allen Wiener Kindern die besten Bildungschancen zu bieten und dafür die besten Schulformen zu schaffen. Es geht um Inhalte und darum, was in den Schulen und Klassen passiert!“

Die Form der Umsetzung dieses Wiener Vorschlages sei letztlich eine nachgeordnete Frage. „Natürlich müsste man, wenn man auf diese Weise die gemeinsame Schule realisieren möchte, entsprechende Harmonisierungen vornehmen, gesetzliche Grundlagen und bisher gültige Bestimmungen verändern und auf breiter Basis mit vielen BildungspartnerInnen an pädagogischen Umsetzungen, organisatorischen Rahmenbedingungen etc. arbeiten“, so Frauenberger und Czernohorszky. „Doch wenn der Wille dazu da ist, wird man auch einen Weg dafür finden.“

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