• 09.03.2016, 14:05:21
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Tierschutz-Ländertreffen: Breite Allianz für den Tierschutz

Zweite Landestierschutzkonferenz berät in Sachen Qualzucht, Gatterjagd und Welpenkauf in Zoofachgeschäften

Utl.: Zweite Landestierschutzkonferenz berät in Sachen Qualzucht,
Gatterjagd und Welpenkauf in Zoofachgeschäften =

Krems (OTS) - Die breite Allianz und enge Kooperation zwischen
Bundesländern und dem Bund in Sachen Tierschutz wurden heute,
Mittwoch, in Krems bei der zweiten Landestierschutzkonferenz
bekräftigt und konkretisiert.

Die für Tierschutz auf Bundesebene zuständige Ministerin Dr.in Sabine
Oberhauser und LändervertreterInnen waren auf Initiative von
Niederösterreichs Tierschutzlandesrat Ing. Maurice Androsch in Krems
zusammengetroffen. Im Zentrum der Beratungen standen die Evaluierung
des Verkaufs von Hunden und Katzen in Zoofachgeschäften, die
Gatterjagd und die Qualzucht bei Heimtieren.

Die Bundesministerin und die anwesenden LandesrätInnen zeigten sich
erfreut über die engere Abstimmung, die dieses Gremium ermöglicht.
"Da die Bundesländer für die Vollziehung des Tierschutzgesetzes
zuständig sind, ist es von enormer Bedeutung, dass die Zusammenarbeit
mit dem Bund und vor allem auch zwischen den einzelnen Bundesländern
reibungslos funktioniert", so die für den Tierschutz zuständige
Ministerin Sabine Oberhauser. Als erfreuliche Folge der ersten
Landestierschutz-ReferentInnen-Konferenz hat der Nationalrat,
beispielsweise, bereits Strafverschärfungen im Strafgesetzbuch für
TierquälerInnen beschlossen. Auch das 2. Zusammentreffen wurde dazu
genutzt, sich gemeinsam über Tierschutzthemen auszutauschen und
gemeinsame Positionen zu erarbeiten, um letztlich Tierleid zu
mindern.

Für ein Ende von Qualzuchten

Um Qualzuchten bei Hunden ein Ende zu setzen, erarbeitet der
Österreichische Kynologenverband (=Hundezüchterverband) derzeit in
dem, vom Bundesministerium für Gesundheit mitfinanzierten, Projekt
„Konterqual“ Zuchtvorschläge und Screening-Verfahren für Hunde und
verankert diese Maßnahmen auch in den Zuchtvorschriften der einzelnen
Zuchtvereine. „Es ist ein zentrales Anliegen auf Tiere, die
lebenslange Qualen leiden müssen, ein Zucht- und Halteverbot zu
verhängen. Da solche Tiere beispielsweise mit Taubheit, Luftknappheit
oder Haarlosigkeit leben müssen, allein aufgrund ihrer Züchtung, auf
ein gewisses ‚Schönheitsideal‘ hin. Eine weitere Aufgabe sehen wir
darin, in einem zweiten Schritt auch Aufklärung bei den KäuferInnen
zu leisten. Die Ausweitung einer dementsprechenden Liste, die im
ersten Schritt nur Hunderassen enthalten wird, auf Katzen und
Kleintierarten wird in einer Expertenrunde als Folge dieser Konferenz
beraten“, so Landesrat Ing. Maurice Androsch.

Ein weiterer Vorstoß der LändervertreterInnen ist die Forderung, den
Verkauf von Hunden und Katzen in Zoofachhandlungen zu überdenken und
im Zuge dessen, sofern fachlich gerechtfertigt, gesetzlich
nachzubessern. Landesrat Ing. Maurice Androsch: „Aus Tierschutzsicht
gibt es, einem Antrag Wiens zufolge, zahlreiche gewichtige Gründe
hinsichtlich Haltung und Sozialisierung der Tiere für ein Nein zum
Verkauf von Hunden und Katzen in Zoofachgeschäften. Erschwerend hinzu
kommt, dass die Abschaffung des Verbots nicht die erwünschten
Früchte, nämlich den Welpenhandel in kontrollierte Bahnen zu lenken,
getragen hat.“ So komme kein Hund und keine Katze, der/die im
Zoofachgeschäft zum Verkauf steht, aus Österreich. Denn die
österreichischen Züchter erachten den Verkauf über Tierhandlungen für
nicht geeignet, um einem Hundewelpen die gewünschten Voraussetzungen
für den Start in ein gesundes und glückliches Hundeleben zu
gewährleisten.

Aufzucht zum Zwecke des Abschießens bedarf weiterer Beratungen

„Die Aufzucht, beziehungsweise „Produktion“ von Wildtieren zum Zwecke
des Abschießens, sowie die Diskussion über die Gatterjagd bedarf
weiterer Beratungen. Die Steiermark wird diese weiter vorantreiben
und mit den Ländern an Lösungen arbeiten“, so der steirische
Tierschutzlandesrat Mag. Jörg Leichtfried.

Das Land Steiermark erkläre sich darüber hinaus bereit erste Schritte
zur Definierung und Evaluierung geeigneter Kriterien, im Bereich der
Beseitigung von Missständen, auf österreichischen Schlachthöfen zu
setzen. „Am Ende des Prozesses soll ein umfassendes Gütesiegel für
Fleisch etabliert werden, welches nicht nur die artgerechte Haltung
und den Transport, sondern auch die tierschutzgerechte Schlachtung
umfasst!“ so Landesrat Leichtfried weiter.

Sachkundenachweis für die Haltung von gefährlichen Tieren

Es gebe derzeit keine seriöse Schätzung über den Umfang an
gehaltenen, gefährlichen Tieren. Die burgenländische
Landestierschutzreferentin Landesrätin Verena Dunst: „Eine
Verbotsliste für die Haltung gefährlicher Tiere alleine würde das
Problem nicht lösen. Wir setzen uns dafür ein, neben der
Verbotsliste, eine Möglichkeit der bewilligten Haltung dieser zu
gewähren.“ Ansonsten würden die Tierhalter entweder in der
Illegalität verbleiben, beziehungsweise dorthin gedrängt. Deshalb
würden nun ExpertInnengutachten eingeholt und die Erstellung eines
Vorschlags für eine bundeseinheitliche Liste von gefährlichen
Wildtieren, die einer sicheren Verwahrung bedürfen, eingeleitet.

Breiter Themenquerschnitt diskutiert

¨Insgesamt hat sich die Tierschutzkonferenz in einer intensiven
Diskussion einem breiten Themenquerschnitt gewidmet, etwa mit dem
Ziel den Schutz von Wildtieren zu verbessern oder auch den Verkauf
und die Haltung von Heimtieren besser zu regeln“, zeigt sich LHStv.
Dr.in Astrid Rössler abschließend überzeugt gemeinsam viele
Verbesserungen in Sachen Tierschutz erreichen zu können.

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