- 09.03.2016, 11:29:38
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Kaske: „Mehrsprachigkeit in den Schulen als Chance nutzen“
Arbeiterkammer fordert Lehramtsausbildung für die wichtigsten Sprachen der MigrantInnen als zweite lebende Fremdsprache
Utl.: Arbeiterkammer fordert Lehramtsausbildung für die wichtigsten
Sprachen der MigrantInnen als zweite lebende Fremdsprache =
Wien (OTS) - In den Lehrplänen für die Lehrerausbildung ist
muttersprachlicher Unterricht wenig verankert. Das ergibt eine Studie
der Bildungsforscherin Judith Purkarthofer von der Universität Oslo.
Purkarthofer präsentiert ihre Untersuchung der Lehrpläne zur
Ausbildung von PädagogInnen heute auf der Veranstaltung
„Mehrsprachigkeit und PädagogInnenbildung“ in der Arbeiterkammer
Wien. AK Präsident Rudi Kaske fordert in seiner Eröffnung, dass die
wichtigsten MigrantInnensprachen in den Schulen verstärkt als zweite
Fremdsprache unterrichtet werden. Mehrsprachigkeit eröffne Chancen im
Beruf. Immerhin werde es von der Wirtschaft gerne genutzt, dass ihre
Beschäftigten mit Migrationshintergrund im Schnitt drei Sprachen
sprechen.
Ein Viertel aller Kinder in den Pflichtschulen spricht neben
Deutsch noch andere Sprachen im Alltag – in Wien ist es sogar die
Hälfte. Gleichzeitig sagen zwei Drittel der Wiener Beschäftigten mit
Migrationshintergrund, sie würden ihre Sprachkenntnisse auch
beruflich einsetzen. „Das müssen die Unternehmen als
Zusatzqualifikation anerkennen und honorieren“, sagt Kaske. In den
Kindergärten und in den Schulen könnten die Voraussetzungen für die
bessere berufliche Verwertung der Sprachkenntnisse geschaffen werden.
In den Lehrplänen zur Ausbildung der PädagogInnen wird
Mehrsprachigkeit als gegebene Realität bei den SchülerInnen und den
Kindergartenkindern angenommen, aber muttersprachlicher Unterricht
ist wenig verankert, wie die Studie von Judith Purkarthofer zeigt.
Das liege aber nicht daran, dass niemand etwas von muttersprachlichem
Unterricht versteht, so Purkarthofer. Tatsächlich gäbe es an den
pädagogischen Hochschulen, den Universitäten und auch in
außeruniversitären Zentren jede Menge Fachwissen dazu.
„Wir müssen die Mehrsprachigkeit in den Schulen als Chance
nutzen“, sagt Kaske. Ein guter Ansatz sei, zusätzlich zum
Deutschunterricht, muttersprachlicher Unterricht, an dem derzeit
immerhin 34.000 SchülerInnen teilnehmen. Zusätzlich sollten die
wichtigsten Sprachen der MigrantInnen als zweite lebende Fremdsprache
unterrichtet werden. Für alle diese Sprachen müsste es auch eine
Lehramtsausbildung geben. Die gibt es etwa bereits für Kroatisch und
für Serbisch, aber nicht für Türkisch und Chinesisch.
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