Lunacek: „Wichtiger Erfolg von Zivilgesellschaft und Grünen gegen Glyphosat-Zulassung“

Minister Rupprechter muss Pro-Pestizid-Position revidieren

Straßburg/Wien (OTS) - „Dank des von den Grünen unterstützten starken Protests aus der Zivilgesellschaft ist es gelungen, dass die EU-Kommission heute keine Mehrheit für ihren Vorschlag der Zulassungsverlängerung für das Herbizid Glyphosat finden konnte. Die Verschiebung der Entscheidung bis auf weiteres ist ein erster großer Erfolg gegen das gesundheitsschädliche Herbizid. Noch vor einer Woche war an eine Verschiebung der Abstimmung nicht zu denken. Zumindest einige Regierungen haben die Verlängerung nicht einfach abgenickt – Österreich hat skandalöserweise für die Zulassung gestimmt.

Mit ihrem ursprünglichen Vorschlag die Zulassung für das umstrittene Totalherbizid Glyphosat bis 2031 zu verlängern, hat die EU-Kommission eindeutig gegen die Gesundheit der Bürgerinnen und Bürger und für die Interessen der Agrarindustrie wie die des Herstellers des Pestizids Monsanto gestimmt. Die Internationale Agentur für Krebsforschung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat Glyphosat als „wahrscheinlich krebserregend für Menschen“ eingestuft. Die Kommission verstößt mit ihrer Position gegen das Vorsorge-Prinzip, wirft alle Bedenken von WissenschaftlerInnen über Bord und berücksichtigt nicht einmal die Einschränkungen, die die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) gemacht hat. Die EFSA hatte immerhin auf die negativen Folgen für die Biodiversität hingewiesen.

Die EU-Kommission muss in den kommenden Wochen für eine umfangreiche und ausgewogene Analyse der Risiken sorgen und die Bewertungen der gemeinsamen Pestizid-Kommission (JMPR) der UN-Weltgesundheits- und Ernährungsorganisationen WHO sowie der FAO abwarten. Nur das wird dem Vorsorge-Prinzip, dem die EU-Kommission verpflichtet ist, gerecht.

Österreichs Umwelt- und Landwirtschaftsminister Rupprechter wiederum muss endlich mehr Umwelt- als Landwirtschaftspolitik machen und ist dringend aufgefordert, diese Verschiebung der Entscheidung ebenfalls für eine Nachdenkpause und das Revidieren der österreichischen Position im Sinne von Umwelt- und Gesundheitsschutz zu nützen“, kommentiert Ulrike Lunacek, Vizepräsidentin des Europäischen Parlaments und Delegationsleiterin der österreichischen Grünen im EP, die heutige Entscheidung im Ständigen Ausschuss für Pflanzen, Tiere, Lebensmittel und Futtermittel.

Grüne Argumente gegen Glyphosat:
http://www.greens-efa.eu/sieben-gruende-glyphosat-zu-verbieten-15239.
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