• 04.03.2016, 12:19:08
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Eurobarometer: Wachsender Pessimismus, aber Österreicher sehen EU bei Krisenlösung in der Pflicht

Vertretung der EU-Kommission stellt Umfrageergebnisse für Österreich vor

Utl.: Vertretung der EU-Kommission stellt Umfrageergebnisse für
Österreich vor =

Wien (OTS) - Die Österreicherinnen und Österreicher nehmen die EU
auch in den gegenwärtigen Krisen als wichtigen Akteur wahr. Demnach
sprechen sich knapp zwei Drittel aller Befragten in der aktuellen
Eurobarometer-Erhebung für eine gemeinsame Wirtschafts- und
Währungsunion (62%, EU28: 56%), für eine gemeinsame Verteidigungs-
und Sicherheitspolitik (61%, EU28: 72%), für eine gemeinsame
Außenpolitik (60%, EU28: 63%) sowie eine gemeinsame Energiepolitik
(58%, EU28: 70%) aus. Auch mit der Idee einer gemeinsamen
europäischen Flüchtlingspolitik sind knapp 60% aller Befragten in
Österreich (EU28: 68%) einverstanden. 62% sind der Meinung, dass
Österreich sich um Flüchtlinge kümmern müsse (EU28: 65%). Dennoch
sorgen die aktuellen Krisen für Vertrauensverluste in die
EU-Institutionen und auch die nationalen Regierungen. Das sind die
zentralen Ergebnisse der jüngsten Standard-Eurobarometer-Befragung
von November.

Jörg Wojahn, Vertreter der EU-Kommission in Österreich, zu den
Ergebnissen: "Die Verunsicherung in der EU ist gewachsen.
Gleichzeitig ist eine deutliche Mehrheit für gesamteuropäische
Lösungen. Die EU-Kommission hat von Anfang an solche gemeinsamen
Lösungen entwickelt und die Mitgliedstaaten in die Pflicht genommen:
in der Flüchtlingskrise genauso wie in der Wirtschafts- und
Finanzkrise. Damit die Menschen wieder Vertrauen in die Politik
bekommen, brauchen wir ein Miteinander. Die aktuellen
Herausforderungen betreffen alle. Denn sie dürfen nicht die
gemeinsamen Errungenschaften in Gefahr bringen: weder die offenen
Grenzen, noch den gemeinsamen Markt, noch die Freiheit, überall in
der EU zu arbeiten."

Harald Pitters, Autor des Länderberichts für Österreich ergänzte:
"Die Befragung fällt in einen Zeitraum, in der die Debatte zur Lösung
der Flüchtlingskrise bereits im vollem Gange war. Wir beobachten
europaweit einen Vertrauensverlust in die Politik auf nationaler wie
auf europäischer Ebene. Allerdings fällt die Einschätzung zu
Lösungsansätzen und zu Prioritäten der EU in Europa ganz
unterschiedlich aus."

Nur noch 26% der Österreicher und Österreicherinnen vertrauen der EU
(-6 Pp. im Vergleich zum Frühjahr 2015). Auch EU-weit ist das
Vertrauen in die europäischen Institutionen auf 34% gesunken (-5
Pp.). Ähnlich starke Vertrauensverluste verzeichnen die nationalen
Regierungen: Nur noch 33% der Befragten in Österreich vertrauen ihrer
Regierung (-9 Pp.). EU-weit beträgt dieser Wert nur 27% (-4 Pp.). Der
gewachsene Pessimismus drückt sich auch in einer negativen
Einschätzung der Wirtschaftssituation aus. In keinem anderen
europäischen Land ist die Bevölkerung in Bezug auf die Entwicklungen
am Arbeitsmarkt und die wirtschaftliche Lage im Trend so skeptisch
wie in Österreich. Nur knapp die Hälfte aller Befragten (51%, -5 Pp.;
EU28: 40%, +2 Pp.) schätzt die nationale Wirtschaftssituation positiv
ein, die Lage am heimischen Arbeitsmarkt sehen nur noch 38% positiv
(-2 Pp.; EU28: 30%, +2 Pp.). Allerdings sieht auch bei
wirtschaftspolitischen Maßnahmen eine deutliche Mehrheit der
Österreicher und Österreicherinnen die EU in der Pflicht, etwa bei
der Förderung privatwirtschaftlicher Investitionen (62%, EU28: 58%)
oder der Verringerung öffentlicher Defizite (75%, EU28: 72%).

Trotz Vertrauensverlusten fühlen sich die Österreicher und
Österreicherinnen nach wie vor mehrheitlich als EU-Bürger (63%, 27%
davon "sehr"). Dennoch ist dieses Zugehörigkeitsgefühl im Vergleich
zum Frühjahr 2015 um 9 Pp. gesunken. Grundsätzlich verbunden mit
Europa fühlen sich in Österreich 56% (-1 Pp.; EU28: 59%, +3 Pp.).

Für das Standard-Eurobarometer wurden in Österreich insgesamt 1.002
Personen, EU-weit 27.681 Personen ab 15 Jahren zwischen dem 7 und 17.
November befragt.

Link zum Nationalen Länderbericht: http://europa.eu/!mN94xH

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