- 03.03.2016, 08:45:03
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Gründergeist trotz lauer Konjunktur
Österreich verzeichnete 2015 weniger Unternehmensinsolvenzen und mehr Neugründungen. Eine Analyse von Bisnode D&B Austria.

Utl.: Österreich verzeichnete 2015 weniger Unternehmensinsolvenzen
und mehr Neugründungen. Eine Analyse von Bisnode D&B Austria. =
Wien (OTS) - Österreichs Unternehmer trotzen der nach wie vor
schleppenden Konjunkturbelebung und erfreuen mit einem Rückgang der
Insolvenzen sowie einem Anstieg der Neugründungen im Jahr 2015. Wie
Bisnode D&B Austria berichtet, war im vergangenen Jahr ein Minus bei
den Insolvenzen um rund 5% gegenüber dem Vorjahr zu verzeichnen.
Gleichzeitig waren die Neugründungen um ebenfalls gut 5% im Plus.
Bisnode D&B Austria ist Teil der Bisnode-Gruppe, dem führenden
Anbieter von Wirtschaftsinformationen in Europa und beobachtet seit
Jahren die Entwicklungen am österreichischen Markt.
Bemerkenswert sind die positiven Entwicklungen bei den neu
entstandenen und vom Markt verschwundenen Unternehmen vor allem, da
sie vor dem Hintergrund einer seit längerem nicht erfreulichen Lage
der Konjunktur und des Arbeitsmarktes stattfinden. Das reale
Wirtschaftswachstum 2015 betrug laut Statistik Austria lediglich 0,9
Prozent, die Arbeitslosigkeit steigt immerzu und bewegt sich auf die
Marke von 500.000 Personen bzw. 6% nach EU-Zählung.
Insolvenzen: die Muster ändern sich nicht
Wenn auch die rückläufige Entwicklung bei den Insolvenzen positiv
ist, die Sorgenkinder unter den Branchen bleiben dieselben. Wie
bereits 2013 und 2014 zeichneten sich auch 2015 die
Dienstleistungsunternehmen für ein Fünftel der Pleiten
verantwortlich. Mit knappem Abstand liegt das Gast- und Schankgewerbe
mit 18 Prozent auf Platz zwei sowie der Einzelhandel und das
Baunebengewerbe mit 15 bzw. 13% Anteil auf den Rängen drei und vier.
Am stabilsten zeigen sich Unternehmen in der Branche der
Finanzdienstleistungen (Banken, Versicherungen, Immobilien- und
Investmentfirmen). Diese liegen seit 2013 konstant bei einem Anteil
von 4% an allen Insolvenzen. Besser sind nur noch die Bereiche Land-
und Forstwirtschaft sowie der Bergbau mit jeweils unter einem
Hundertstel der gesamten Pleiten.
Bei den Branchen mit der bereits jetzt höchsten Insolvenzgefährdung
in den Dienstleistungen und im Gastgewerbe wird im Jahr 2016 die
Auswirkung der Registrierkassenpflicht interessant zu beobachten
sein, da diese seitens der Branchenvertreter als große Last
dargestellt wird.
Bei der Verteilung nach der Rechtsform spiegelt die
Insolvenzstatistik die österreichische Unternehmenslandschaft wider,
und das ohne wesentliche Veränderung in den letzten Jahren. Weit mehr
als die Hälfte aller Pleiten entfallen auf nicht protokollierte
Einzelfirmen, gefolgt von der GmbH mit knapp einem Drittel am
bitteren Insolvenzkuchen. Aktiengesellschaften rangieren in dieser
Statistik unter ferner liefen. Die höchste Insolvenzquote weisen wie
in den Vorjahren die GmbHs auf. Wobei die Quote definiert ist als
Verhältnis aus der Anzahl Insolvenzen von GmbHs zur Anzahl der GmbHs
gesamt.
Neugründungen: das verflixte zweite Jahr
Haben neu gegründete Unternehmen die ersten drei Jahre ihrer Existenz
gemeistert, steigen ihre langfristigen Überlebenschancen deutlich.
Während der ersten drei Jahre haben neue Firmen das höchste
Insolvenzrisiko, wie die Bisnode-Daten seit 2011 zeigen. Im ersten
Jahr der Gründung schießt die Pleitewahrscheinlichkeit rasant auf
einen Wert zwischen 8 und 10%, um sich dann im zweiten Jahr etwas
abgeflacht auf einen Spitzenwert von bis zu 14% zu bewegen. Im
dritten Jahr geht der Wert in den Beobachtungszeiträumen überwiegend
wieder auf 10% oder weniger zurück. Die Insolvenzwahrscheinlichkeit
reduziert sich mit fortschreitendem Unternehmensalter sukzessive und
liegt nach zehn Jahren bei vergleichsweise geringen 3 bis 4%.
GmbHs und Frauen auf dem Vormarsch
Mehr als die Hälfte der neu gegründeten protokollierten Unternehmen
2015 wurden in der Rechtsform einer GmbH eingetragen. Mit
Respektabstand und einem Anteil von etwas mehr als einem Fünftel an
den Neugründungen reihen sich die eingetragenen Unternehmen ein.
Bei der Geschlechterverteilung haben die Frauen die Nase vorne. Mit
über 55 Prozent zeigten sich die Unternehmerinnen 2015
gründungsfreudiger als ihre männlichen Counterparts. Allerdings
fallen unter die weiblichen Gründungen viele im Bereich der
Personenbetreuung, die sich für rund ein Viertel der Neugründungen
verantwortlich zeichnen.
Die schwedische Bisnode Gruppe, mit Unternehmenssitz in Stockholm,
ist mit 2.500 MitarbeiterInnen in 17 europäischen Ländern der
führende Anbieter für digitale Wirtschaftsinformationen. Bisnode
Austria beschäftigt ca. 70 MitarbeiterInnen in Wien. Das Unternehmen
verfügt über umfassende Daten zu mehr als 500.000 österr. und 103
Millionen europäischen Firmen sowie über das Dun & Bradstreet
Worldwide Network zu über 250 Millionen internationalen Unternehmen.
Weiters betreibt Bisnode eine Bonitätsdatenbank mit jeweils über 7,5
Mio Privatpersonen aus Österreich und der Schweiz und durch Partner
über 49 Mio deutsche Privatpersonen. In 2014 betrug der Umsatz der
Bisnode Gruppe 3,5 Mrd. Schwedische Kronen (ca. 370 Mill.
EURO/Stichtag 31.12.). Mehr Informationen unter www.bisnode.at
Bitte zitieren Sie Bisnode als Wirtschaftsauskunftei oder als
Bonitätsdienstleister.
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