Grenzenlose E-Mobilität braucht intelligente Stromnetze

Wien (OTS) - Damit man künftig mit jedem E-Fahrzeug an jeder Ladestelle in jedem Land problemlos Strom „tanken“ kann, bedarf es europäischer Standards. AIT liefert gemeinsam mit führenden internationalen Forschungs- und Entwicklungszentren die Voraussetzungen dafür.

Die schrittweise Umstellung auf Elektromobilität wird in den nächsten Jahren erheblich zur Reduktion des CO2-Ausstoßes beitragen. Deshalb hat sich die deutsche Bundesregierung zum Ziel gesetzt, bis 2020 eine Million Elektrofahrzeuge auf die Straße zu bringen. Auch in Österreich werden bis dahin geschätzte 200.000 E-Mobile angemeldet sein. Weil aber Elektroautos ihren Energiebedarf aus dem Stromnetz beziehen, müssen sie auch in problematischen Netzabschnitten sicher funktionieren. Wie das gehen kann, wird am AIT erforscht.

Das etwas sperrige Zauberwort in diesem Fall heißt „Interoperabilität“, also die Fähigkeit unterschiedlichster Systeme zur Zusammenarbeit. Um die involvierten Systeme kooperationsfähig zu machen, haben sich führende Forschungs- und Entwicklungszentren im EU-Projekt COTEVOS zusammengeschlossen. AIT war federführend daran beteiligt: „Wir konnten eine flexible Forschungsinfrastruktur für die Integration von E-Mobilität in intelligente Netze schaffen und stellen diese nun der Industrie zur Verfügung“, berichtet Johannes Stöckl vom AIT Energy Department. „Da die Netzanschlüsse vieler E-Mobile derzeit nur auf die lokalen Ladestellen einer Region ausgerichtet sind, gibt es je nach dem betroffenen Teil Europas individuelle Herausforderungen“, so der Experte. Deshalb wurde im Rahmen des Projekts unter anderem erstmals ermittelt, welche Netze es überhaupt gibt und welche Asymmetrien in der Spannungsqualität etc. die Fahrzeughersteller und Netzbetreiber berücksichtigen müssen. „Dieses Wissen ist sowohl für die Autoindustrie als auch für die Netzplaner wichtig“, betont Johannes Stöckl. Immerhin soll man künftig mit jedem E-Fahrzeug an jeder Ladestelle in jedem europäischen Land sicher Strom „tanken“ können.


Fitnessprogramm auf High-Tech-Niveau

Das Wechselspiel zwischen Netz und Fahrzeug verursacht aber nicht nur Probleme, sondern bietet auch die Gelegenheit, die Potentiale von Elektromobilität und intelligenten Stromnetzen zu verbinden. Das Elektroauto an sich hat einen bedeutenden Energiebedarf, was bei einer großen Zahl an Fahrzeugen für die Stromnetze in ihrem jetzigen Zustand zu lokalen Herausforderungen führen kann. Um die Netze für den steigenden Stromverbrauch bei gleichzeitig wachsender Anzahl dezentraler Versorgungsanlagen fit zu machen, müssen sie in „Smart Grids“ verwandelt werden. Intelligente Stromnetze ermöglichen nämlich eine laufende Abstimmung zwischen Energieerzeugern, -verbrauchern und -speichern und garantieren damit Versorgungssicherheit - auch wenn sehr viele E-Mobile gleichzeitig am Netz geladen werden.

Für dieses umfassende Fitnessprogramm stellt AIT das nötige Know-how und modernste Forschungs- und Simulationsinfrastruktur zur Verfügung. So kann im AIT SmartEST Labor etwa das Zusammenspiel von Stromnetz und E-Mobil-Ladestationen realitätsnah getestet, analysiert und schließlich verbessert werden. Damit wir in absehbarer Zeit mit unseren E-Fahrzeugen genauso problemlos von Berlin nach Rom wie von Wien nach Klosterneuburg fahren können.

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