- 01.03.2016, 09:55:24
- /
- OTS0052 OTW0052
Förderungen für Haneke-Drama und neue Filmstoffe
Förderzusagen des Filmfonds Wien zur 1. Jurysitzung 2016
Utl.: Förderzusagen des Filmfonds Wien zur 1. Jurysitzung 2016 =
Wien (OTS) - Große Namen wie Michael Haneke und Ulrich Seidl finden
sich unter den ersten vom Filmfonds Wien geförderten Projekten in
diesem Jahr. Weiters fallen ins Auge die Verfilmung des
Vea-Kaiser-Romans „Blasmusikpop“, ein Kindheitsporträt André Hellers,
Ruth Beckermanns Waldheim-Doku und Katharina Mücksteins zweiter
Spielfilm. Bei der ersten Sitzung im Jahr 2016 erteilte die Jury,
bestehend aus Roshanak Behesht Nedjad, Katharina Dufner, Daniela
Elstner, Peter Jäger und Gerlinde Seitner, insgesamt 11 Projekten
Zusagen – Mittel in Höhe von 1.454.000 Euro wurden vergeben.
Eingereicht waren 25 Projekte mit einer Antragssumme von etwa 3,8
Millionen Euro.
Fünf Projekte erhalten Herstellungsförderung in Gesamthöhe von
1.284.400 Euro.
Mati ist das einzige Mädchen in einer Clique, die mit ihren
Motorrädern die Gegend unsicher macht. Zerwürfnisse untereinander und
innerhalb ihres in der Krise befindlichen konservativen Elternhauses
stürzen sie in eine Identitätskrise. Regisseurin Katharina Mückstein
rückt in ihrem Coming-of-Age-Drama L’ANIMALE Fragen nach sozialer
Zugehörigkeit, persönlicher Freiheit, Sexualität und Jugendkultur in
den Mittelpunkt. Der zweite Spielfilm der Wiener Regisseurin – nach
TALEA, der 2013 eine Regie-Auszeichnung beim Max-Ophüls-Preis gewann
– wird mit Sophie Stockinger in der Hauptrolle und von Nikolaus
Geyrhalter Film produziert.
Für HAPPY END arbeitet Michael Haneke erneut mit den Jean-Louis
Trintignant und Isabelle Huppert zusammen. Die beiden französischen
Schauspielgrößen hatten bereits im Cannes-Gewinner LIEBE gespielt. Im
Zentrum der Geschichte steht eine bürgerliche, europäische Familie.
Sie ist verhaftet in ihrer eigenen Lebenswirklichkeit am Wohnort
Calais, Transitraum vieler Flüchtlinge, die sich in der urbanen
Peripherie in Notunterkünften sammeln und auf eine bessere Zukunft
hoffen. Die Koproduktion der Wega-Film mit Les Films du Losange (F)
und X-Filme (D) wird im Sommer gedreht.
Dokumentaristin Ruth Beckermann widmet sich mit ihrem neuen
Filmprojekt der Waldheim-Affäre, die im Zuge der
Präsidentschaftskandidatur Kurt Waldheims in den Jahren 1986-88
Österreich mit seiner NS-Vergangenheit konfrontierte und dabei großes
internationales Interesse erzeugte. Davon ausgehend stellt WALDHEIM
ODER THE ART OF FORGETTING Fragen zu individuellem und kollektivem
Bewusstsein und zu Verleugnung und zeigt den Aufbruch zu einer
freieren Gesellschaft.
Adolf Schandls unbeugsamer Wunsch nach Freiheit hat ihn in 40 Jahren
Haft mehrfach aus dem Gefängnis ausbrechen lassen. Im Dokumentarfilm
ICH BIN EIN SCHLECHTER MENSCH begleitet Susanne Freund den
80-jährigen Wiener bei seinem letzten Ausbruchsversuch, der
Auswanderung nach Australien, und reflektiert dabei über Moral,
Haltung, Toleranz und individuellem Glück – eine Produktion der kurt
mayer film.
Kinder, die in Neonazi-Familien geboren wurden, führen eine Kindheit
zwischen nationalsozialistischer Utopie und Strafverfolgung. Für ihre
Eltern lastet auf ihren Schultern die Zukunft Deutschlands. Der
Dokumentarfilm KLEINE GERMANEN weist auf eine extreme Situation hin,
die wenig diskutiert und doch immer aktueller wird. Die Filmemacher
und Produzenten Mohammad Farokhmanesh und Frank Geiger der Hamburger
brave new work koproduzieren mit Golden Girls Film.
Sechs Projekte erhalten Projektentwicklungsförderung in
Gesamthöhe von 169.600 Euro.
Ulrich Seidl arbeitet für seinen nächsten Spielfilm BÖSE SPIELE an
einer Geschichte zweier Brüder, deren getrennte Leben in der Fremde
nach einem Zusammentreffen von der Vergangenheit, Sehnsüchten und
Abgründen eingeholt werden. Mit Veronika Franz schreibt Seidl am
Drehbuch, die Hauptrollen sollen Michael Thomas („Import Export“) und
Georg Friedrich spielen.
Der Spielfilm JOSEFA UND DAS KIND DER POLIN aus der Feder Susanne
Rendls (Regie: Sabine Derflinger) ist ein historisches Drama,
angesiedelt 1945 kurz vor Kriegsende. Die Bäuerin Josefa widersetzt
sich den Nazis, um ein Kind vor dem Tod zu retten.
WIE ICH LERNTE, BEI MIR SELBST KIND ZU SEIN folgt einer biografischen
Erzählung André Hellers, in der der Sohn eines jüdischen
Süßwarenfabrikanten von seinem Vater wie auch von den Patres am
Jesuitenkolleg unterdrückt wird. Für das Kino schreiben Rupert
Henning und Uli Brée am Stoff.
Mit ihrem Debütroman BLASMUSIKPOP landete Vea Kaiser in den deutschen
und österreichischen Bestseller-Listen. Der satirische Heimatroman
über ein abgeschiedenes Bergdorf wird von Alrun Fichtenbauer als
Drehbuch adaptiert. Der Stoff soll unter der Regie von Catalina
Molina im nächsten Jahr verfilmt werden.
Nach seinem Debütfilm DIE WERKSTÜRMER arbeitet Andreas Schmied erneut
an einer Komödie. In HALS ÜBER KOPF flüchtet Bankierstochter Uta kurz
vor ihrer eigenen Hochzeit und arrangiert mit Hilfe eines
Kleinganovens eine Entführung, um ihren Vater zu erpressen.
Der Dokumentarfilm TONSÜCHTIG ist ein Porträt der Wiener Symphoniker,
den „Wiener Klang“ und ein Orchester zwischen Grandiosität und
inneren Zerreißproben – von Iva Svarcova und Malte Ludin.
Weitere Informationen zu den geförderten Projekten und
Geschlechterverhältnissen finden Sie unter
http://www.filmfonds-wien.at.
OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | FFO