- 28.02.2016, 13:57:19
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Industrie zur Bildungsreform: Mehr Mut!
IV fordert herzeigbare Ergebnisse: Aufwertung der Elementarbildung – Schlanke Bildungsdirektionen – Inhaltliche Reformthemen angehen
Utl.: IV fordert herzeigbare Ergebnisse: Aufwertung der
Elementarbildung – Schlanke Bildungsdirektionen – Inhaltliche
Reformthemen angehen =
Wien (OTS) - Die Industriellenvereinigung (IV) hat sich in den
vergangenen Monaten mit einer Reihe von Vorschlägen zur Reform des
Bildungswesens eingebracht. Anlässlich der Pressestunde mit
Bundesministerin Heinisch-Hosek betonte der Generalsekretär der
Industriellenvereinigung (IV), Mag. Christoph Neumayer: „Es ist uns
klar, dass die Vorschläge der Regierung zur Bildungsreform von vielen
Kompromissen geprägt sind. Dennoch erwarten wir uns in der Umsetzung
herzeigbare Ergebnisse. Dazu braucht es Weitblick und mehr Mut,
schließlich geht es um die Qualität der Bildung unserer Kinder“.
Bis zum Sommer hat sich die Bundesregierung vorgenommen, die
wesentlichen Pakete der Bildungsreform abzuarbeiten. Die wichtigsten
Forderungen der Industrie dazu fasst der IV-Generalsekretär in
mehreren Punkten zusammen: „Ein zentraler Erfolg der Bildungsreform
kann die Aufwertung der Elementarbildung werden. Wir brauchen das
zweite verpflichtende Kindergartenjahr und bundesweit einheitliche
Standards für die Qualität in den Kindergärten“. Auch sei wichtig,
dass die verpflichtenden Kindergartenjahre mit den ersten Schuljahren
für einen fließenden Übergang gut verknüpft würden. In der aktuellen
Frage der Notengebung trete die IV für eine verbale
Leistungsbeschreibung und Ziffernoten in allen vier Volksschulklassen
ein.
Die Schulen und die Pädagoginnen und Pädagogen wüssten am besten,
was ihre Kinder brauchen, deswegen liege die Zukunft in einer
weitgehenden pädagogischen, finanziellen und personellen Autonomie.
Im Gegenzug müsse die Verwaltung schlanker und billiger werden.
Neumayer: „Wir erwarten, dass die geplanten Bildungsdirektionen einen
Fortschritt gegenüber der derzeitigen Organisation darstellen. Im
Moment allerdings scheinen die politischen Gräben zwischen Bund und
Ländern noch breit zu sein. Wir wollen eine schlanke Behörde, weil es
um die Qualität von Bildung und nicht um die Quantität von Verwaltung
geht.“ Die Modellregionen bräuchten über die 15 Prozent-Grenze hinaus
inhaltliche Kriterien. Neumayer: „Eine Richtzahl ist das eine,
wichtiger aber ist, dass die Modellregion auch wirklich eine
organische Einheit mit einem sinnvollen Einzugsgebiet wird,
Vorarlberg ist ein gutes Beispiel dafür“.
„Wir appellieren an die Bildungsministerin und alle Beteiligten,
für eine Reform zu sorgen, die den Namen auch verdient“, so der
IV-Generalsekretär: „Und es muss uns bewusst sein, dass es nach den
Organisationsfragen noch viele offene inhaltliche Herausforderungen
gibt, denen wir uns widmen müssen“. Dazu gehören aus IV-Sicht
zeitgemäße Bildungsziele und Unterrichtsinhalte, eine Reform der
Pflichtschule hin zu mehr Bildungsqualität, die Einführung einer
Bildungspflicht mit mittlerer Reifeprüfung, mehr Chancengerechtigkeit
und Maßnahmen gegen Schulabbruch. „Auch für diese zentralen
inhaltlichen Fragen muss es Raum geben, am besten in einem
gemeinsames Vorgehen der Politik mit den Betroffenen, der
Zivilgesellschaft und der Wissenschaft“, so Neumayer abschließend.
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