• 27.02.2016, 08:00:02
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„profil“-Interview: Telekom-Aufsichtsrat Ronny Pecik für Delisting

„So wie die Wiener Börse heute gesehen und behandelt wird, könnte man sie gleich ganz zusperren“

Utl.: „So wie die Wiener Börse heute gesehen und behandelt wird,
könnte man sie gleich ganz zusperren“ =

Wien (OTS) - In einem Interview in der Montag erscheinenden Ausgabe
des Nachrichtenmagazins „profil“ spricht sich der Investor und
Telekom-Aufsichtsrat Ronny Pecik für einen Abgang der Telekom Austria
AG von der Wiener Börse aus. „Ein Delisting würde dem Unternehmen gut
tun, weil es sehr viele Dinge vereinfacht, vieles erspart, den
Verwaltungsaufwand reduziert.“ Der Wiener Markt habe seinen früheren
Stellenwert ohnehin verloren. „Seit sechs, sieben Jahren wird der
österreichische Kapitalmarkt vollkommen vernachlässigt. So wie die
Wiener Börse heute gesehen und behandelt wird, könnte man sie gleich
ganz zusperren. Die würde niemandem abgehen.“

Hauptaktionär América Móvil hält derzeit rund 60 Prozent, hat sich
gegenüber der Republik Österreich aber 2014 vertraglich verpflichtet,
bis September dieses Jahres auf 51 Prozent zurückzugehen. Pecik dazu:
„Ja, es gibt diese Klausel. Deren Sinnhaftigkeit muss nun auf Ebene
der Vertragspartner diskutiert werden.“ Scharfe Kritik übt Pecik, der
sich 2010/2011 in die Telekom eingekauft und 2012 América Móvil nach
Österreich geholt hatte, an der Gestion des Unternehmens durch die
früheren Vorstände Hannes Ametsreiter und Hans Tschuden: „Ohne
América Móvil wäre die Telekom heute womöglich gar nicht mehr da. Als
ich eingestiegen bin, war das Unternehmen massiv überschuldet und
hatte kein Geld mehr in der Kassa. Es war erschreckend.“ Bis dahin
seien „extrem hohe Dividenden“ ausbezahlt, Probleme im
Auslandsgeschäft verdeckt und „viel zu hohe Werbebudgets“ geführt
worden. „Manche Dinge wurden besser dargestellt, als sie waren“, so
Pecik im „profil“-Interview.

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