Kurswechsel im Stiftungswesen JETZT

25 – 30 Privatstiftungen transferierten knapp vor Jahreswechsel geschätzte drei bis fünf Milliarden Euro nach Liechtenstein. Was nun?

Wien (OTS) - Der Abgang von Kapital ins Ausland schmerzt. Der Vertrauensentzug der Stifter in die österreichische Gesetzgebung tut mindestens genauso weh, wahr ist aber: Um Vermögen im Land zu halten, müssen wir mehr Verbindlichkeit, Rechtssicherheit und Gestaltungsspielraum bieten.

Weitsichtige Gesetzgebung statt kurzsichtiger Besteuerung

Die abgewanderten Stiftungen haben der Republik Österreich 75 Mio. Euro an Strafsteuer hinterlassen. „Das ist kein Anlass zur Freude, sondern ein Aufruf zu handeln“, konstatiert Petra Navara, Geschäftsführerin des Verbandes für gemeinnütziges Stiften.

Während das Gemeinnützigkeitsgesetz Bewegung in die Stiftungsszene bringt, bremst der Umgang mit dem Privatstiftungsgesetz (PSt). 1993 kaum in Kraft gesetzt, folgten steuerrechtliche Anpassungen in zweistelliger Zahl – jeweils nachteilig für die Stiftungen. „(Potenzielle) Stifter brauchen politisches Commitment, Rechtssicherheit und mehr Gestaltungsspielraum, dann ist Österreich als Anlage- und vor allem Aktionsstandort interessanter als die Nachbarstaaten“, ist Navara überzeugt. „Wenn wir Stiftungen vernachlässigen und geringschätzen, werden weitere Milliarden verloren gehen.“

Privatnützig UND gemeinnützig

Mit dem Inkrafttreten des neuen Gemeinnützigkeitsgesetzes (BStFG) zu Jahresbeginn sind für auch für Privatstiftungen Anreize geboten, aktiv Projekte und Innovationen der Zivilgesellschaft zu unterstützen. „Wir brauchen sie, um alternative und zukunftsweisende Lösungsansätze für anstehende Probleme zu finden und uns als Gesellschaft weiterzuentwickeln“, erklärt Navara.

Durch Zustiften oder in Substiftungen kann beinahe jede Stiftung (sofern die Stiftungsurkunde das zulässt) gemeinnützig tätig werden – im Sozialwesen, in Bildung oder Gesundheit, Wissenschaft und Forschung, Kunst und Kultur, …. Ein unbürokratischer Gründungsakt und umfassende steuerliche Erleichterungen eröffnen viele Optionen gute Ideen umzusetzen.

Österreich verliert mit abwandernden Stiftungen nicht nur Bankkunden und ihr Vermögen. „Wir verlieren Kapital, mit dem Zukunft gestaltet werden kann“, bedauert Navara.

Rückfragen & Kontakt:

Petra Navara
office@gemeinnützig-stiften.at
0664 544 1090

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