- 26.02.2016, 08:33:18
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Brennpunkt Bildgebung: Ultraschall und MRT bei der entzündlichen Arthritis
Wien (OTS) - Lange Zeit stellten Röntgenbilder den Grundstein der
Diagnose in der Rheumatologie dar. Röntgenbilder des Hand- und
Fußbereiches wurden bei Patienten mit rheumatoider Arthritis zum
Beispiel dazu verwendet, um den Zustand der Gelenke oder die
Fortschritte in der Nachbehandlung beurteilen zu können. Durch die
Verfügbarkeit von wirksamen Medikamenten hat sich der Fokus bei der
Behandlung der entzündlichen Arthritis aber stark in Richtung einer
möglichst frühen Erkennung und Diagnose verschoben.
Unter entzündlicher Arthritis versteht man eine Gruppe von
Erkrankungen, die als gemeinsame Merkmale eine Entzündung der Gelenke
und des umliegenden Gewebes aufweisen. Unter anderem fallen hierunter
die rheumatische, psoriatische und die juvenile idiopathische
Arthritis.
Viele entzündliche Formen der Arthritis sind Autoimmunerkrankungen,
bei denen die Genetik eine entscheidende Rolle spielen dürfte, wobei
die Forschung aber auch nahelegt, dass zusätzliche Faktoren wie
Stress, Rauchen oder Hormone einen Einfluss haben.
Charakteristische Symptome sind Schmerzen, Schwellungen, Wärme und
Druckempfindlichkeit der Gelenke, sowie eine Gelenkssteifheit am
Morgen, die über eine Stunde andauert. Da die meisten Formen der
entzündlichen Arthritis den gesamten Körper betreffen, ist es nicht
ungewöhnlich, dass mit der Entzündung zusammenhängende Symptome auch
an anderen Stellen des Körpers auftreten.
„Unterschieden werden muss auch von einer infektiösen Arthritis,
welche durch einen Keim hervorgerufen wird und die auch Ausprägungen
einer rheumatoiden Arthritis zeigen kann, sich allerdings nicht auf
ein einzelnes Gelenk beschränkt. Unumgänglich bei jeder
Arthritis-Unterscheidung ist die gemeinsame Betrachtung mit
klinischem Beschwerdebild und Laborwerten, wodurch eine Zuordnung
deutlich erleichtert wird“, so Professor Andrea Klauser, leitende
Oberärztin an der Universitätsklinik für Radiologie, Medizinische
Universität Innsbruck.
Unabhängig davon, welche bildgebende Methode zum Einsatz kommt, ist
es immer wichtig, nach dem sogenannten „joint-as-an-organ“ Konzept
vorzugehen, welches das Gelenk als einen „Mikrokosmos“ ansieht, wo
alle Entzündungsreaktionen im Rahmen der jeweiligen
Arthritisausprägung gewissen Gesetzmäßigkeiten folgen.
Feststellen von Entzündungen durch bildgebende Methoden
Ultraschall und MRT spielen eine wichtige Rolle, da beide Methoden in
der Lage sind, akute Entzündungen festzustellen. Farbdoppler
Ultraschall ist unter anderem dazu in der Lage, Hypervaskularisation
und Entzündungen der inneren Schicht der Gelenkskapsel zu erkennen.
Eine entzündliche Arthritis zeigt sich im Power Doppler Ultraschall
durch eine Mehrdurchblutung, eventuelle Ergussansammlungen und in
späterer Folge durch eine Verdickung des Entzündungsgewebes, welches
infolgedessen auch die Gelenke angreifen kann. Eine frühzeitige
Diagnostik und damit ein früher Therapiebeginn sind hier von
entscheidender Bedeutung, so dass dies verhindert werden kann. Die
Magnetresonanztomographie (MRT) hat den zusätzlichen Nutzen, dass sie
in der Lage ist, Knochenmarksödeme und subklinische
Entzündungsprozesse aufzuzeigen.
„Beide Methoden ermöglichen eine frühere Diagnose von
Gelenksentzündungen und zusätzliche Aussagen zu
Weichteilentzündungen, die z.B. Sehnen betreffen können, oder die
Bildung von Rheumaknoten. Grundsätzlich wird zuerst der Ultraschall
eingesetzt, da er schneller verfügbar ist, und mehrere Gelenke in
einer Sitzung untersucht werden können. Die MRT sollte reserviert
sein für Fragestellungen, die der Ultraschall nicht ausreichend
beantworten kann“, so Klauser.
Aufgrund der großen Fortschritte bei Medikamenten ist es zunehmend
wichtig, rasch und genau zu überprüfen, ob der erwartete
Therapieerfolg auch ausreichend eintritt. Dies ist mittels
Ultraschall sehr genau möglich, wodurch eine breitere Anwendung von
Ultraschalluntersuchungen zu erwarten ist.
„Weiter sind ultraschall-gezielte Infiltrationen als minimal invasive
zusätzliche Therapieoptionen für einzelne aktive Gelenke von großer
Wichtigkeit, da dadurch die systemische Therapie nicht immer gleich
verändert werden muss, was dem Patienten sehr zugute kommt. Auch ein
Entzündungs-Monitoring auf angiogenetischer Ebene (Mikrogefäße) ist
mittels Ultraschall und Ultraschallkontrastmittel bereits möglich,
was das Potential dieser Methode erahnen lässt“, so Klauser
abschließend.
Ab 2. März tagen in Wien über 20.000 Radiologen
Beim 28. Europäischen Radiologenkongress (European Congress of
Radiology/ECR) vom 2. bis 6. März 2016 im Austria Center in Wien
werden auch heuer wieder Spezialisten aus dem Bereich der
medizinischen Bildgebung ihr Fachwissen auf den verschiedensten
Gebieten austauschen, und die neuesten Erkenntnisse der Forschung
präsentieren.
Der ECR ist die Jahrestagung der Europäischen Gesellschaft für
Radiologie (European Society of Radiology/ESR), welche weltweit über
63.600 Radiologen vertritt. Mit mehr als 20.000 Teilnehmern aus der
ganzen Welt ist der ECR einer der größten medizinischen Kongresse
weltweit; zusätzlich bietet er eine der größten Industrieausstellung
in Europa, bei der auf über 26.000 m² mehr als 300 internationale
Firmen die neuesten Produkte der Medizintechnik vorstellen.
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