• 22.02.2016, 09:03:36
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Zusammenhalt statt Zersplitterung

Kosteneffektivität, Strukturveränderungen, Transparenz im Gesundheitswesen waren zentrale Diskussionsthemen beim Health Care Symposium der Pharmig Academy.

Utl.: Kosteneffektivität, Strukturveränderungen, Transparenz im
Gesundheitswesen waren zentrale Diskussionsthemen beim Health
Care Symposium der Pharmig Academy. =

Wien (OTS) - Am 18.2. lud das Aus- und Weiterbildungsinstitut der
Pharmig, die Pharmig Academy, zum Health Care Symposium ins Novomatic
Forum. Dort diskutierten Gesundheitsexperten über die Überwindung von
Partikularinteressen, über Kosteneffektivität, den notwendigen
strukturellen Wandel und funktionierende Ärzte-Arbeitsmodelle. Dr.
Jan Oliver Huber als Vertreter der Veranstalterin wies in seinen
Begrüßungsworten darauf hin, dass globale Entwicklungen ihre Schatten
auf die Solidarität in unterschiedlichen Gesellschaftsbereichen
werfen: „Wir sehen immer härtere Auseinandersetzungen, immer weniger
Willen, Herausforderungen in Kooperation zu meistern.“

Prof. DDr. Christian Köck, Geschäftsführer Health Care Company GmbH,
nahm in seinem Vortrag diesen Gedanken auf und sprach von einem
Politik- statt eines Politikerversagens, wenn der Erhalt des
gesellschaftlichen Zusammenlebens durch Partikularinteressen
gefährdet ist. Es sei die Verantwortung jedes einzelnen, endlich
Kosteneffektivität und rationale Strukturen in das Gesundheitssystem
zu bringen und kollektive Interessen mit privatwirtschaftlichen in
Einklang zu bringen.

Ob und wie all das realisiert werden kann, darüber diskutierten
anschließend BMG-Sektionsleiter Dr. Clemens Martin Auer,
Patientenombudsmann Franz Bittner, Dr. Frank-Ulrich Fricke von der
Technischen Hochschule Nürnberg, Abteilungsvorstand Prim. Prof. Dr.
Kurt Huber vom Wilhelminenspital, Prof. DDr. Christian Köck, Mag.
Philipp Lindinger von der AUSTROMED, Hauptverbandsdirektor Dr. Josef
Probst, Pharmig-Academy-Präsident Prof. Dr. Robin Rumler und Univ.-
Prof. Dr. Judit Simon von der MedUni Wien.

Wesentlich sei, so Dr. Rumler, dass das System transparenter werde:
„Die Industrie ihrerseits muss klar aufzeigen können, was der Wert
eines Arzneimittels ist.“ Die Verringerung von Krankenstandstagen,
eine schnellere Rückkehr ins Arbeitsleben, kürzere
Spitalsaufenthalte, diese Faktoren seien in die Debatte um die
Medizinprodukte- und Arzneimittelkosten mit aufzunehmen, forderte in
diesem Zusammenhang Mag. Lindinger. Transparenz auf allen
Kostensektoren, das sei auch laut Dr. Simon eine Notwendigkeit, um
einzelne Komponenten im System bewerten zu können.

Der Ruf nach Transparenz auf allen Ebenen, fairen
Arzneimittelpreisen, Einsparungen und damit Kosteneffektivität auf
struktureller Ebene – all das weise laut DDr. Köck darauf hin, dass
wir uns im Kollektiv auf Antworten einigen müssten. Die Medizin sei
dabei nur eine der Möglichkeiten, Gesundheit herzustellen. Es gehe
laut Köck auch um Bildung oder Einkommensgerechtigkeit. Damit nicht
alles so bleibt, wie es ist, müsse sich jeder einzelne an der
Verbesserung des Systems beteiligen, forderte Dr. Probst. Und für
Sektionschef Auer sind nachhaltige Reformschritte nur dann möglich,
wenn wir es schaffen würden, einem „Headroom for innovation“
dauerhaft Raum zu verschaffen.

Im zweiten Teil der Veranstaltung widmete sich ein anderes Podium der
Thematik der Ärzteversorgung. Einleitend sprach Dr. Johannes
Steinhart, Vizepräsident der ÖÄK und Bundeskurienobmann der
niedergelassenen Ärzte über die Rahmenbedingungen, die derzeit
verhindern würden, dass Ärzte erfolgreich ihren Beruf ausüben können.
Ein System wäre besser evolutionär als revolutionär zu verändern, so
Steinhart. Zentral sei es, das Gesundheitswesen nicht nur als
Ausgaben-, sondern ganz gezielt auch als Investitionsgebiet zu
betrachten.

Den Themen Ärztemangel, Krankenhausstrukturen, Primärversorgung und
Versorgungszentren widmeten sich im Anschluss Dr. Reinhold Glehr,
Vizepräsident der ÖGAM, Mag. Julian Hadschieff, Geschäftsführer der
PremiQaMed Holding GmbH, Gebietskrankenkassen-Direktor Dr. Arno
Melitopulos, Univ. Prof. Dr. Sylvia Schwarz vom KAV, Dr. Johannes
Steinhart sowie Mag. Bernhard Wurzer, stv. Generaldirektor im HVB.

Abschließend waren sich alle Diskutanten darüber einig, dass Reformen
nur erfolgreich umgesetzt werden können, wenn sich alle Stakeholder
im Gesundheitswesen mit den Vertretern der Politik an einen Tisch
setzen. „Wir müssen in einen vom Kooperationsgedanken getragenen
Diskurs treten, Transparenz walten lassen und gemeinsame Ziele
verfolgen“, zog Dr. Rumler am Ende der Veranstaltung sein Resümee.

Über die PHARMIG ACADEMY:

Die PHARMIG ACADEMY ist der Aus- und Weiterbildungsspezialist für den
Pharma-Bereich. Die Seminare orientieren sich an aktuellen
Entwicklungen und richten sich an alle, die Interesse am
Gesundheitsbereich haben bzw. darin tätig sind. Das Portfolio der
PHARMIG ACADEMY besteht aus Seminaren, Lehrgängen und Trainings, die
auf Wunsch auch individuell konzipiert werden.

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