FCG-younion, Obermülner: Ablehnung der Dienstverlängerung von Dr. Rainer ist unhaltbar

Wien (OTS) - Dass die kritischen Positionen und Aktivitäten des Herrn Dr. Gernot Rainer sowohl die Führung des Wiener Krankenanstaltenverbundes (KAV) als auch die zuständige Stadträtin Mag.a Wehsely gereizt haben, ist evident - und auch gewerkschaftlich ist eine Konkurrenzgewerkschaft eine Herausforderung.

Dass man sich dieser Herausforderung aber dadurch entledigt, dass man Dr. Rainer die anstehende Übernahme in ein unbefristetes Dienstverhältnis verwehrt, ist wirklich skandalös und unhaltbar. Die Begründung, wonach er eine negative Einstellung hinsichtlich der Identifikation mit den Gesamtinteressen der Stadt Wien und der Dienststelle aufweise, ist geradezu grotesk.

Im Sinne einer konstruktiven Konfliktkultur bietet ein solcher Herausforderer viele Chancen um Probleme sichtbarer zu machen und damit auch den Raum für Lösungsmöglichkeiten zu vergrößern. Dass man dies nicht zu nutzen weiß, ist ein weiterer Hinweis für den kritischen Zustand des KAV.

Für den möglichen Fall einer destruktiven kritischen Haltung hätte man auch bei Bestehen eines unbefristeten Dienstverhältnisses jederzeit die Möglichkeit zu kündigen. Dafür müsste man aber eine gerichtliche Kontrolle in Kauf nehmen, was man offensichtlich von vornherein ausschließen will.

Schon aus diesen Gründen ist offensichtlich, dass dieser Entscheidung der „Kommission“ eine unsachliche Motivlage zugrunde liegt - und dies ist unhaltbar und muss umgehend von politischer Seite unterbunden werden.

Zu bedenken ist dabei auch, wie denn nun mit den anderen Mitgliedern der Asklepios verfahren werden soll. Müssten nicht auch gegen diese Mitglieder dienstrechtliche Schritte gesetzt werden, um sie wieder auf den Weg der „richtigen Identifikation“ zurück zu bringen?

Sehr bitter ist auch das Verhalten des Kommissionsmitglieds, das seitens der Personalvertretung an der Entscheidung mitgewirkt hat, da angeblich der Beschluss einstimmig gefasst wurde. Auch wenn Dr. Rainer einer Konkurrenzgewerkschaft angehört, ist es für mich inakzeptabel, dass eine Gewerkschaftsfunktionärin bzw. ein Gewerkschaftsfunktionär einer Beendigung des Dienstverhältnisses zustimmt, weil sich der Betroffene unbequem gewerkschaftlich engagiert.

PS: „Jansenismus“

Im 17. Jahrhundert gab es innerkirchlich Streit, der auf den Bischof Cornelius Jansen zurückgeht. Auf ihn gründete sich eine Erneuerungsbewegung, die elitär ausgerichtet war und in der Handlungen im Zweifelsfall nicht erlaubt waren, da der menschliche Willen schwach sei.

Ich bin mir nicht ganz sicher, warum mir dies an dieser Stelle einfällt - vielleicht hängt dies aber auch mit Prof. Dr. Udo Janßen, dem Generaldirektors des KAV, zusammen, unter dessen Führung der KAV reformiert wird. Man hat den Eindruck, dass eine kleine Elite den Ton angibt und dass eigenmächtige Handlungen im Zweifelsfall nicht gerne gesehen werden. Hoffentlich entwickelt sich die Erneuerungsbewegung des KAV nicht zu einem „Janßenismus“.

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Kurt Obermülner, MAS
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Fraktion christlicher Gewerkschafter/innen
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