Nominierungen und Preisträger der "Senioren-Rose" und "Senioren-Nessel" 2015

Medienpreise im Parlament überreicht

Wien (OTS) - Am 15. Februar 2016 fand auf Einladung von Nationalratspräsidentin Doris Bures, des Österreichischen Seniorenrates und des Österreichischen Journalisten Club die Preisvergabe der Medienpreise "Senioren-Rose" und "Senioren-Nessel" für das Jahr 2015 statt.

In Vertretung der Nationalratspräsidentin begrüßte Parlamentsvizedirektorin Dr.in Susanne Janistyn-Novák rund 160 Gäste im Abgeordnetensprechzimmer des Parlaments.

Seniorenrats-Präsident Karl Blecha in seinem Eröffnungsstatement:
„Was wir über unsere Gesellschaft, ja über die Welt, in der wir leben, wissen, wissen wir durch die Medien“. Dieser Satz des großen Soziologen und Gesellschaftstheoretikers Niklas Luhmann bringt die Macht der medialen Darstellung treffend auf den Punkt. Medien bilden Realität nicht nur ab, sie erschaffen sie und haben damit eine unfassbar große Verantwortung. Sie tragen mit ihrer Berichterstattung maßgeblich zum sozialen Zusammenhalt unserer Gesellschaft, zur Solidarität zwischen den Völkern, Kulturen und Generationen und damit zum sozialen Frieden bei.

Die Medienpreise „Senioren-Rose“ und „Senioren-Nessel“ wurden vor mittlerweile sieben Jahren ins Leben gerufen und haben das mediale Bild der älteren Generation gewandelt! Wenn es allerdings um das Thema Pensionen geht, sitzen einige Journalistinnen und Journalisten noch immer bewussten Falschmeldungen selbsternannter Pensionsexperten auf und verbreiten Horrormeldungen von der angeblichen Unfinanzierbarkeit unseres Pensionssystems. In einer Zeit des Umbruchs, der Digitalisierung der gesamten Gesellschaft, mitten in der vierten Industriellen Revolution braucht es die Erfahrung der „Reifen Erwachsenen“ und den frischen Wind der Jugend!“ so Blecha abschließend.

„Seniorinnen und Senioren waren noch nie so aktiv, gesund, und produktiv wie heute“, sagte die Bundesvorsitzende des Österreichischen Seniorenbundes und Landesvorsitzende des Wiener Seniorenbundes LAbg. Ingrid Korosec zur Verleihung der Medienpreise Rose & Nessel. „Sie leisten einen wichtigen Beitrag zum gesellschaftlichen Leben, etwa in der Freiwilligenarbeit. Sie dürfen deshalb Anspruch auf volle Mitbestimmung und Teilhabe sowohl im gesellschaftlichen als auch politischen Bereich erheben“, so Korosec weiter. Nicht zuletzt seien sie auch als Konsumenten eine wichtige Stütze unserer Wirtschaft.

Das alles verlange eine der Realität entsprechende Darstellung in den Medien, sagte Korosec. „Es braucht keine Beschönigungen, es soll aber auch keine negativen Klischees geben“. Rose & Nessel solle zu diesem Ziel beitragen. Die Seniorenbund-Vorsitzende anerkannte, dass die Berichterstattung insgesamt immer besser geworden sei, wofür Rosen vergeben werden, leider gebe es auch immer noch negative Beispiele, die mit Nesseln bedacht werden müssten.“

Der Präsident des Österreichischen Journalisten Club Fred Turnheim zeigte sich in seinem Eröffnungsstatement erfreut, dass die Auszeichnungen schon einiges bewirkt haben: „Die Vergabe einer Nessel im Bereich Fotografie hat zu mehrmaligen Gesprächen mit der Fotografeninnung geführt, die unser Anliegen verstanden hat. Die Gespräche werden nun mit den Fotoredakteuren fortgesetzt, so dass wir hoffen, die Fotos von den taubenfütternden Alten im Park bald nicht mehr auszeichnen zu müssen.“

Präsident Fred Turnheim stellte aber auch fest, dass sich unsere Gesellschaft in schwierigen Zeiten befindet. „Besonders mit der Solidarität zwischen den Generationen, aber auch zwischen den Menschen – ganz allgemein – hapert es. Was JUNG ist zählt, die ALTEN empfindet diese Gesellschaft als Belastung. Noch immer trennen sich – ungestraft –Staatsunternehmen mit blechernen und anderen Handshakes von erfahrenen Mitarbeitern. Was auf der Strecke bleibt ist das Wissen und Können der Menschen. Aber auch ein Manager sollte bedenken, dass auch er einmal zum „alten Eisen“ gehören wird.“

Zum Abschluss seiner Worte kritisierte Turnheim die Einschränkungen des Journalismus, durch das vor wenigen Tagen in diesem Haus beschlossene Staatsschutzgesetz und das Sicherheitspolizeigesetz:
„Diese massiven Eingriffe in unsere Grundrechte können nicht akzeptiert werden und daher scheint eine Klage vor dem Verfassungsgerichtshof für uns unabdingbar.“

Der Jury gehörten an: Vorsitzender Fred Turnheim, Peter Baminger, Dr. Harald Glatz, Prof. Oswald Klotz, Prim. STRin Abg.z.NR a.D. Dr.in Elisabeth Pittermann, Harald Vaca sowie Generalsekretär Andreas Wohlmuth.

Die Moderatorin Heilwig Pfanzelter führte durch den Abend. Die Jury hatte im Vorfeld bestimmt, dass Prof. Oswald Klotz die heurigen Laudationes halten wird.

Kategorie Werbung: Nominierungen

Für die Senioren-Rose und die Senioren-Nessel in der Kategorie Werbung dagegen gab es drei Nominierte:

1.) Wohnpartner Wien/ZeitzeugInnen-Projekte. Eine Schaltung der Stadt Wien. Wohnpartner stellt darin ein Projekt zur Förderung des Dialoges zwischen den Generationen vor, um das gegenseitige Verständnis zu stärken und ein respektvolles Zusammenleben im Wiener Gemeindebau zu fördern.

2.) Zalando „Seid nicht altmodisch.“ Die Kampagne von Zalando wartet mit prominenten Schauspielerinnen auf. Senta Berger, Hannelore Elsner und Christiane Hörbiger werben in diesem Spot für die Modekette. Die erstmals nur für den österreichischen Markt entwickelte Kampagne startete im August 2015.

3.) Uniqa „Lebensfreude altert nicht!“ Im April 2015 startete die neue Uniqa-Kampagne, kreiert von der Agentur Springer & Jacoby unter der Geschäftsführung von Paul Holcmann. Im Zuge dieser Werbeoffensive im Fernsehen, aber auch auf Plakaten und online wurde gezeigt, wie Uniqa das Thema Pension neu denkt.

Kategorie Werbung: Senioren-Rose

Überreicht wurde eine Senioren-Rose in Form eines Kristallpokals und einer Urkunde an Wohnpartner Wien. Ausschlaggebend für die Jury war die Bewerbung des ZeitzeugInnen-Projektes und des Generationendialogs.

Mit großer Freude entgegengenommen wurde der Medienpreis von Stadtrat Dr. Michael Ludwig, der die Dankesworte sprach, gemeinsam mit Wohnpartner-Geschäftsführer Mag. Peter Neundlinger und Prok. Mag. Josef Cser.

Kategorie Werbung: Senioren-Nessel

Die Senioren-Nessel für die Werbung wurde für den Spot der Uniqa „Lebensfreude altert nicht!“ vergeben. Ausschlaggebend für die Entscheidung der Jury war das Verstecken der gelebten Sexualität älterer Menschen in der Dunkelheit und der fehlende Zusammenhang mit dem beworbenen Versicherungsprodukt.

Auch dem Gewinner der Senioren-Nessel wurde Gelegenheit gegeben, ein paar Worte an das Publikum zu richten. Der Bereichsleiter für Marketing der UNIQA Österreich Versicherungen AG Mag. Carl Gabriel nutze die Gelegenheit seine Sicht der Dinge darzulegen und hielt fest, dass der Spot bei Umfragen auch bei älteren Menschen immer positiv aufgenommen wurde.
Gemeinsam nahm er unter dem Applaus des Publikums mit Paul Holcmann von der Agentur Springer & Jacoby die Nessel entgegen.

Kategorie Journalismus: Senioren-Rose

Nominiert für eine Senioren-Rose in der Kategorie Journalismus wurden:

1.) „Ich bin Marathon“ der ORF Sendung Thema vom 13.4.2015. Darin wird über einen 81-jährigen Marathonläufer und seine bewegte Lebensgeschichte berichtet.

2.) Ein Beitrag über eine 91-jährige Dame, die mit Verwunderung feststellen musste, dass sie angeblich Leistungen bezogen hat, obwohl sie nicht beim Zahnarzt war. Die ORF Sendung „heute konkret“ vom 5.11.2015 hat diesen Fall aufgegriffen: „Zahnarztrechnung ohne Behandlung“.

3.) Als dritte Nominierung für eine Senioren-Rose in der Kategorie Journalismus wurde von der Jury der Artikel „Aktive Ältere leben fünf Jahre länger“ des Kurier vom 16.05.2015 nominiert. Redakteur Ernst Mauritz berichtet darin, dass auch moderate Bewegung wirkt und stellt die Ergebnisse einer Studie bei Männern ab 68 vor, die eindrucksvolle Effekte auf die Lebenserwartung aufzeigen.

Die Senioren-Rose der Kategorie Journalismus wurde von der Jury an den Beitrag „Ich bin Marathon“ der ORF Sendung Thema vergeben.

Der Preis wurde von der Chefredakteurin der TV-Hauptabteilung Magazine und Servicesendungen Waltraud Langer und Martin Steiner von der Thema-Redaktion entgegen genommen. Auch der Marathonläufer Tomas Visek kam zu Wort, er erinnerte daran, dass er selbst als Flüchtling gekommen ist und bedankte sich für seine herzliche Aufnahme in Österreich.

Kategorie Journalismus: Senioren-Nessel

Die Nominierten für die Nessel in der Kategorie Journalismus waren:

1.) „Fit in Frühpension oder fit für die Zukunft?“ diese Frage stellte Dr. Martin Gleitsmann, Abteilungsleiter für Sozialpolitik in der Wirtschaftskammer, seinen Lesern in den Salzburger Nachrichten vom 16.03.2015. Aufgeworfen wurde weiters die Frage, warum Österreich nicht den Ernst der Lage hinsichtlich der dauerhaften Finanzierung der Pensionen sieht und kommt zum Fazit, dass die bisher gesetzten Maßnahmen zu wenig wirken.

2.) „Junger Chic für alte Säcke“ von Manfred Koch in seiner Kolumne „Eingekocht“ erschienen in den Salzburger Nachrichten am 26.05.2015. In Reimen stellt Manfred Koch darin dar, wie sich ein „alter Sack“ in neue Kleider zwängt und kritisiert letztlich, dass auch in Parteiprogrammen „bloß alte Säcke“ stecken.

3.) „Der Staat fördert den Wohlstand der Älteren zulasten der Jungen“, diese Feststellung von Dr. Gudula Walterskirchen, erschienen in der Presse am 23.11.2015 war die dritte Nominierung. Die Autorin kritisiert darin, dass unser Wohlfahrtsstaat von Jung zu Alt verteilt, weil dort auch die relative Mehrheit der Wähler zu finden ist und stellt fest, dass dieser Mechanismus jedoch beiden schadet.

Nur einer der drei Nominierten konnte die wenig begehrte Senioren-Nessel in der Kategorie Journalismus erhalten. Diese ging an „Junger Chic für alte Säcke“ von Manfred Koch/Salzburger Nachrichten. Leider nutzten weder Manfred Koch noch Vertreter der Salzburger Nachrichten die Gelegenheit sich die Nessel abzuholen. Der Preis wird aber jedenfalls nachgereicht.

Kategorie Bild

Die Jury konnte sich trotz zahlreicher Einsendungen auf keine Nominierung eines Bildes für eine Senioren-Rose einigen. Die Vergabe einer Senioren-Rose in dieser Kategorie musste daher entfallen. Positiv bewertet wurde aber auch, dass es nur zwei Bilder zu einer Nominierung für die Senioren-Nessel gebracht haben.

Nominiert für die Nessel in der Kategorie Bild waren:

1.) Die Beilage „Reformagenda Pensionen“ in der Standard-Ausgabe vom 05.05.2015 wurde mit einem Bild des Karikaturisten Oliver Schopf versehen. Darin stellt er eine Gruppe von Senioren dar, die wie hungrige Vogel-Küken im Nest sitzend von einem Bundesadler mit Geldscheinen als Futter versorgt werden.

2.) Beim zweiten Nominierten handelt es sich um eine selbst erstellte Grafik der Presse vom 02.11.2015. Mit einem Balkendiagramm wird die Arbeitslosigkeit älterer Arbeitnehmer dargestellt, die Aufmerksamkeit der Jury lenkte jedoch die Person unten links auf sich, die sich in diesem Zusammenhang - gemütlich auf einer Parkbank liegend - die Sonne auf den Bauch scheinen lässt.

Die Nessel verliehen wurde unter dem zustimmenden Applaus auch des Publikums für das Bild des Karikaturisten Oliver Schopf „Reformagenda Pensionen“.

Nachdem der Preis von keinem Vertreter des Standards entgegen genommen wurde, wird diese Nessel ebenso bei passender Gelegenheit nachträglich übergeben werden.

Fotos der Veranstaltung stehen auf der Homepage des Parlaments zur Verfügung unter:
https://www.parlament.gv.at/SERV/FOTO/VER/674218/index.shtml

Im Anhang finden Sie die Präsentation der einzelnen Sujets.

Einreichungen für 2016 werden bereits entgegen genommen!

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01/8923465
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