Der Falter und Die Presse: Zwei Blattlinien, zwei Zugänge, zwei hochkarätige Journalisten zum Thema Asyl

Florian Klenk und Oliver Pink diskutieren im NEOS Lab-Talk

Wien (OTS) - Rund 250 Gäste durfte das NEOS Lab Montagabend im Haus der Industrie willkommen heißen. NEOS Lab Präsidentin und EU-Abgeordnete Angelika Mlinar, begrüßte Falter-Chefredakteur Florian Klenk und Innenpolitikchef Oliver Pink von Die Presse. Es ist unbestritten, dass das Thema Flüchtlingskrise und der Umgang der Politik damit, in den vergangenen Monaten medienbeherrschend war. In solchen Situationen können sich Qualitätsmedien bewähren und letztendlich auch Vorbilder für den Umgang mit Ängsten und Bedenken sein, wenn sie Tatsachen und Vorurteile kritisch hinterfragen und vermeintliche Wahrheiten überprüfen. „Wenn es gelingt, die tatsächliche Komplexität der Realität nachvollziehbar zu machen, dann können Sie damit zur Lösung vieler Konflikte beitragen und möglicherweise deeskalieren. Aber für uns alle gilt: nehmen wir solche schwierigen, aber keineswegs aussichtslosen Situationen, als Herausforderung an und zum Anlass Aufklärungsarbeit zu leisten, das ist der einzige Weg der Furcht und dem Hass erfolgreich entgegenzutreten“, so Angelika Mlinar.

NEOS Lab Direktor Josef Lentsch moderierte die Diskussion und brachte Fragen aus dem Livestream, lab.neos.eu/live, direkt auf das Podium. „In den letzten Monaten hat in der Flüchtlings- und Asylthematik in der Boulevardpresse, und nicht nur in dieser, eine reißerische Überschrift die nächste gejagt. Grund genug für das NEOS Lab, die Frage zu stellen: Wie aktivistisch darf und soll Journalismus sein?“ Florian Klenk erinnert an den Beginn der Flüchtlingskrise, als sich Journalisten auf den Weg gemacht haben, um die Situation und die Not des Flüchtlingsstroms aufzuzeigen. Ist das Aktivismus? „Nein, denn in Zeiten der sozialen Medien und der Propaganda von links und rechts bemerken wir, dass Leser das Bedürfnis haben, die Faktenlage zu erfahren“, antwortet Klenk und fügt hinzu: „Ich erwarte mir gerade jetzt, dass sich Chefredakteure auch staubige Schuhe holen und den Schreibtisch verlassen, um sich ein eigenes Bild zu machen. Journalisten sind zu einem großen Teil auch Reformer.“ Oliver Pink widerspricht hingegen: „Man sollte sich als Journalist nicht mit einer Sache gemein machen, auch wenn es eine gute Sache ist. Als Journalist darf man sich nicht emotionalisieren lassen.“ Klenk widerlegt: „Wir dürfen nicht leugnen, dass Journalisten politische Positionen haben.“ Gerade hier sieht Pink ein Grundproblem, „wenn Journalisten Weltverbesserer sein wollen.“ Er sieht sich selbst als Journalist „der lediglich einen Sachverhalt wiedergeben möchte.“ Josef Lentsch spricht die unterschiedlichen Blattlinien an: „Ist es legitim Informationen nicht zu bringen, um Leser_innen zu schonen?“ „Nur, wenn der Informationsgehalt zu gering ist“, stimmen die beiden Journalisten zu und sprechen sich gegen „betreute Berichterstattung“ aus. Den Menschen ist die Wahrheit grundsätzlich zumutbar.

Die Veranstaltung ist ab 16.2.2016 im NEOS Lab-TV, lab.neos.eu/video, nachzusehen.

Bildergalerie unter www.apa-fotoservice.at/galerie/7522

Rückfragen & Kontakt:

ALexa Kazda-Klabouch, MSc
NEOS Lab - Das offene Labor für neue Politik
Tel: +43 664 8878 2434
E-Mail: alexa.kazda@neos.eu

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NEL0001