• 16.02.2016, 11:15:16
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Der Falter und Die Presse: Zwei Blattlinien, zwei Zugänge, zwei hochkarätige Journalisten zum Thema Asyl

Florian Klenk und Oliver Pink diskutieren im NEOS Lab-Talk

http://www.apa-fotoservice.at/galerie/7522 Im Bild
v.l.n.r.: Florian Klenk, Chefredakteur Der Falter, Angelika Mlinar,
MEP, NEOS Lab Präsidentin, Oliver Pink Presse Innenpolitik-Chef und
Josef Lentsch, NEOS Lab Geschäftsführer

Utl.: Florian Klenk und Oliver Pink diskutieren im NEOS Lab-Talk =

Wien (OTS) - Rund 250 Gäste durfte das NEOS Lab Montagabend im Haus
der Industrie willkommen heißen. NEOS Lab Präsidentin und
EU-Abgeordnete Angelika Mlinar, begrüßte Falter-Chefredakteur Florian
Klenk und Innenpolitikchef Oliver Pink von Die Presse. Es ist
unbestritten, dass das Thema Flüchtlingskrise und der Umgang der
Politik damit, in den vergangenen Monaten medienbeherrschend war. In
solchen Situationen können sich Qualitätsmedien bewähren und
letztendlich auch Vorbilder für den Umgang mit Ängsten und Bedenken
sein, wenn sie Tatsachen und Vorurteile kritisch hinterfragen und
vermeintliche Wahrheiten überprüfen. „Wenn es gelingt, die
tatsächliche Komplexität der Realität nachvollziehbar zu machen, dann
können Sie damit zur Lösung vieler Konflikte beitragen und
möglicherweise deeskalieren. Aber für uns alle gilt: nehmen wir
solche schwierigen, aber keineswegs aussichtslosen Situationen, als
Herausforderung an und zum Anlass Aufklärungsarbeit zu leisten, das
ist der einzige Weg der Furcht und dem Hass erfolgreich
entgegenzutreten“, so Angelika Mlinar.

NEOS Lab Direktor Josef Lentsch moderierte die Diskussion und brachte
Fragen aus dem Livestream, lab.neos.eu/live, direkt auf das Podium.
„In den letzten Monaten hat in der Flüchtlings- und Asylthematik in
der Boulevardpresse, und nicht nur in dieser, eine reißerische
Überschrift die nächste gejagt. Grund genug für das NEOS Lab, die
Frage zu stellen: Wie aktivistisch darf und soll Journalismus sein?“
Florian Klenk erinnert an den Beginn der Flüchtlingskrise, als sich
Journalisten auf den Weg gemacht haben, um die Situation und die Not
des Flüchtlingsstroms aufzuzeigen. Ist das Aktivismus? „Nein, denn in
Zeiten der sozialen Medien und der Propaganda von links und rechts
bemerken wir, dass Leser das Bedürfnis haben, die Faktenlage zu
erfahren“, antwortet Klenk und fügt hinzu: „Ich erwarte mir gerade
jetzt, dass sich Chefredakteure auch staubige Schuhe holen und den
Schreibtisch verlassen, um sich ein eigenes Bild zu machen.
Journalisten sind zu einem großen Teil auch Reformer.“ Oliver Pink
widerspricht hingegen: „Man sollte sich als Journalist nicht mit
einer Sache gemein machen, auch wenn es eine gute Sache ist. Als
Journalist darf man sich nicht emotionalisieren lassen.“ Klenk
widerlegt: „Wir dürfen nicht leugnen, dass Journalisten politische
Positionen haben.“ Gerade hier sieht Pink ein Grundproblem, „wenn
Journalisten Weltverbesserer sein wollen.“ Er sieht sich selbst als
Journalist „der lediglich einen Sachverhalt wiedergeben möchte.“
Josef Lentsch spricht die unterschiedlichen Blattlinien an: „Ist es
legitim Informationen nicht zu bringen, um Leser_innen zu schonen?“
„Nur, wenn der Informationsgehalt zu gering ist“, stimmen die beiden
Journalisten zu und sprechen sich gegen „betreute Berichterstattung“
aus. Den Menschen ist die Wahrheit grundsätzlich zumutbar.

Die Veranstaltung ist ab 16.2.2016 im NEOS Lab-TV,
lab.neos.eu/video, nachzusehen.

Bildergalerie unter www.apa-fotoservice.at/galerie/7522

Bild(er) zu dieser Aussendung finden Sie im AOM / Originalbild-Service
sowie im OTS-Bildarchiv unter http://bild.ots.at

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