- 12.02.2016, 11:13:32
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Oberhauser – Gesundheitsbarometer 2015: 85 Prozent mit Gesundheitsversorgung zufrieden
Filzmaier: „Befragte aufgeschlossen für Neuerungen, wie ELGA oder die neue Primärversorgung“
Utl.: Filzmaier: „Befragte aufgeschlossen für Neuerungen, wie ELGA
oder die neue Primärversorgung“ =
Wien (OTS) - Die Ergebnisse des Gesundheitsbarometers 2015
präsentierten heute, Freitag, Gesundheitsministerin Dr.in Sabine
Oberhauser, MAS und Univ.-Prof. Dr. Peter Filzmaier, Leiter des
Instituts für Strategieanalysen (ISA). „Die Bevölkerung beurteilt die
Gesundheitsversorgung sehr positiv. 85 Prozent sind sehr oder eher
zufrieden“, freut sich die Gesundheitsministerin. „Dieser Wert ist in
den vergangenen Jahren konstant geblieben. Neuerungen wie ELGA oder
der neuen Primärversorgung steht man vorerst aufgeschlossen und
durchaus positiv gegenüber“, ergänzt Prof. Filzmaier. ****
Regelmäßig seit sechs Jahren befragt das ISA im Auftrag des
Ministeriums die Österreicherinnen und Österreicher über das
heimische Gesundheitssystem und zu aktuellen gesundheitspolitischen
Themen. „Dies ist für unsere Arbeit insofern sehr wertvoll, da wir
aus den Einzelergebnissen gut vergleichbare Daten über einen längeren
Zeitraum gewinnen. Außerdem können wir daraus ablesen, ob wir mit
unserer Politik auch die tatsächlichen Anliegen der Menschen in
Österreich aufgreifen“, erklärt die Gesundheitsministerin.
Das Gesundheitsbarometer hat 2015 in insgesamt drei Wellen rund 3.000
Personen telefonisch zu Themen des Gesundheitswesens befragt. Nicht
nur ist die Bevölkerung mit der österreichischen
Gesundheitsversorgung zufrieden, vier von fünf Befragten fühlen sich
auch gut über Gesundheitsthemen informiert. Hauptinformationsquelle
sind das Internet und HausärztInnen. Letzteren vertraut die
Bevölkerung mit Abstand am meisten, wenn es um Gesundheitsfragen
geht.
Hausärzte und Hausärztinnen durch neue Primärversorgung
stärken
„Unser Anliegen ist es, mit der neuen Primärversorgung den Hausarzt
bzw. die Hausärztin zu stärken“, erklärt Oberhauser. Die neue
Primärversorgung soll moderne und bedarfsgerechte Rahmen- und
Arbeitsbedingungen bringen, die dazu beitragen, dass der Beruf
attraktiv bleibt und die Menschen auch in Zukunft einen Hausarzt/eine
Hausärztin ganz in ihrer Nähe haben. Auch 70 Prozent der Befragten
erwarten sich von der Errichtung von Primärversorgungs-Einrichtungen
Verbesserungen in der Versorgung. Erwartete und erwünschte
Eigenschaften solcher Einrichtungen sind vor allem kurze Wartezeiten
und eine gute Organisation, eine möglichst umfassende Betreuung auf
Krankenschein und eine gute Erreichbarkeit.
Das sind auch Ziele, die mit der neuen Primärversorgung erreicht
werden sollen. „Wenn mehrere Hausärztinnen und Hausärzte in einem
Team mit anderen Gesundheits- und Sozialberufen zusammenarbeiten,
haben alle etwas davon. Für die Patientinnen und Patienten bringt das
beispielsweise längere Öffnungszeiten, ohne dass diese auf Kosten der
Work-Life-Balance von Ärztinnen und Ärzten gehen“, sagt Oberhauser.
Die Entlastung des spitalsambulanten Bereichs durch die längere
Verfügbarkeit des Hausarztes bzw. der Hausärztin als kompetente/r
AnsprechpartnerIn ist ein weiteres Ziel, das mit der neuen
Primärversorgung erreicht werden soll. Rund 84 Prozent der Befragten
können sich eine Primärversorgungs-Einrichtung auch als Alternative
zur Ambulanz vorstellen.
„Vernetzung ist das Zukunftsmodell, um die hausärztliche Versorgung
abzusichern. Sie bietet fachlichen Austausch, eine bessere
Work-Life-Balance und größere Arbeitszufriedenheit und bedeutet ganz
konkret weniger Belastung für den Einzelnen bzw. die Einzelne“, so
die Gesundheitsministerin. Der Hausarzt/die Hausärztin steht im
Zentrum eines Gesundheitsteams und soll gemeinsam mit diesem Team den
PatientInnen auch als „Wegweiser“ durch dass Gesundheitssystem zur
Verfügung stehen.
Gesundheit im Internet und E-Health
„Wir sehen, dass das Internet heute die wichtigste
Informationsquelle, auch für medizinische Fragen ist. Der Bedarf an
jederzeit verfügbaren Informationen in Gesundheitsfragen ist groß.
Die Herausforderung ist es dabei, den Menschen objektive und
qualitätsgesicherte Informationen zukommen zu lassen. Das kann Dr.
Google leider nicht leisten“, so Oberhauser. Eine wichtige
Anlaufstelle für Menschen, die im Internet Gesundheitsinformationen
suchen, sei daher das Gesundheitsportal www.gesundheit.gv.at. „Wir
stellen auf gesundheit.gv.at qualitätsgesicherte medizinische
Informationen zur Verfügung. Außerdem soll das Gesundheitsportal, wie
der Name schon sagt, auch als Portal für schon bestehende oder noch
folgende E-Health-Applikationen, wie ELGA, sein. Zur persönlichen
ELGA gelangt man schon jetzt über das Gesundheitsportal“, führt die
Ministerin aus.
Zusätzlich ist mit der Gesundheitshotline ein Angebot geplant, bei
dem sich die Menschen darüber informieren können, wie dringend ein
medizinisches Problem ist. „Vielfach sind die Menschen einfach
verunsichert, ob sie akut einen Arzt brauchen. Wir wollen hier eine
jederzeit telefonisch erreichbare erste Anlaufstelle schaffen, die
kompetente Auskunft gibt und an die richtige Stelle weiterleitet“,
sagt Oberhauser. Das Projekt soll 2017 in Wien, Niederösterreich und
Vorarlberg pilotiert werden.
Das Projekt ELGA ist mittlerweile sehr bekannt, über 80 Prozent haben
davon gehört, eine Verdoppelung gegenüber 2011. Zwei Drittel der
Bevölkerung sind der Ansicht, dass ELGA die Gesundheitsversorgung in
Österreich verbessern kann. Vor allem die durch die ELGA besser
verfügbaren Informationen werden als Pluspunkt gesehen. Die Befragten
erwarten positive Auswirkungen auf die Abstimmung zwischen Ärztinnen
und Ärzten und eine bessere Krankengeschichte sowie Diagnose. „Das
größte E-Health Projekt der österreichischen Bundesregierung ist Ende
2015 in Wien und der Steiermark erfolgreich gestartet. Im Mai 2016
beginnen wir in Deutschlandsberg mit der Pilotierung der
E-Medikation. Die E-Medikation wird zu einer höheren
Medikamentensicherheit und weniger Wechselwirkungs-Zwischenfälle
beitragen. Weil bei E-Health stets die Datensicherheit und die
Usability im Vordergrund stehen müssen, starten wir langsam mit der
Pilotregion im Bezirk Deutschlandsberg in der Steiermark, bis die
E-Medikation schließlich schrittweise flächendeckend ausgerollt
wird“, so die Ministerin. (Schluss)
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