- 10.02.2016, 11:02:40
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Küng: Eingriff in Genom des Menschen ist verhängnisvoll
St. Pöltner Bischof verurteilt britische Entscheidung über zulässige Eingriffe ins menschliche Erbgut von Embryos: Brauchen "einen Umweltschutz für den Menschen"
Utl.: St. Pöltner Bischof verurteilt britische Entscheidung über
zulässige Eingriffe ins menschliche Erbgut von Embryos:
Brauchen "einen Umweltschutz für den Menschen" =
St. Pölten (KAP) - Eingriffe in das menschliche Genom durch
Gen-Veränderungen an Embryonen sind eine verhängnisvolle Entwicklung
mit unabsehbaren Folgen und daher strikt abzulehnen: Das unterstrich
Bischof Klaus Küng in einer Stellungnahme am Mittwoch gegenüber
"Kathpress". Man müsse sich dabei immer wieder vor Augen führen, dass
hier "Versuche mit embryonalen Menschen durchgeführt werden, die dann
zerstört werden". Der St. Pöltner Bischof bekräftigte gleichzeitig
die Linie Österreichs und anderer Länder, die sich immer gegen die
sogenannte "verbrauchende Embryonenforschung" ausgesprochen haben.
Der für bioethische Themen im Episkopat zuständige St. Pöltner
Bischof reagierte mit seiner Kritik auf die jüngste Entscheidung der
britischen Behörde für künstliche Befruchtung und Embryologie (HFEA),
die Wissenschaftlern erlaubt, an überzähligen Embryos aus künstlichen
Befruchtungen Eingriffe in die Keimbahn zu unternehmen. Bislang
durften solche Embryos in Großbritannien für die Forschung genutzt,
aber nicht genetisch verändert werden. Die gentechnisch veränderten
Embryonen dürfen auch weiterhin nicht in die Gebärmutter einer Frau
eingepflanzt werden.
"Ein Wettlauf um die beste medizinische Position bedeutet nicht, dass
dann tatsächlich für den Menschen das Beste rauskommt", führte der
promovierte Theologe und Mediziner aus. Derartige Genmanipulationen
könnten sich auf sämtliche nachfolgende Generationen auswirken,
Nebenwirkungen eingeschlossen.
"Der ethisch verantwortungsvolle Umgang mit der Natur ist für uns
selbstverständlich, und auch der Umgang mit dem menschlichen Leben
sollte es sein", sagte Küng. Wenn man berechtigterweise gegen
"Genmais" sei, dann müsse man umso mehr gegen die genetische
Manipulation des Menschen sein. Nicht umsonst hätten zahlreiche
Wissenschaftler international vor der Zulassung solcher Versuche
gewarnt, erinnerte der Bischof. Sie seien daher weltweit in
zahlreichen Rechtsvorschriften zum Schutz des menschlichen Lebens
nicht erlaubt.
((ende)) PWU/PER
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